[ Back to EurekAlert! ] Public release date: 25-Feb-2011
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Technische Universitaet Muenchen

Bamiyan-Buddhas strahlten rot, weiß und blau

Diese Pressemitteilung ist verfügbar auf Englisch, Französisch und Spanisch.

Die monumentalen Buddhas von Bamiyan leuchteten früher in kräftigen Farben. Restauratoren der Technischen Universität München (TUM) haben hunderte Fragmente der von den Taliban gesprengten Statuen analysiert. Sie haben den Zeitraum der Entstehung erstmals verlässlich datiert und die technisch brillante Bauweise erforscht. Ein Verfahren, das sie gemeinsam mit der Firma eines TUM-Absolventen entwickelt haben, könnte das poröse Gestein festigen und einen Wiederaufbau des antiken Weltkulturerbes ermöglichen.

Die Bestürzung war weltweit groß, als fanatische Taliban im März vor zehn Jahren die zwei gigantischen Buddha-Statuen sprengten, die seit dem 6. Jahrhundert das Bamiyan-Tal im heutigen Afghanistan überblickten. An der Seidenstraße gelegen, bildeten die 55 und 38 Meter hohen Kunstwerke bis ins zehnte Jahrhundert das Zentrum einer der weltweit größten buddhistischen Klosteranlagen. Tausende Mönche betreuten unzählige Kultstellen in den Nischen und Höhlen eines kilometerlangen Kliffs.

Seit der Niederschlagung der Taliban-Herrschaft bemühen sich europäische und japanische Experten, im Auftrag der UNESCO und koordiniert vom Internationalen Rat für Denkmalpflege (ICOMOS), die Überreste der Statuen zu sichern und wieder zugänglich zu machen. Und sie nehmen die Fragmente genau unter die Lupe – denn erforscht wurden die Buddhas bis zu ihrer Sprengung kaum. Wissenschaftler des Lehrstuhls für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft haben an der TUM anderthalb Jahre lang mehrere hundert Bruchstücke untersucht. Ihre Erkenntnisse tragen nicht nur zum Verständnis dieses Weltkulturerbes bei, sondern könnten auch eine Zusammenfügung der erhaltenen Teile ermöglichen:

Darüber hinaus arbeiten die TUM-Restauratoren an einem 3D-Modell des Kliffs, das alle Bruchstücke an ihrem früheren Platz zeigt. Emmerling hält damit einen Wiederaufbau des kleineren Buddhas für grundsätzlich möglich – wobei der Restaurator für eine Zusammenfügung der erhaltenen Teile, nicht für eine Rekonstruktion des antiken Zustands plädiert. Hinsichtlich des größeren Buddhas ist Emmerling wegen dessen Tiefe von rund 12 Metern skeptischer. Der kleinere war dagegen mit etwa zwei Metern Tiefe eher reliefartig. Doch auch für seine Errichtung gibt es neben politischen hohe praktische Hürden. Für die Konservierung der Bruchstücke müsste im Bamiyan-Tal eine kleine Fabrik gebaut werden – oder es müssten rund 1400 Steine nach Deutschland gebracht werden, manche davon zwei Tonnen schwer. Nächste Woche wird auf einer Konferenz in Paris über das weitere Schicksal der Buddhas beraten.

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