Peter Salama von USAID in Washington kommentiert: "Die internationale Gemeinschaft hat im letzten Jahrzehnt große Fortschritte darin gemacht, wie sie auf durch komplexe Katastrophenereignisse entstehende Bedürfnisse an medizinischer und Nahrungsmittelversorgung reagiert. Die medizinische Versorgung bei Krankheiten mit akutem epidemischen Potenzial hat sich insbesondere in Camps verbessert. Bessere Behandlungsvorschriften und Produkte haben die Sterblichkeit unterernährter Kinder deutlich gesenkt. Nun muss sich der Blick wieder auf hauptsächliche Todesursachen in Konfliktregionen richten - außerhalb von Camps und oft über politische Grenzen hinweg. Hier geht es insbesondere um akute Atemwegserkrankungen, Durchfall, Malaria, Masern, neonatale Störungen und Unterernährung. In den Notfallgebieten Afrikas südlich der Sahara, besonders Südafrikas, trägt auch HIV/AIDS entscheidend zu Morbidität und Mortalität bei. Eine engere Zusammenarbeit, größere Verantwortlichkeit und bessere strategische Positionierung von Nichtregierungsorganisationen und UN-Agenturen sind entscheidend, um die Krankheitsziffer und Sterblichkeit von Müttern und Kindern in Katastrophengebieten zu senken und so die Ziele des Millennium Development Goal der Vereinten Nationen zu erreichen."
Quelle: Peter Salama, Paul Spiegel, Leisel Talley, Ronald Waldman. Lessons learned from complex emergencies over past decade. Lancet 2004; 364: 1801