[ Back to EurekAlert! ] Public release date: 29-May-2012
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Deutsche Forschungsgemeinschaft

DFG richtet 20 Sonderforschungsbereiche ein

Von neuen Therapien bei Multipler Sklerose uber Heldengeschichte bis zu funktionellen Mikrogelen / Innovative Forschungsansatze aus allen Fachbereichen

Diese Pressemitteilung ist verfügbar auf Englisch.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet 20 Sonderforschungsbereiche (SFB) zum 1. Juli 2012 ein. Dies beschloss der zuständige Bewilligungsausschuss auf seiner Frühjahrssitzung in Bonn. Die neuen SFB werden mit insgesamt 176 Millionen Euro (inklusive einer 20-prozentigen Programmpauschale für indirekte Kosten der Projekte) zunächst für eine erste Periode von vier Jahren gefördert.

Die neu eingerichteten Sonderforschungsbereiche decken das gesamte fachliche Spektrum ab: Die geistes- und sozialwissenschaftlichen Verbünde untersuchen beispielsweise das Heroische in einer kulturübergreifenden Langzeitperspektive von der Antike bis zur Moderne sowie den Wissenstransfer von der Alten Welt bis in die frühe Neuzeit. Ein SFB aus dem Bereich der Psychologie widmet sich der Entschlüsselung von kognitiven und neuronalen Mechanismen, die der Fähigkeit zur willentlichen Kontrolle sowie Beeinträchtigungen der Selbststeuerungsfähigkeit zugrunde liegen.

In den Lebenswissenschaften werden unter anderem molekulare Mechanismen der zellulären Qualitätskontrolle untersucht. Von der Forschung auf diesem Gebiet erhoffen sich die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein umfassendes Verständnis darüber, wie Zellen auf Schäden reagieren und ihren Gleichgewichtszustand aufrechterhalten. Ein weiterer Verbund zielt darauf ab, die Grundlagen für die Entwicklung von neuen Therapien zur Behandlung von Multipler Sklerose, der häufigsten chronisch entzündlichen Erkrankung des Zentralnervensystems, zu schaffen. Trotz intensiver Forschung auf dem Gebiet in den letzten Jahrzehnten sind die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen nach wie vor nicht geklärt, daher ist das Ziel der Initiative, Entstehung, Verlauf und Auswirkungen der MS zu verstehen.

Einer der naturwissenschaftlichen Sonderforschungsbereiche will neue Verfahren zur Nutzung funktioneller Mikrogele erschließen, um damit das Design neuer interaktiver Materialeigenschaften zu ermöglichen. Bei den ingenieurwissenschaftlichen Neueinrichtungen steht unter anderem die Steigerung des Wirkungsgrades von Gasturbinen durch den Einsatz von innovativen Verbrennungskonzepten im Vordergrund. Davon versprechen sich die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen wesentlich geringeren Energieverlust, da der größte Teil der primär eingesetzten Energie bisher unter Erzeugung von Treibhausgasen und anderen Schadstoffen verloren geht.

Fünf der neuen Verbünde sind SFB/Transregio und verteilen sich somit auf mehrere Standorte. In einem gemeinsam mit der chinesischen Partnerorganisation NSFC geförderten SFB/Transregio kooperieren beispielsweise deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Kolleginnen und Kollegen in Beijing.

Zusätzlich bewilligte der zuständige Ausschuss die Verlängerung eines deutsch-chinesischen SFB/Transregio für eine weitere vierjährige Förderperiode.

Sonderforschungsbereiche ermöglichen die Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller, aufwendiger und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben durch Konzentration und Koordination der in einer Hochschule vorhandenen Kräfte. Das SFB-Programm soll so essenziell zur Profilbildung der beteiligten Hochschulen beitragen. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Gleichstellung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern spielen in diesem Zusammenhang ebenso eine übergeordnete Rolle.

Die DFG fördert damit ab Juli 2012 insgesamt 232 Sonderforschungsbereiche.

Die neuen SFB im Einzelnen (in alphabetischer Reihenfolge ihrer Sprecherhochschule):

„Funktionelle Mikrogele und Mikrogelsysteme" Sprecherhochschule: RWTH Aachen, Sprecher: Professor Dr. Walter Richtering – außerdem beteiligt: Forschungszentrum Jülich

„Organismische Reaktionen auf Stress: Prägung und Erinnerung" Sprecherhochschule: Freie Universität Berlin, Sprecherin: Professor Dr. Monika Hilker – außerdem beteiligt: Universität Potsdam, Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie, Potsdam

„Episteme in Bewegung – Wissenstransfer von der Alten Welt bis in die Frühe Neuzeit" Sprecherhochschule: Freie Universität Berlin, Sprecherin: Professor Dr. Gyburg Uhlmann – außerdem beteiligt: Humboldt-Universität Berlin, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin

„Diskretisierung in Geometrie und dynamischen Systemen" Sprecherhochschule: Technische Universität Berlin, Sprecher: Professor Dr. Alexander Bobenko; weitere antragstellende Hochschule: Technische Universität München – außerdem beteiligt: Freie Universität Berlin, Technische Universität Graz, Technische Universität Wien, Österreich

„TurbIn – Signifikante Wirkungsgradsteigerung durch gezielte, interagierende Verbrennungs- und Strömungsinstationaritäten in Gasturbinen" Sprecherhochschule: Technische Universität Berlin, Sprecher: Professor Dr.-Ing. Rudibert King – außerdem beteiligt: Freie Universität Berlin, RWTH Aachen, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Berlin

„Symmetrien und Strukturbildung in der Quantenchromodynamik" Sprecherhochschule: Universität Bonn, Sprecher: Professor Dr. Ulf-G. Meißner; weitere antragstellende Hochschulen: Technische Universität München, Peking-Universität, Beijing – außerdem beteiligt: Institute of High Energy Physics (IHEP), Chinese Academy of Sciences, Beijing, Forschungszentrum Jülich

„Volition und kognitive Kontrolle: Mechanismen, Modulatoren, Dysfunktionen" Sprecherhochschule: Technische Universität Dresden, Sprecher: Professor Dr. Thomas Goschke – außerdem beteiligt: Charité Berlin

„Helden – Heroisierungen – Heroismen. Transformationen und Konjunkturen von der Antike bis zur Moderne" Sprecherhochschule: Universität Freiburg, Sprecher: Professor Dr. Ralf von den Hoff – außerdem beteiligt: Hochschule für Musik, Karlsruhe

„MEDical EPigenetics (MEDEP): Von den Grundlagen epigenetischer Mechanismen zur klinischen Anwendung" Sprecherhochschule: Universität Freiburg, Sprecher: Professor Dr. Roland Schüle – außerdem beteiligt: Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik, Freiburg

„Modulatorische Einheiten bei Herzinsuffizienz" Sprecherhochschule: Universität Göttingen, Sprecher: Professor Dr. Gerd P. Hasenfuß – außerdem beteiligt: Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen, Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, Göttingen

„Maßgeschneiderte Multiskalige Materialsysteme – M³" Sprecherhochschule: Technische Universität Hamburg-Harburg, Sprecher: Professor Dr. Gerold A. Schneider – außerdem beteiligt: Universität Hamburg, Helmholtz-Zentrum für Material- und Küstenforschung, Geesthacht

„Wissens- und modellbasierte Chirurgie" Sprecherhochschule: Universität Heidelberg, Sprecher: Professor Dr. Markus W. Büchler; weitere antragstellende Hochschule: Karlsruher Institut für Technologie – außerdem beteiligt: Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg

„Zelluläre Qualitätskontrolle und Schadensbegrenzung" Sprecherhochschule: Universität Heidelberg, Sprecher: Professor Dr. Bernd Bukau – außerdem beteiligt: Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie, Heidelberg

„Initiierungs-, Effektor- und Regulationsmechanismen bei Multipler Sklerose – von einem neuen Verständnis der Pathogenese zur Therapie" Sprecherhochschule: Universität Mainz, Sprecherin: Professor Dr. Frauke Zipp; weitere antragstellende Hochschulen: Universität Frankfurt, LMU München, Technische Universität München, Universität Münster – außerdem beteiligt: Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin, Münster, Max-Planck-Institut für Neurobiologie, Planegg, Max-Planck-Institut für Herz und Lungenforschung, Bad Nauheim

„Mikrobielle Diversität in der umweltabhängigen Signalantwort" Sprecherhochschule: Universität Marburg, Sprecher: Professor Dr. Mohamed A. Marahiel – außerdem beteiligt: Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie, Marburg

„Nanoagenzien für raumzeitliche Kontrolle molekularer und zellulärer Reaktionen" Sprecherhochschule: LMU München, Sprecher: Professor Dr. Joachim Rädler – außerdem beteiligt: Technische Universität München, Max-Planck-Institut für Biochemie, Planegg

„Biologie der xenogenen Zell- und Organtransplantation – vom Labor in die Klinik" Sprecherhochschule: LMU München, Sprecher: Professor Dr. Bruno Reichart; weitere antragstellende Hochschulen: Medizinische Hochschule Hannover, Technische Universität Dresden – außerdem beteiligt: Technische Universität München, Deutsches Primatenzentrum, Göttingen, Friedrich-Loeffler-Institut, Neustadt, Paul-Ehrlich Institut, Langen, Robert Koch-Institut, Berlin

„Kontrolle von Proteinfunktion durch konformationelles Schalten" Sprecherhochschule: Technische Universität München, Sprecher: Professor Dr. Johannes Buchner – außerdem beteiligt: LMU München, Helmholtz-Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, Neuherberg, Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried

„Breaking Barriers – Immunzellen und pathogene Erreger an Zell-/Matrix-Barrieren" Sprecherhochschule: Universität Münster, Sprecher: Professor Dr. Georg Peters – außerdem beteiligt: Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin, Münster

„Experimentelle Modelle und Klinische Translation bei Leukämien" Sprecherhochschule: Universität Ulm, Sprecher: Professor Dr. Hartmut Döhner

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Weiterführende Informationen

Weitere Informationen erteilen die Sprecherinnen und Sprecher der Sonderforschungsbereiche.

Ansprechpartner in der DFG-Geschäftsstelle: Dr. Klaus Wehrberger, Leiter der Gruppe Sonderforschungsbereiche, Forschungszentren, Exzellenzcluster, Tel. +49 228 885-2355, klaus.wehrberger@dfg.de



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