Skip to main content
PUBLIC RELEASE DATE: 10-Dec-2004

Ein weiterer Schritt zum Verständnis von Narkolepsie

Einen Schritt weiter beim Verstndnis der Narkolepsie scheinen Forscher gekommen zu sein, wie Ergebnisse einer prliminaren Studie vermuten lassen: Bei Personen mit einem bestimmten genetischen Profil liegt offenbar ein autoimmuner Prozess zu Grunde. Weitere diagnostische Tests von Personen mit diesem Profil sollten zu einer erheblichen Verbesserung der Behandlung dieser Erkrankung fhren.

Narkolepsie ist eine chronische Strung des Schlaf-Wach-Rhythmus, die durch exzessive Mdigkeit whrend des Tages auf Grund von Vernderungen der Hormonkonzentrationen und der Aktivitt des Nervensystems gekennzeichnet ist. Tom Gordon von der Flinders University in South Australia und seine Kollegen induzierten Narkolepsie-hnliche Symptome in den weichen Muskeln von Musen, indem sie Antikrper aus dem Blut von neun Personen injizierten, die nachgewiesenermaen an Narkolepsie erkrankt waren. Muse, denen Antikrper aus dem Blut von neun gesunden Personen einer Kontrollgruppe injiziert wurden, entwickelten solche Symptome nicht.

Professor Gordon kommentiert: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass der funktionelle Autoantikrper einen sensitiven und spezifischen Marker fr menschliche Narkolepsie darstellt und zu einer klinisch ntzlichen Methode zur Diagnose von Narkolepsie fhren knnte. ... Die Identifizierung des Zielantigens des Antikrpers und ein besseres Verstndnis seiner Langzeitwirkungen knnten neue Mglichkeiten zur Diagnose und dem Management dieser schwerwiegenden Erkrankung erffnen.

In einem Begleitkommentar folgert Merrill S. Wise vom Baylor College of Medicine in Houston in den USA: Wenn diese prliminaren Ergebnisse mit mehr Narkolepsie-Patienten und gut ausgewhlten gesunden und erkrankten Kontrollpersonen wiederholt werden, wird diese Studie ein aufregendes neues Kapitel in der Geschichte der Narkolepsie beginnen. Die Forscher knnten das fehlende Verbindungsstck identifiziert haben, das einen autoimmunen Vorgang mit einem selektiven Verlust von Hypocretin-Neuronen und so mit der Entwicklung von Narkolepsie verbindet. Eine klinisch ntzliche Methode knnte zu einer frheren Diagnose fhren und so die Wahrscheinlichkeit erhhen, dass Immunmodulatoren, Hypocretin-Agonisten oder eine prventive Strategie noch von Nutzen sind, bevor der Verlust von Hypocretin-Neuronen einen kritischen Schwellenwert berschreitet."

###

Quelle: Anthony J F Smith, Michael W Jackson, Petra Neufing, R D McEvoy, Tom P Gordon. A functional autoantibody in narcolepsy. Lancet 2004; 364: 2122

http://www.thelancet.com