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PUBLIC RELEASE DATE:
20-May-2011

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Deutsche Forschungsgemeinschaft

DFG richtet 18 neue Graduiertenkollegs ein

Themen von Astroteilchenphysik über Globalisierung bis zum „Wissen der Künste" / Erste deutsch-brasilianische Kooperation / Mittel für Erkenntnistransfer / Intensive Betreuung

Diese Pressemitteilung ist verfügbar auf Englisch.

Zur weiteren Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland richtet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 18 neue Graduiertenkollegs ein. Dies beschloss der zuständige Bewilligungsausschuss jetzt in Bonn. Die Neueinrichtungen werden zunächst viereinhalb Jahre lang gefördert und erhalten in dieser Zeit insgesamt etwa 60 Millionen Euro. Zusätzlich zu den 18 neuen Kollegs stimmte der Bewilligungsausschuss der Verlängerung von vier Kollegs für weitere viereinhalb Jahre zu.

Der Bewilligungsausschuss hatte auf seiner ersten Sitzung in diesem Jahr über besonders viele Anträge für neue Graduiertenkollegs zu entscheiden. Insgesamt lagen nach den vorangegangenen Begutachtungen 24 Einrichtungsanträge vor. Hinzu kamen sechs Anträge zur Fortsetzung laufender Kollegs. „Die Förderform der Graduiertenkollegs ist weiterhin sehr attraktiv und wird von den Hochschulen und von den Promovierenden stark nachgefragt", sagte DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner. Angesichts des hohen Interesses und um möglichst viele hervorragende Förderanträge bewilligen zu können, habe die DFG deshalb in diesem Jahr die Mittel für die Graduiertenkollegs aus den Geldern des von Bund und Ländern getragenen Paktes für Forschung und Innovation noch einmal deutlich erhöht.

Wie Kleiner hervorhob, bieten auch die neuen Graduiertenkollegs ihren Doktorandinnen und Doktoranden die Chance, in einem hoch qualifizierten und strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm zu promovieren. Dies sorge nicht nur für ein hohes fachliches Niveau, sondern auch für eine intensive Betreuung. „Ein solches enges und ebenso vertrauensvolles wie verbindliches Verhältnis zwischen den Promovierenden und ihren Betreuerinnen und Betreuern kann auch gerade angesichts der aktuellen Diskussion um Fehlverhalten und Redlichkeit in der Wissenschaft gar nicht hoch genug geschätzt werden", fügte der DFG-Präsident hinzu.

Thematisch reicht der Bogen von der Wandlung des Begriffs „Privatheit" über Prozesse und Praktiken der Innovationsgesellschaft bis zur Ressourceneffizienz von Unternehmen. Gleich mehrere der neu bewilligten Graduiertenkollegs befassen sich mit Aspekten der Globalisierung. In den Lebenswissenschaften gilt der Blick unter anderem bakteriellen Überlebensstrategien und der Verbesserung der Strahlentherapie, in den Naturwissenschaften der Natur der Dunklen Materie und komplexen Netzwerken beispielsweise in der Klimaforschung und beim Landnutzungswandel.

Eines der 18 neuen Kollegs ist ein Internationales Graduiertenkolleg - und zugleich eine Premiere: Das erste deutsch-brasilianische Graduiertenkolleg ist in Berlin und São Paolo angesiedelt und bringt Physiker, Mathematiker, Biologen, Klimatologen und Geografen aus beiden Ländern zur Erforschung von komplexen Netzwerken zusammen. Neu ist auch der Brückenschlag zwischen der Wissenschaft und der Kunst, den die Berliner Universität der Künste mit ihrem Kolleg „Das Wissen der Künste" unternimmt; in ihm arbeiten Kunstwissenschaftler und Künstler zusammen. Mehrere der Neueinrichtungen sind ortsverteilt und bieten so Kooperationsmöglichkeiten in der Nachwuchsausbildung auch für kleinere Fachgebiete, die an nur einer Universität nicht die „kritische Masse" für eine Antragstellung erreichen können.

Mit einer weiteren Neuerung sollen schließlich auch die Graduiertenkollegs zum Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse und damit zum Austausch zwischen den Universitäten und der Wirtschaft sowie dem öffentlichen Sektor beitragen. Ab sofort können in diesem Förderprogramm der DFG ebenfalls Mittel für Transferprojekte beantragt werden. Zwei erste Transferprojekte - beantragt von einem Karlsruher Graduiertenkolleg zu „Prozessketten in der Fertigung" - wurden nun bewilligt.

Insgesamt fördert die DFG derzeit 206 Graduiertenkollegs, darunter 45 Internationale Kollegs.

Die neuen Graduiertenkollegs (in alphabetischer Reihenfolge ihrer Sprecherhochschule):

Die Grenzen des Standardmodells der Teilchenphysik zu erforschen, ist das Ziel des GRK 1675 „Teilchen- und Astroteilchenphysik im Lichte von LHC". Dazu werden die beteiligten Kollegiatinnen und Kollegiaten Daten des im März 2010 in Betrieb genommenen LHC-Beschleunigers nutzen, die in den kommenden Jahren wesentliche neue Erkenntnisse versprechen. Das Kolleg will sowohl diese als auch Daten aus anderen Experimenten der Teilchen- und Astroteilchenphysik mit komplementären physikalischen Ansätzen in Theorie und Experiment untersuchen und so wichtige Beiträge zu Forschungsthemen wie dem Ursprung der Masse der Elementarteilchen, der Natur der Dunklen Materie oder der Ursache der Materie-Anti-Materie-Asymmetrie im Universum leisten.
(Sprecherhochschule: RWTH Aachen; Sprecher: Professor Dr. Stefan Schael)

Im ersten deutsch-brasilianischen Graduiertenkolleg arbeiten Physiker, Mathematiker, Biologen, Klimatologen und Geografen aus beiden Ländern an der Erforschung von Netzwerken mit komplexer Topologie, mit denen sich in vielen Wissenschaftsbereichen komplexe Systeme besser verstehen lassen. Anders als in den meisten Studien geht es im IGK 1740 jedoch nicht um feste, unabänderliche Topologien, sondern - so auch der Obertitel - um „Dynamische Phänomene in komplexen Netzwerken". Ein Hauptziel ist das bessere Verständnis von Teilsystemen der Erde unter sich wandelnden Bedingungen, wobei besonders Einflüsse wie die globale Erwärmung und der Landnutzungswandel im Amazonasgebiet untersucht werden.
(Sprecherhochschule: Humboldt-Universität (HU) zu Berlin; Kooperationspartner: Nationales Institut für Weltraumforschung (INPE), Brasilien, Universidade de São Paulo; Sprecher: Professor Dr. Jürgen Kurths, HU Berlin/Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung; Sprecher der Kooperationspartner: Professor Dr. Elbert E.N. Macau, INPE)

Innovation prägt die moderne Gesellschaft seit ihrem Beginn. Gegenwärtig verändert Innovation jedoch ihren Charakter: Sie wird selbst zum Ziel und Zweck gesellschaftlichen Handelns. Hier setzt das GRK 1672 „Innovationsgesellschaft heute: Die reflexive Herstellung des Neuen" an. Es erweitert den ökonomischen Innovationsbegriff um sozialwissenschaftliche Aspekte und untersucht gesellschaftliche Innovation. Erforscht werden Praktiken und Prozesse in Wissenschaft und Technik, Industrie und Dienstleistungen, Kunst und Kultur sowie politischer Steuerung und räumlich-sozialer Planung.
(Sprecherhochschule: Technische Universität Berlin; Sprecher: Professor Dr. Werner Rammert)

Einen innovativen Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Kunst will das GRK 1759 leisten, das an der Berliner Universität der Künste angesiedelt ist - einer Institution mithin, an der die verschiedenen Künste nicht nur gelehrt und erforscht, sondern auch praktiziert werden. Im Zentrum des Kollegs steht - so auch der Obertitel - das „Wissen der Künste", das als implizites, habitualisiertes, inkorporiertes und prozessorientiertes Wissen untersucht werden soll. Im Zusammenspiel kunst- und kulturwissenschaftlicher, medienwissenschaftlicher, philosophischer, pädagogischer und ingenieurwissenschaftlicher Disziplinen geht es um die zentrale Frage, wie künstlerisches Wissen entsteht, sich artikuliert und legitimiert.
(Sprecherhochschule: Universität der Künste Berlin; Sprecherin: Professorin Dr. Tanja Michalsky)

Das GRK 1620 „Models of Gravity" will verallgemeinerte Gravitationstheorien untersuchen. Hierzu zählen unter anderem Theorien, die sich als effektiver Niederenergiegrenzfall aus der Stringtheorie ergeben. In den Projekten des Kollegs geht es sowohl um die theoretischen Eigenschaften dieser Modelle als auch um die Frage, inwieweit sie zu einem besseren Verständnis der Dunklen Materie, der Dunklen Energie oder der Pioneer-Anomalie beitragen können.
(Sprecherhochschulen: Universität Bremen; Universität Oldenburg, Sprecher: Professor Dr. Claus Lämmerzahl, Bremen, Sprecherin: Professorin Dr. Jutta Kunz-Drolshagen, Oldenburg)

Virtuelle Kommunikation ist im Vergleich zu realer Kommunikation mit Einschränkungen verbunden. Ausgehend von dieser These erforscht das GRK 1780 „Kopplung virtueller und realer sozialer Welten" die zunehmende Digitalisierung von Kommunikationsformen. Mit der Digitalisierung gehen Prozesse, Umgebungen und das menschliche Gegenüber in eine virtuelle Welt über. Die Kollegiatinnen und Kollegiaten wollen klären, welche bisherigen Einschränkungen der medial vermittelten Kommunikation durch gekoppelte virtuell-reale Welten überwunden werden können. Gleichzeitig widmet sich das GRK auch der Frage, welche Interaktions- und Erlebnismöglichkeiten sich im Unterschied zu der direkten und realen Kommunikation eröffnen.
(Sprecherhochschule: Technische Universität Chemnitz; Sprecherin: Professorin Dr. Maria Bannert)

Die Strahlentherapie ist eines der wichtigsten und wirkungsvollsten Mittel in der Bekämpfung von Tumoren. Ihre Weiterentwicklung in der Grundlagenforschung und die Übertragung der dabei gewonnenen Erkenntnisse in die klinische Anwendung ist das Ziel des GRK 1739 „Molekulare Determinanten der zellulären Strahlenantwort und ihre Bedeutung für die Modularität der Strahlensensitivität". Das Forschungsprogramm ist naturwissenschaftlich wie medizinisch, theoretisch wie praktisch angelegt und soll Moleküle identifizieren, die die zelluläre Reaktion auf ionisierende Strahlung bestimmen. Auf dieser Grundlage sollen sodann effektive Strategien zur Modulation der Strahlenwirkung geschaffen werden.
(Sprecherhochschule: Universität Duisburg-Essen; Sprecherin: Professorin Dr. Verena Jendrossek)

Im Fokus des GRK 1678 steht das Verhältnis von „Materialität und Produktion". Beides sind zentrale Begriffe der Kultur- und Geistesgeschichte. Für ihre Analyse ist die Gegenüberstellung von konstruktivistischen und materialistischen Untersuchungsansätzen üblich. Das GRK will darüber hinausgehen: Die Projekte sollen Relation und Interaktion von Produktion und Materialität sowie die damit verbundenen Prozesse in geschichtlicher und aktueller Perspektive erforschen. Zu den historischen und zeitgenössischen Praktiken der Gegenüberstellung zählt ein weiter Bereich ästhetischer Erfahrung und Produktion - darunter Gestik, Ornament, Schrift, Bild und Objektkunst.
(Sprecherhochschule: Universität Düsseldorf. Sprecherin: Professorin Dr. Andrea von Hülsen-Esch)

„Präsenz" kann als zeitliche und räumliche Gegenwart und Unmittelbarkeit definiert werden. Wissenschaftliche Analysen hierzu sind meist auf die europäische Ideengeschichte und dort auf ästhetische Fragen beschränkt. Der neue Ansatz des GRK 1718 „Präsenz und implizites Wissen" erweitert die Debatte um die Dimension des Kulturvergleichs. Die Forschungshypothese lautet, dass Präsenz und implizites Wissen in einem wechselseitigen Begründungszusammenhang stehen. Die Kollegiatinnen und Kollegiaten untersuchen daraufhin kulturell unterschiedliche Formen des Diskurses zur Präsenz in verschiedenen gesellschaftlichen Funktionsbereichen.
(Sprecherhochschule: Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg, Sprecherin: Professorin Dr. Heike Paul)

Nach der historischen Entwicklung und der heutigen Begründung religiöser Geltungsansprüche fragt das GRK 1728 „Theologie als Wissenschaft. Formierungsprozesse der Reflexivität von Glaubenstraditionen in historischer und systematischer Analyse". Ausgehend davon, dass die wissenschaftliche Theologie das Reflexiv-Werden von Glaubenstraditionen in besonderer Weise verkörpert, werden vielfältige Selbstbeschreibungen und -bestimmungen von Religionen untersucht. Dies geschieht interkonfessionell durch die Kooperation von Evangelischer, Katholischer und Islamischer Theologie und unter Beteiligung nicht-theologischer Wissenschaften. Wieder stärker sichtbar machen will das Kolleg so auch den Wissenschaftscharakter der Theologie(n).
(Sprecherhochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main; Sprecher: Professor Dr. Claus Arnold)

Methoden zur besseren Ressourceneffizienz entwickeln will das GRK 1703 „Ressourceneffizienz in Unternehmensnetzwerken - Methoden zur betrieblichen und überbetrieblichen Planung für die Nutzung erneuerbarer Rohstoffe". Im Mittelpunkt steht der effiziente Einsatz erneuerbarer Rohstoffe in Kuppelproduktionsprozessen, bei denen mehrere Erzeugnisse gleichzeitig entstehen. Angestrebt wird eine Kaskadennutzung, also die Hintereinanderschaltung von mehrfacher stofflicher Nutzung vor der energetischen Verwertung desselben Rohstoffs. Damit leisten die Projekte einen Beitrag zum Nachhaltigkeitsmanagement, der sich auf das Vorgehen in allen Teilbereichen des Netzwerks auswirkt - auf operativer, taktischer und strategischer Ebene.
(Sprecherhochschule: Georg-August-Universität Göttingen, Sprecherin: Professorin Dr. Jutta Geldermann)

Die Globalisierung der Weltwirtschaft ist ein Prozess, der die Lebensbedingungen der meisten Menschen verändert. Die Auswirkungen der Globalisierung auf Entwicklungsländer und in diesen sind jedoch vergleichsweise wenig erforscht. Entwicklungsforschung konzentriert sich eher auf mikroökonomische Fragen und verknüpft das Wissen nicht systematisch mit dem Globalisierungsprozess. Das GRK 1723 „Globalisierung und Entwicklung" bringt nun diese beiden Stränge der Globalisierungs- und der Entwicklungsforschung zusammen: Die Projekte untersuchen, wie die ökonomische Globalisierung auf Individuen in Entwicklungsländern einwirkt, wie diese reagieren und wie sie dadurch die Globalisierung mitgestalten.
(Sprecherhochschulen: Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, Georg-August-Universität Göttingen; Sprecher: Professor Dr. Lukas Menkhoff, Hannover, Professor Stephan Klasen, Ph.D., Göttingen)

„Allein die Dosis macht das Gift", das geflügelte Wort von Paracelsus bewegt noch heute die moderne Medizin und Biologie. Organismen reagieren erstaunlich uneinheitlich auf äußere Reize: sei es mit bleibenden Schäden, andauernder Resistenz oder gar erhöhter Vitalität. Das GRK 1715 „Molekulare Signaturen adaptiver Stressreaktionen" hat sich zum Ziel gesetzt, die molekularen Mechanismen zu untersuchen, die der Vielzahl konträrer Stressreaktionen zugrunde liegen, und über das verbesserte Verständnis der Reaktionen neue Ansätze zur Abwehr und Regeneration zu erschließen.
(Sprecherhochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena; Sprecher: Professor Dr. Reinhard Wetzker)

Das GRK 1721 „Integrated Analysis of Macromolecular Complexes and Hybrid Methods in Genome Biology" widmet sich einem zentralen Thema in der molekularen Biologie: komplexen und dynamischen makromolekularen Systemen. Um diese strukturell und mechanistisch zu verstehen, will das Kolleg eine neue Generation von Struktur-Funktions-System-Analysen vermitteln und weiterentwickeln. Dazu sollen Techniken verschiedener Auflösungen kombiniert und bislang getrennte Disziplinen in strukturellen Proteinwissenschaften untereinander und mit computergestützter Biochemie sowie Einzelmolekül- und hochauflösender Mikroskopie zusammengeführt werden. Das besondere Interesse gilt den sich entwickelnden sogenannten Hybridmethoden.
(Sprecherhochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München; Sprecher: Professor Dr. Karl-Peter Hopfner)

Globalisierungsprozesse gab es zu allen Zeiten - und von der Antike bis zur Gegenwart waren und sind sie auch ein Thema für die Literatur. Deren Auseinandersetzung mit der Globalisierung ist bislang jedoch wenig erforscht, und dementsprechend sind auch die Kompetenzen der Literaturwissenschaften auf diesem Feld nur wenig ausgelotet. Das GRK 1733 „Funktionen des Literarischen in Prozessen der Globalisierung" begegnet diesem doppelten Mangel nun aus historischer, übernationaler und vornehmlich komparatistischer Perspektive. Erforscht werden vor allem Verfahren, mit denen Literatur Globalisierung darstellt, modelliert, reflektiert, kritisiert und so auch mitgestaltet. Ebenso im Blick: die Globalisierung der Bedingungen, unter denen Literatur entsteht.
(Sprecherhochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München; Sprecher: Professor Dr. Robert Stockhammer)

Die rasch fortschreitende Digitalisierung der Medien führt nicht zuletzt dazu, dass sich neue Interaktionsformen zwischen Individuen, Organisationen und Öffentlichkeit herausbilden. Zunehmend findet Kommunikation in virtuellen sozialen Netzwerken statt. Wie unter diesen Bedingungen Vertrauen entstehen und aufrechterhalten werden kann, untersucht das GRK 1712 „Vertrauen und Kommunikation in einer digitalisierten Welt". Im Einzelnen nehmen die Forschungsprojekte dabei Entwicklungen in den Bereichen Medien, Wirtschaft, Wissenschaft und Sport in den Blick. In einem größeren Zusammenhang will das Kolleg einen Beitrag zu der Frage leisten, welche Faktoren Vertrauen generell beeinflussen.
(Sprecherhochschule: Universität Münster, Sprecher: Professor Dr. Bernd Blöbaum)

Das Private und die Privatheit haben hohe soziale und gesellschaftliche Bedeutung. Ihre interdisziplinäre Analyse aber steht bislang aus, ebenso ihre Anwendung auf aktuelle Herausforderungen, etwa in der Rechtswissenschaft oder der Informationstechnologie. Diese Lücke will das GRK 1681 „Privatheit. Formen, Funktionen, Transformationen" schließen helfen. Es betrachtet das Private und das Verhältnis zum Nicht-Privaten als kulturelle, epochen-, schicht- und gruppenspezifische Variable. Ziel ist es, das Konzept des Privaten umfassend abzubilden und eine Theorie zu entwickeln, die die Parameter von Privatheit beschreibt und deren Zusammenspiel erkennbar macht.
(Sprecherhochschule: Universität Passau, Sprecher: Professor Dr. Hans Krah)

Bakterien vermehren sich unter optimalen Kulturbedingungen exponentiell - jedoch herrschen an vielen Umweltstandorten Bedingungen, die ihr Wachstum unterbinden oder Zellen abtöten. Dieser Selektionsdruck führt zu hocheffizienten Strategien, mit denen die Bakterien trotz unwirtlicher Umwelt überleben können. Die „molekularen Grundlagen bakterieller Überlebensstrategien" zu analysieren, ist das Ziel des GRK 1708. Unterschiedliche Experimente sollen den Kollegiatinnen und Kollegiaten Einblicke in die Bandbreite dieser Strategien geben. Die Arbeiten des GRK sollen so auch zum Verständnis der Ausbreitung bakterieller Krankheitserreger und zur Entwicklung antibakterieller Wirkstoffe beitragen.
(Sprecherhochschule: Universität Tübingen, Sprecher: Professor Dr. Karl Forchhammer)

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Weiterführende Informationen

Nähere Informationen zu den einzelnen Graduiertenkollegs erteilen deren Sprecherinnen und Sprecher.

Mehr zum Programm und den geförderten Kollegs auch unter: www.dfg.de/gk

Weitere Informationen zur Entwicklung der GRK in den vergangenen Jahren enthält das jetzt vorgestellte „Monitoring des Förderprogramms Graduiertenkollegs". Dieser Bericht wertet die regelmäßigen Online-Erhebungen der DFG bei den Graduiertenkollegs und die Antragsdatenbank in der DFG-Geschäftsstelle aus und macht beispielsweise Angaben zur Promotionsdauer und zur Beteiligung von Frauen in den Kollegs. Die Online-Version des Berichts ist verfügbar unter: www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/evaluation_statistik/programm_evaluation/bericht_dfg_monitoring_grk_2011.pdf

Ansprechpartnerin in der DFG-Geschäftsstelle: Dr. Annette Schmidtmann, Leiterin der Gruppe Graduiertenkollegs, Graduiertenschulen, Nachwuchsförderung, Tel. +49 228 885-2424, Annette.Schmidtmann@dfg.de



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