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Public release date: 18-Oct-2013

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Deutsche Forschungsgemeinschaft

DFG richtet fünf neue Forschergruppen ein

Rund 12 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren für die Proteinforschung, für die Aufklärung physiologischer Grundlagen kognitiver Leistungen und mimetischer Kulturtechniken

Diese Pressemitteilung ist verfügbar auf Englisch.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet fünf neue Forschergruppen ein. Dies beschloss der Senat der DFG in seiner Oktober-Sitzung. Die Forschungsverbünde sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit bieten, sich aktuellen drängenden Fragen in ihren Fächern zu widmen und innovative Arbeitsrichtungen zu etablieren.

Wie alle DFG-Forschergruppen werden die neuen Einrichtungen orts- und fächerübergreifend arbeiten. In der ersten Förderperiode erhalten sie über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt rund 12 Millionen Euro. Die DFG fördert damit insgesamt 205 Forschergruppen.

Die neuen Forschergruppen im Einzelnen
(in alphabetischer Reihenfolge ihrer Sprecherhochschulen)

Mit ebenso komplexen wie dynamischen Simulationsmodellen für Wasser- und Energieflüsse vom Grundwasserbereich bis in die Atmosphäre hinein beschäftigt sich die Forschergruppe „Data Assimilation for Improved Charakterisation of Fluxes across Compartmental Interfaces". In der Zusammenarbeit von Boden- und Geophysikern, Hydrogeologen und Meteorologen nebst Umweltphysikern und Strömungsmechanikern der Universitäten Augsburg, Bonn, Hamburg, Hannover und Tübingen sowie Instituten der Helmholtz-Gemeinschaft in Jülich und Leipzig sollen integrative „Data Assimilation"-Techniken entwickelt und umfassend erprobt werden. Mit den Ergebnissen und Modellvorstellungen verbinden die Forscherinnen und Forscher die Hoffnung, auch die Möglichkeiten zur Wetter- und Klimaprognose oder zur Qualitätssicherung im Wassermanagement zu verbessern – und damit der interdisziplinären Umweltforschung in verschiedenen Bereichen Impulse zu geben.
(Sprecher: Prof. Dr. Clemens Simmer, Universität Bonn)

Die Familie der Bcl-2-Proteine (b-cell-lymphoma 2) spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation des programmierten Zelltods. Forschungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass einige Mitglieder der Familie durch komplexe molekulare Interaktionen den Zelltod fördern, andere ihn verhindern. Mutationen und Fehlregulationen können sowohl zum Entstehen als auch zur Entwicklung einer Therapieresistenz verschiedener Krebsarten beitragen, etwa der Chronisch Lymphozytischen Leukämie. Die neue Forschergruppe zielt ab auf „New Insights into Bcl-2 Family Interactions: From Biophysics to Function". Arbeitsgruppen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vereinen grundlagennahe mit präklinischer Forschung in einem interdisziplinären Ansatz, der biophysikalische, zell- und molekularbiologische, proteinchemische und humanpathologische Zugänge verbindet. Im Ergebnis sollen die komplexen Regulationsmechanismen des Bcl-2-Netzwerks bei normalen physiologischen Prozessen und bei der Krankheitsentstehung besser verstanden werden, zum Beispiel bei der normalen und der bösartig entarteten Blutbildung.
(Sprecher: Prof. Dr. Thomas Brunner, Universität Konstanz)

Wie werden blutbildende Stammzellen im menschlichen Organismus vom regulatorischen Milieu der sie umgebenden Zellen kontrolliert? Diese übergreifende Frage – Mediziner sprechen von der „Stammzellnische" – steht im Mittelpunkt der Forschergruppe „The Hematopoietics Niches". Sie will die Biologie der Knochenmarknische im Detail aufklären und an den Standorten München, Freiburg, Dresden und Heidelberg deren Rolle für Gesundheit und Krankheit charakterisieren. Um die molekularen und zellulären Mechanismen zu untersuchen, werden grundlagenorientierte und klinisch ausgerichtete Arbeitsgruppen zusammenarbeiten. Diese werden genetische und molekulare Modelle sowie bildgebende Verfahren und Technologien kombinieren. Die Hoffnung ist, dass die Erkenntnisse langfristig für die Behandlung von Erkrankungen des Blutes genutzt werden können – und darüber hinaus auch das Verständnis anderer Stammzellen verbessern.
(Sprecher: PD Dr. Robert A. J. Oostendorp, TU München)

Wer kognitive Leistungen wie Wahrnehmung oder Kommunikation verstehen will, muss die Informationsflüsse im Gehirn kennen, die diesen zugrunde liegen – beginnend auf neuronaler und synaptischer Ebene bis zu übergreifenden Interaktionen zwischen Hirnarealen. Die Forschergruppe „Physiologische Grundlagen verteilter Informationsverarbeitung als Grundlage höherer Hirnleistungen nicht humaner Primaten" führt Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus Tübingen, Göttingen, Frankfurt und Marburg zusammen, um die Informationsaufnahme und deren Modulationen in definierten neuronalen Schaltkreisen zu studieren. Mithilfe moderner elektrophysiologischer Methoden versprechen sich die Forscherinnen und Forscher neue Einsichten in zentrale kognitive Fähigkeiten und Abläufe, die so an Menschen und Nagetieren nicht zu gewinnen wären. Dabei wollen die Projekte auch ethische Gesichtspunkte und Standards für das Experimentieren mit Primaten etablieren und transparent machen.
(Sprecher: Prof. Dr. Hans-Peter Thier, Universitätsklinikum Tübingen)

Mit einer der wichtigsten und wirkmächtigsten Kategorien der Ästhetik befasst sich die Forschergruppe „Geschichte und Theorie mimetischer Praktiken". Mimesis (Nachahmung) war von der Antike bis zur Gegenwart Gegenstand zahlreicher philosophischer, kunst- und kulturwissenschaftlicher Überlegungen. Forscherinnen und Forscher aus kultur- und medienwissenschaftlichen Disziplinen wollen nun einen neuen Blick auf die Praxis dieser produktiven Kulturtechnik werfen, die in ihren Prozessen nachgezeichnet und interpretiert werden soll. Dabei werden sehr unterschiedliche kulturelle Felder betreten und Zeugnisse herangezogen, um der Frage nachzugehen, wie im Lauf der Moderne sich aus einer ästhetisch-geschichtsphilosophischen Norm ein Konzept entwickelte, das auch gesellschaftliche und mediale Dimensionen hatte.
(Sprecher: Prof. Dr. Bernhard Siegert, Bauhaus-Universität Weimar)

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Weiterführende Informationen

Medienkontakt: Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2443, presse@dfg.de

Ausführliche Informationen erteilen auch die Sprecher der eingerichteten Gruppen.

Zu DFG-Forschergruppen und Klinischen Forschergruppen siehe auch: http://www.dfg.de/for/



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