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PUBLIC RELEASE DATE: 7-Jan-2005

Isolierung von MRSA-Patienten vermindert nicht die Infektionsrate auf Intensivstationen

Ergebnisse einer britischen Studie lassen vermuten, dass der weit verbreitete Ansatz der Isolierung von mit MRSA infizierten Intensiv-Patienten eine bertragung der Infektion nicht verhindert. Die Autoren der Studie warnen, dass dieses Ergebnis nicht auf normale Krankenstationen bertragen werden darf und auch weitere Besttigung aus greren Studien ntig ist.

Im Krankenhaus zugezogene Infektionen kosten den englischen National Health Service etwa 1 Milliarde Pfund pro Jahr. Ein Fnftel dieser Infektionen werden durch das Meticillin-resistente Bakterium Staphylococcus aureus (MRSA) verursacht, insbesondere auf Intensivstationen. Einzelzimmer oder Gruppenisolierung von mit MRSA infizierten Patienten ist eine gngige Manahme zur Reduktion der Verbreitung, doch der Vorteil gegenber anderen Infektionsschutz-Manahmen ist nicht bekannt.

Peter Wilson, Geoff Bellingan und ihre Kollegen von den University College London Hospitals and the Royal Free Hospital in Grobritannien fhrten eine prospektive Ein-Jahres-Studie auf den Intensivstationen dieser beiden Londoner Lehrkrankenhuser durch. Untersuchungen bei der Aufnahme und im wchentlichen Rhythmus sollten die Inzidenz der MRSA-Infektionen erfassen. In den mittleren sechs Monaten wurden MRSA-positive Patienten nicht in ein Einzelzimmer verlegt oder als infizierte Patientengruppe behandelt, auer es bestand das Risiko, dass sie auch andere ernsthafte Infektionen bertrugen. Standard-Vorsichtsmanahmen wurden stndig eingehalten, einschlielich der Aufforderung fr das Personal zu stndiger Handhygiene.

Die Charakteristika der Patienten, die Hufigkeit, mit der sich das Pesonal die Hnde wusch, sowie MRSA-Neuinfektionen waren im Zeitraum, in denen die Patienten verlegt wurden, hnlich wie in Zeiten, in denen das nicht geschah. Es gab keine Vernderungen bei der Transmission eines besonderen MRSA-Stammes oder bei der Infektionshufigkeit zwischen den beiden Behandungs-Phasen.

Dr. Wilson kommentiert: "Unsere Ergebnisse fechten die gngige Ansicht an, dass die Isolierung von Intensiv-Patienten mit MRSA in Einzelzimmern oder Kohorten die bertragung von MRSA reduziert, und zwar zustzlich zu und ber die Verwendung von Standard-Infektionsschutzmanahmen hinaus und das in einer Umgebung in der MRSA endemisch ist."

In einem Begleitkommentar heben Donald A. Goldmann vom Institute for Healthcare Improvement in Cambridge in den USA und Charles Huskins von der Mayo Clinic in Rochester in den USA hervor, dass Handhygiene und angemessene Verwendung von Handschuhen die wichtigsten Vorsichtsmanahmen zur Vermeidung von Kontaminationen der Hnde des Pflegepersonals sind der wichtigsten "bertrger" bei der Verbreitung von MRSA in Krankenhusern. Sie stellen fest, dass die Befolgung der Handhygiene bei den teilnehmenden Zentren dieser Studie nur bei 21 Prozent lag.

Dr. Goldmann stellt fest: "Die ffentlichkeit, besonders in Grobritannien, hat ihre Aufmerksamkeit dem 'Schmutz' in Krankenhuser zugewandt. Obwohl Ordnung und Reinlichkeit vermutlich Surrogate fr eine generelle Aufmerksamkeit fr Details in einer Organisation sind, werden organisatorische Programme wohl keinen substantiellen Einfluss auf die bertragungsraten von MRSA haben. Es gibt wichtigere Schritte, die nun ausgefhrt werden knnen. Gesundheitsorganisationen mssen nun verlsslichere Ausfhrung der basalen Verfahren zur Kontrolle einer Infektion erwarten, wie zum Beispiel die Handhygiene und die angemessene Benutzung von Handschuhen."

Er folgert: "Die meisten Institutionen tolerieren noch 'Fehl-' oder 'Ausfall'-Raten bei der Handhygiene von 40 Prozent oder mehr eine Ausma, das in einem anderen Gebiet als schockierend angesehen wrde. Um nur ein relativ bescheidenes Ma an Verlsslichkeit (Ausfallraten unter 10 Prozent) zu erreichen, sollte die Verfgbarkeit von wasserfreien Handdesinfektionsmitteln auf Alkoholbasis, Waschbecken, Handschuhen und Kitteln aus dem Blickwinkel der Ergonomie und Praktikabilitt betrachtet werden."

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Quelle: Jorge A Cepeda, Tony Whitehouse, Ben Cooper, Janeane Hails, Karen Jones, Felicia Kwaku, Lee Taylor, Samantha Hayman, Barry Cookson, Steve Shaw, Chris Kibbler, Mervyn Singer, Geoffrey Bellingan, A Peter R Wilson. Isolation of patients in single rooms or cohorts to reduce spread of MRSA in intensive-care units: prospective two-centre study. Lancet 2005; 365

http://www.thelancet.com