[ Back to EurekAlert! ] PUBLIC RELEASE DATE: 11-09-04

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Weitere Hinweise widerlegen Zusammenhang zwischen MMR-Impfungen und Autismus

Eine britische Studie liefert weitere Hinweise darauf, dass die Masern-Mumpf-Röteln-Impfung nicht mit der Entwicklung von Autismus oder anderen tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (pervasive developmental disorders, PDDs) von Kindern assoziiert ist.

Öffentliche Bedenken, dass die MMR-Impfung Autismus verursachen könnte, verminderte die Impfungshäufigkeit bei Kindern unter zwei Jahren von etwa 92 Prozent in den Jahren 1995 und 1996 auf 82 Prozent im Zeitraum 2002 bis 2003. Die Forscher um Liam Smeeth von der London School of Hygiene and Tropical Medicine in Großbritannien führten eine „Fall-Kontroll-Studie“ durch, in der sie die Häufigkeit der MMR-Impfungen bei Kindern, die später Autismus oder andere PPDs (Fall-Gruppe) entwickelten, mit der von Kindern verglichen, die keine PPDs entwickelten (Kontroll-Gruppe).

Mit Hilfe der "UK General Practice Research Database" studierten die Forscher die Krankheitsberichte von 1294 Fällen und 4469 Kontrollen; die Kontrollen wurden nach Geburtsjahr, Geschlecht und gemäß der generellen Praxis angepasst. Das mittlere Alter bei der PPD-Diagnose lag bei 5,4 Jahren. 78 Prozent der Fälle (1010 Kinder) waren vor der PPD-Diagnose gegen MMR geimpft worden, verglichen mit 82 Prozent der Kontrollen (3671 Kinder); dieser Unterschied ist statistisch nicht signifikant. Die Ergebnisse waren ähnlich, wenn die Untersuchung auf Kinder beschränkt wurde, bei denen Autismus diagnostiziert worden war, auf Kinder, die vor ihrem dritten Geburtstag gegen MMR geimpft worden waren oder auf die Zeit, bevor die Hypothese über den Zusammenhang zwischen MMR und Autismus bekannt wurde.

Dr. Smeeth kommentiert: "Wir konnten keinen Hinweis darauf finden, dass eine MMR-Impfung das Risiko erhöht, an Autismus oder anderen PPDs zu erkranken. In ausführlichen Studien mit verschiedenen Modalitäten konnte keine signifikante Assoziation gefunden werden. Diese schweren Erkrankungen, über deren Ursachen wenig bekannt ist, und das fehlende Wissen an sich, könnten zur falschen Annahme beigetragen haben, MMR als Auslöser für Autismus zu vermuten. Die Erforschung der wirklichen Auslöser von Autismus ist dringend nötig."

Quelle: Liam Smeeth, Claire Cook, Eric Fombonne, Lisa Heavey, Laura C Rodrigues, Peter G Smith, Andrew J Hall. MMR vaccination and pervasive developmental disorders: a case-control study. Lancet 2004; 364: 963

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