Public Release:  Forscher in Genetik erklären 10% von angeborenen Aortenklappenerkrankungen

Ein wichtige Schritt in Richtung eines molekularen Katalogs, der mehr Gene enthalt, als alle fruher insgesamt gefundenen Gene

University of Montreal

Diese Pressemitteilung ist verfügbar auf Englisch.

MONTREAL, Canada, 28. September 2012 - Forscher an der Kinderklinik Sainte-Justine an der Universität von Montreal haben genetische Ursachen in 10% von angeborenen Aortenklappenerkrankungen, einer wichtigen Form der angeborenen Herzfehler, identifiziert. "Das ist mehr als die Summe der Gene, die in allen früheren Studien gefunden wurden, und die nur 1% der Fälle erklärten", sagt Dr. Marc-Phillip Hitz, Hauptautor der Studie, die unter der Leitung von Dr. Gregor Andelfinger jetzt in PLoS Genetics veröffentlicht wurde.

Dr. Gregor Andelfinger, Kinderkardiologe und Leiter eines internationalen Teams, nennt diese Studie "einen sehr wichtigen Schritt in Richtung eines molekularen Katalogs, der letztlich den Verlauf der Krankheit bei einzelnen Patienten erklärt und es erlaubt, das Fortschreiten der Erkankung zu beeinflussen." Angeborene Herzfehler sind an erster Stelle aller Fehlbildungen bei Neugeborenen, und eine der wichtigsten Ursachen der Kindersterblichkeit in den westlichen Ländern. Für ihre Studie haben sich die Forscher auf Fehlbildungen der Aortenklappe konzentriert, wo oft eine familiäre Häufung der Fälle vorliegt und eine erbliche Komponente nahelegt.

Die Forscher haben eine genomweite Untersuchung sogenannter copy number variants (CNV) vorgenommen, die eine Form struktureller Variation des Erbguts bezeichnen und zu Abweichungen der Anzahl der Kopien eines bestimmten DNA-Abschnittes innerhalb eines Genoms führen. In ihrer Studie haben sie vor allem Familien mit mehreren Erkrankten untersucht, um eine direkte Verbindung mit der Krankheit zu etablieren. Mit sehr strengen Filterkriterien für mögliche kausale copy number variants priorisierten die Forscher nur seltene Varianten, die bei nicht betroffenen Familienmitgliedern nicht vorkamen. Sie validierten ihre Ergebnisse dann durch Expressionsanalysen im sich entwickelnden Herz der Maus. Die Studie hat auch festgestellt, dass viele betroffene Patienten mehr als eine seltene Variante besitzen. Dieser Befund war bereits im Zusammenhang mit anderen angeborenen Krankheiten gemacht worden.

Darüber hinaus zeigt die Studie, dass in den 59 untersuchten Familien sich keine copy number variants zwischen zwei Familien wiederholen. "Trotz der Homogenität der franko-kanadischen Bevölkerung im Vergleich zu anderen Populationen sind die copy number variants sehr unterschiedlich. Aus genetischer Sicht kann man die Krankheiten der Aortenklappe als eine Familienangelegenheit betrachten." "Auffällig ist auch, dass die Mehrheit der identifizierten Gene auch eine wichtige Rolle in den Blutgefäßen spielen, nicht nur in den Herzklappen", sagt Dr. Andelfinger. In der Tat sind die Bilder von markanter Klarheit: die Expressionsmuster der identifizierten Gene sind selektiv in den Bereichen des Herzens exprimiert, wo Fehlbildungen beobachtet werden. "Zahlreiche Patienten haben nach erfolgreicher Intervention an der Aortenklappe weiterhin Probleme, wie zum Beispiel eine Vergrößerung der aszendierenden Aorta. Unsere Studie wirft neues Licht auf den Zusammenhang zwischen den beiden Themen, etwas, das wir immer klinisch beobachtet haben, aber selten richtig erklären konnten. "

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