[ Back to EurekAlert! ] Public release date: 10-Jun-2009
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Helmholtz Association of German Research Centres

Schavan: 'Schneller Wissenstransfer kann Leben retten' -- Nationales Konsortium für Translationale Krebsforschung vorgestellt

Diese Pressemitteilung ist verfügbar auf Englisch.

Ohne Forschung kein Fortschritt - das gilt ganz besonders für die Krebsmedizin. Die Heilungschancen der Betroffenen können nur dann weiter erhöht werden, wenn Forschungsergebnisse rasch aus dem Labor in den klinischen Alltag überführt werden. Dieser Forschungstransfer, auch "Translationale Forschung" genannt, soll nun in Deutschland optimale Rahmenbedingungen erhalten. Am Dienstag stellten Bundesforschungsministerin Annette Schavan, Friedrich Carl Janssen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, und Professor Dr. Otmar D. Wiestler, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums, in Berlin das "Nationale Konsortium für Translationale Krebsforschung" vor.

"Jährlich erkranken mehr als 436.000 Menschen in Deutschland neu an Krebs, 210.000 Patienten versterben jedes Jahr daran. Deshalb ist es wichtig, aktuelle Ergebnisse der Krebsforschung noch schneller in die Patientenversorgung zu überführen. Dies wollen wir mit der Gründung des Nationalen Konsortiums für Translationale Krebsforschung verwirklichen", sagte Schavan. "Wir wollen Deutschlands Spitzenrolle in der Krebsforschung weiter ausbauen."

Auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Deutschen Krebshilfe und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) wird dieses Konsortium etabliert. Der Finanzbedarf für das gesamte Konsortium beläuft sich über einen Zeitraum von zehn Jahren auf 400 Millionen Euro.

"Es war immer das Bestreben der Deutschen Krebshilfe, als private Organisation gemeinsam mit der Öffentlichen Hand große Projekte umzusetzen und somit Synergien zu schaffen. Abgesehen von der Sinnhaftigkeit, dass bedeutende private Initiativen und Politik kooperieren sollten, können nur gemeinsam ambitionierte Programme geschultert werden. Das heute vorgestellte Gemeinschaftsprojekt ist ein hervorragendes, zukunftsweisendes Beispiel einer solchen Partnerschaft", betonte Janssen.

Kernaufgaben des Nationalen Konsortiums sind der Aufbau und die Nutzung von leistungsfähigen translationalen Forschungseinheiten an bundesweit vernetzten Partnerstandorten. Das DKFZ in Heidelberg wird als Kernzentrum mit ausgewählten Partnern an Universitätskliniken an bis zu sechs Standorten kooperieren. "In diesem Verbund werden dem DKFZ exzellente Partner zur Seite gestellt, welche Zugang zu Patienten, Proben und einem leistungsfähigen klinischen Umfeld gewähren. Im Gegenzug erhalten die Standorte Zugang zu den Forschungsprogrammen des DKFZ", so Schavan. Die Auswahl der Standorte wird durch ein mit internationalen Experten besetztes Gremium erfolgen. Eine Entscheidung soll Anfang 2010 erfolgen.

"Die Krebsforschung in Deutschland hat in den vergangenen Jahren einen enormen Erkenntnisgewinn zu verzeichnen. Wir verstehen immer besser die wesentlichen Ursachen und Entstehungswege von Krebserkrankungen - nun kommt es darauf an, dieses Wissen möglichst rasch und direkt in die klinische Versorgung krebskranker Menschen zu transportieren." erklärte Professor Otmar D. Wiestler. "Am Deutschen Krebsforschungszentrum haben wir durch die Gründung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen eine einzigartige Expertise für die enge Vernetzung von Grundlagenforschung und Klinik aufbauen können. Damit haben wir die besten Voraussetzungen dafür geschaffen, unter der Federführung unseres Zentrums die translationale, also die anwendungsnahe Krebsforschung in Deutschland zu koordinieren und voranzutreiben."

Gleichzeitig gab die Ministerin Schavan bekannt, dass das Forschungsministerium und die Deutsche Krebshilfe gemeinsam die Beteiligung eines Deutschen Forschungskonsortiums am "Internationale Cancer Genome Consortium" (ICGC) ermöglichen. Beide Partner stellen zusammen Mittel in einer Größenordnung von insgesamt rund 15 Millionen Euro über fünf Jahre zur Verfügung. Damit soll ein Beitrag zur Bekämpfung von Tumorerkrankungen mit besonders hoher Sterblichkeit geleistet werden. Ziel des ICGC ist, die genetischen Veränderungen in Tumoren aller menschlichen Organsysteme zu analysieren, um neue und bessere Anwendungen in den Bereichen Diagnose, Therapie und Prävention für die jeweiligen Krebserkrankungen zu ermöglichen und individuell anpassen zu können. Die Ergebnisse werden der Wissenschaft zur Verfügung gestellt, damit basierend auf diesen Grundlagen umgehend weitergearbeitet werden kann. Der Start des Projekts ist im Herbst 2009 geplant. Das ICGC ist ein biomedizinisches Großprojekt, zu dem sich führende Krebsforscher weltweit zusammengeschlossen haben.

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Weitere Informationen auch im Internet unter www.bmbf.de , www.krebshilfe.de und www.dkfz.de.

Nähere Informationen zum ICGC-Projekt finden sich unter www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/2182.php und www.krebshilfe.de/ausschreibungen.html .

Ein Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden des deutschen Krebsforschungszentrums, Professor Otmar D. Wiestler, können Sie unter www.dkfz.de/de/presse/audio/interview_wiestler_konsortium.mp3 anhören, ein Foto von Professor Wiestler zum Download finden Sie unter www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2009/images/DKFZ_Vorstand_Wiestler.jpg .

Pressemappe zur Pressekonferenz in Berlin

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland und Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. Über 2.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, davon 850 Wissenschaftler, erforschen die Mechanismen der Krebsentstehung und arbeiten an der Erfassung von Krebsrisikofaktoren. Sie liefern die Grundlagen für die Entwicklung neuer Ansätze in der Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen. Daneben klären die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Krebsinformationsdienstes (KID) Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert.



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