[ Back to EurekAlert! ] PUBLIC RELEASE DATE: Sep-25-04
The Lancet

Einnahme von Imatinib zweimal täglich könnte Chancen für Patienten mit gastrointestinalen Krebserkrankungen verbessern

Ergebnisse einer randomisierten Studie lassen vermuten, dass eine tägliche Dosis von 400 Milligramm Imatininb pro Tag - bekannt als die Behandlung der Wahl bei gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) – ausreicht, um eine therapeutische Antwort zu induzieren; eine Verdopplung der täglichen Dosis kann das progressionsfreie Überleben der Patienten noch leicht verbessern.

Imatininb ist weltweit zur Behandlung von GIST zugelassen, Tumoren, die auf konventionelle Chemotherapie nicht ansprechen, und mit einer Häufigkeit von etwa 20 auf 100 000 Personen vorkommen. Jaap Verweij vom Erasmus University Medical Center in den Niederlanden und seine Kollegen von der European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC), der Italian Sarcoma Group (IRG) und der Australasian Gastrointestinal Trials Group (AGITG) untersuchten 946 Patienten mit metastatischen GIST, die zufällig in zwei Gruppen eingeteilt wurden und die Dosis von 400 Miligramm Imatinib ein- oder zweimal täglich erhielten.

50 Prozent der Patienten, die zwei Dosen Imatinib pro Tag erhielten, im Vergleich zu 56 Prozent, die nur eine Einmaldosis erhielten, waren nach ungefähr zwei Jahren noch am Leben und zeigten kein Fortschreiten der Erkrankung. Es gab keine Unterschiede bei der Anzahl der Patienten, die von Nebenwirkungen berichteten (99 Prozent); die optimale Zeit für einen therapeutischen Effekt nach Beginn der Behandlung unterschied sich bei den beiden Gruppen nicht. (etwa 4 Monate).

Dr. Verwij kommentiert: "Wenn das Ziel der Behandlung die Induktion einer Antwort darstellt, so scheint eine täglich Dosis von 400 Milligramm über vier bis sechs Monate ausreichend zu sein. Bei Patienten mit einer weit fortgeschrittenen metastatischen Erkrankung könnte die längere progressionsfreie Überlebenszeit nach zwei Dosen à 400 Milligramm täglich jedoch für dieses Behandlungsregime sprechen. Ob ein ähnliches Ergebnis auch mit weniger Nebeneffekten erreicht werden kann, indem die Reduktion in der Ausscheidung des Medikaments über die Zeit genutzt wird – zum Beispiel zu Beginn eine Dosis von 400 Milligramm pro Tag, dann eine schrittweise Erhöhung auf 400 Milligramm zweimal täglich – muss noch weiter klinisch untersucht werden."

In einem Begleitkomentar folgert Yoichi Kitamura von der Tokyo Women’s Medical University in Japan: "Obwohl erst vier Jahre seit dem Start der Imatinib-Behandlung von GIST vergangen sind, ermöglicht die weltweite Kooperation - wie in dieser EORTC-Studie -, gut organisierte Informationen innerhalb kurzer Zeit zu erhalten. Dieser Bereich entwickelt sich phänomenal, und wir halten täglich nach Fortschritten Ausschau."

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Quelle: Study investigators listed at end of report. Progression-free survival in gastrointestinal stromal tumours with high-dose imatinib: randomised trial . Lancet 2004; 364: 1127

http://www.thelancet.com


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