Studienleiter Shami Qazi von der WHO kommentiert: "Unsere Erkenntisse haben potenziell mehrere wichtige positive Einflüsse auf die Strategie des Gesundheitswesens. Orales Amoxicillin wird das Risiko von injektionsassoziierten Komplikationen, wie zum Beispiel Infektionen, verringern; die Notwendigkeit zu medizinischen Konsultationen oder Krankenhauseinweisungen reduzieren; Behandlungskosten und auch die Aufwendungen der Familie für Transport, Nahrung sowie den Verlust an Einkommen senken."
In einem Begleitartikel kommentiert Keith P. Klugman von der Emory University in Atlanta, USA: "Die Forscher betonen die Vorteile, die sich aus den Beobachtungen ableiten lassen, wie die Reduktion des Risikos bei der Verwendung von Injektionsnadeln, die Verringerung der Kosten für das Gesundtheitssystem und für die Familie der Patienten. Darüber hinaus wird von den Forschern behauptet, dass eine reduzierte Notwendigkeit für die Einweisung der Kinder mit schwerer Pneumonie ins Krankenhaus erreicht werden kann. Ein Beleg für diese Aussage ist allerdings weniger klar. Alle Kinder, die in die Studie eingeschlossen wurden, kamen zunächst ins Krankenhaus. In Folge dessen erhielten sie vermutlich auch Vorteile einer intensiveren medizinischen Pflege, mehr Nahrung und unterstützende Sauerstoff-Therapie... Nichtsdestotrotz unterstützt diese Studie die Idee für weitergehende Arbeiten, um die Sicherheit und Effektivität oraler Antibiotika für die Behandlung von schweren Pneumonien in ambulanter Form zu belegen, vermutlich in Verbindung mit verbessertem Zugang zu Nahrung und Sauerstoff-Therapie."
Quelle: Emmanuel Addo-Yobo, Noel Chisaka, Mumtaz Hassan, Patricia Hibberd, Juan M Lozano, Prakash Jeena, William B MacLeod, Irene Maulen, Archana Patel, Shamim Qazi, Donald M Thea, Ngoc Tuong Vy Nguyen for the Amoxicillin Penicillin Pneumonia International Study (APPIS) group. Oral amoxicillin versus injectable penicillin for severe pneumonia in children aged 3 to 59 months: a randomised multicentre equivalency study . Lancet 2004; 364: 1141