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PUBLIC RELEASE DATE:
3-Apr-2014

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Deutsche Forschungsgemeinschaft

DFG richtet fünf neue Forschergruppen ein

Untersucht werden Themen von Faserverbundleichtbau über Personalentscheidungen bis zur metastatischen Krebsprogression / Rund elf Millionen Euro Fördermittel für drei Jahre

Diese Pressemitteilung ist verfügbar auf Englisch.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet fünf neue Forschergruppen ein. Dies beschloss der Senat der DFG in seiner März-Sitzung. Die Forschungsverbünde sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit bieten, sich aktuellen drängenden Fragen in ihren Fächern zu widmen und innovative Arbeitsrichtungen zu etablieren. Wie alle DFG-Forschergruppen werden die neuen Einrichtungen orts- und fächerübergreifend arbeiten. In der ersten Förderperiode erhalten sie über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt knapp elf Millionen Euro. Im Ganzen fördert die DFG damit 198 Forschergruppen.

Die neuen Forschergruppen im Einzelnen (in alphabetischer Reihenfolge ihrer Sprecherhochschulen)

Faserverstärkte Polymere, also lasttragende Faserstrukturen eingebettet in eine Kunststoffmatrix, eignen sich vor allem aufgrund ihrer herausragenden makroskopischen mechanischen Eigenschaften bei gleichzeitig geringem Gewicht besonders gut für die Herstellung von Hochleistungsverbundstoffen, die etwa im Leichtbau eingesetzt werden. Mithilfe von Nanotechnologie lassen sich die Druck- und Biegefestigkeit und andere Eigenschaften dieser Materialien noch weiter verbessern. Die dazu zugrunde liegenden Prozesse untersucht nun die neue Forschergruppe „Wirkprinzipien nanoskaliger Matrixadditive für den Faserverbundleichtbau", und zwar entlang der gesamten Prozesskette vom einzelnen Partikel bis hin zum Bauteil, ebenso experimentell wie mittels Simulation.
(Sprecher: Prof. Dr.-Ing. Michael Sinapius, Technische Universität Braunschweig)

Wie gelangen bestimmte Personen in gesellschaftliche Schlüsselpositionen? Und welches Konfliktpotenzial ist damit verbunden, etwa dadurch, dass die Folgen von Personalentscheidungen zu dem Zeitpunkt, an dem sie getroffen werden, oft nicht bekannt sein können. Im historischen Verlauf hat sich die Art und Weise, wie Personalentscheidungen gefällt werden, erheblich verändert. Bei näherem Hinsehen existiert jedoch eine begrenzte Zahl von Auswahlmechanismen (Zeugung/Geburt, Los, Wahl, Kooptation, Wettbewerb, Beauftragung), die in jeweils epochenspezifischer Weise kombiniert werden. Die Forschung hat Personalentscheidungen bislang zumeist nur einzeln analysiert, nicht aber die ihnen zugrunde liegenden Logiken und die Dynamiken ihrer Veränderung im historischen Überblick. Die Forschergruppe „Personalentscheidungen bei gesellschaftlichen Schlüsselpositionen" will jetzt genau diese Lücke schließen.
(Sprecher: Prof. Dr. Andreas Fahrmeir, Goethe-Universität Frankfurt)

Die neue Forschergruppe „Neurobiology of Affective Disorders: A Translational Perspective on Brain Structure and Function" widmet sich den affektiven Erkrankungen, also psychischen Störungen, die vor allem durch eine klinisch bedeutsame Veränderung der Stimmungslage gekennzeichnet sind. Zu diesen Erkrankungen zählen Majore Depression (MDD) und Bipolare Störung (BD), die beide hohe gesellschaftliche Kosten verursachen. In der Wissenschaft wird seit Längerem vermutet, dass bei diesen Krankheitsbildern sowohl genetische als auch umweltbedingte Ursachen eine Rolle spielen. Die Forschergruppe wird deshalb multiple Gene unter multiplen Umweltbedingungen untersuchen und versammelt dazu eine interdisziplinäre Expertise aus den Bereichen Medizin, Genetik, Biologie und Psychologie.
(Sprecher: Prof. Dr. Tilo Kircher, Philipps-Universität Marburg)

„Biogenesis of Thylakoid Membranes: Spatiotemporal Organization of Photosynthetic Protein Complex Assembly" lautet der Titel einer neuen Forschergruppe, die sich mit Thylakoiden befasst - Membransystemen in den Chloroplasten pflanzlicher Zellen oder in Bakterien, in denen die Lichtreaktion der Fotosynthese stattfindet. Thylakoide sind die komplexesten energiewandelnden Membranen überhaupt, und wissenschaftliche Erkenntnisse zu ihrer Struktur und Funktion gibt es viele - dennoch ist bislang kaum bekannt, wie sie gebildet werden. Diesen Prozess der Biogenese und das ihm zugrunde liegende schrittweise Zusammenspiel von Proteinen, Lipiden, Pigmenten und anorganischen Kofaktoren nehmen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der neuen Forschergruppe nun in den Blick.
(Sprecher: Prof. Dr. Jörg Nickelsen, Ludwig-Maximilians-Universität München)

Die Metastasenbildung während Krebserkrankungen stellt eines der Hauptprobleme der klinischen Onkologie dar. Fortschritte in der Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen wird es nur durch ein besseres Verständnis der zellulären Mechanismen der Metastasierung geben. Hierzu will die neue Forschergruppe „Selektion und Adaptation während der metastatischen Krebsprogression" beitragen, die ihr Hauptaugenmerk auf die frühe Dissemination legt, also die weiträumige Verteilung von Krankheitserscheinungen oder -erregern in einem Organsystem beziehungsweise die Metastasierung von Tumorzellen des Primärtumors. Ein Teilprojekt des neuen Verbunds ist am Weizmann-Institut in Israel angesiedelt.
(Sprecher: Prof. Dr. Christoph Klein, Universität Regensburg)

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Weiterführende Informationen

Medienkontakt: Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2443, presse@dfg.de">presse@dfg.de

Ausführliche Informationen erteilen auch die Sprecher der eingerichteten Gruppen.

Zu DFG-Forschergruppen und Klinischen Forschergruppen siehe auch: http://www.dfg.de/for/



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