[ Back to EurekAlert! ] PUBLIC RELEASE DATE: 1-Oct-2004
The Lancet

Kürzere Chemotherapie besser für Kinder mit Wilms-Tumor

Ergebnisse einer europäischen Studie lassen vermuten, dass kürzere Chemotherapiezeiten für Kinder mit Wilms-Tumor genauso effektiv sind wie die konventionelle Behandlung, jedoch den Vorteil reduzierter Toxizität und geringerer Kosten für das Gesundheitssystem aufweisen.

Wilms-Tumor, eine Nierenkrebsform bei Jugendlichen unter 15 Jahren, betrifft etwa 5 aus 1 Million Menschen pro Jahr. Die momentane Behandlung für diese Erkrankung (bestehend aus Chemotherapie und operativer Tumorentfernung) ist sehr erfolgreich; es werden nun Versuche unternommen, die Toxizität und Belastung der Behandlung durch eine Verkürzung der Behandlungsdauer der postoperativen Chemotherapie ohne Verlust der Effektivität zu verringern.

Jan de Kraker vom Academic Medical Centre der University of Amsterdam und seine Kollegen von der International Society of Paediatric Oncology untersuchten 410 Kinder im Alter zwischen 6 Monaten und 18 Jahren, die zufällig in zwei Gruppen eingeteilt und nach einer präoperativen Chemotherapie und der operativen Entfernung des Nierentumors entweder 4 oder 18 Wochen mit Chemotherapie behandelt wurden.

Nach zwei Jahren zeigte sich kein statistischer Unterschied im Hinblick auf ein Wiederaufflammen der Krankheit zwischen den beiden Gruppen (18 Rückfälle in der nach der Standardtherapie behandelten Gruppe und 22 in der Gruppe mit vierwöchiger Chemotherapie). Auch bezüglich der Zwei-Jahres-Überlebensrate zeigte sich kein Unterschied, sie lag bei beiden Gruppen bei etwa 90 Prozent.

Dr. de Kraker kommentiert: "Eine Verkürzung der Chemotherapie-Dauer könnte akute und späte Nebeneffekte und die Unannehmlichkeiten für Patienten und Eltern reduzieren, während die Wirkung erhalten bleibt. Sie würde sich auch positiv auf die Kosten auswirken.“

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Quelle: A Jindani, A J Nunn, D A Enarson. Two 8-month regimens of chemotherapy for treatment of newly diagnosed pulmonary tuberculosis: international multicentre randomised trial. Lancet 2004; 364: 1229

http://www.thelancet.com


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