[ Back to EurekAlert! ] PUBLIC RELEASE DATE: 12-Mar-2005
The Lancet

Rasagilin hilft Parkinson- Patienten im fortgeschrittenen Stadium

Eine tägliche Dosis des Zusatzmedikaments Rasagilin kann bei Parkinson-Patienten, die bereits mit Levodopa behandelt werden, ihre motorischen Funktionen verbessern.

Die meisten Patienten mit nachgewiesener Parkinson-Erkrankung unter Langzeit-Behandlung mit Levodopa erleiden motorische Ausfälle, die sich über Phasen mit wenig oder völlig abwesender motorischer Antwort auf ihre Medikation bemerkbar machen, so genannte OFF-Zeiten. Diese Phasen können mit Zeitabschnitten wechseln, die sich durch eine deutlich verbesserte motorische Funktion auszeichnen (ON-Zeiten). Verschiedene Medikamente (Pergolid, Pramipexol, Ropinirol, Entacapon und Tolcapon) konnten bei Kombinationstherapie mit Levodopa diese Fluktuationen effektiv, allerdings nur in begrenztem Maße einschränken. Die Patienten hatten immer noch signifikante OFF-Zeiträume und dies bei einem deutlich komplizierteren Behandlungsschema. Erste Daten zeigen, dass die zusätzliche Verabreichung von Rasagilin die Behandlung fortgeschrittener Parkinson-Patienten verbessern könnte.

Olivier Rascol vom University Hospital in Toulouse in Frankreich und seine Kollegen schlossen 687 Patienten aus 74 Krankenhäusern und Zentren in Israel, Argentinien und Europa in die Studie ein. 231 Individuen erhielten ein Milligramm oral Rasagilin täglich, 227 Patienten zusätzlich Entacapon (200 Milligramm gleichzeitig mit jeder Levodopa-Dosis) und 229 zusätzlich ein Placebo. Sowohl Rasagilin als auch Entacapon reduzierten die mittleren täglichen OFF-Zeiten (bis zu 1.18 Stunden bei Rasagilin und bis zu 1.2 Stunden bei Entacapon) im Vergleich zum Placebo. Das Sicherheitsprofil von Rasagilin war ähnlich dem des Placebos und die tägliche Medikation leicht zu verabreichen. Das Medikament wurde in der Gruppe der über 70-Jährigen gut vertragen.

Professor Rascol erklärt: "Diese Studie zeigte, dass Rasagilin ein wirksames, sicheres und einfach zu verabreichendes Medikament zur Behandlung bei Parkinson-Erkrankungen ist, wenn es in Kombination mit Levodopa verabreicht wird. Rasagilin erreichte die beiden Hauptziele nach Levodopa – weniger Einschränkungen und schwächere motorische Fluktuationen. Diese Eigenschaften machen aus dem Medikament einen hoffnungsvollen neuen Kandidaten zur Behandlung des Parkinson–Syndroms."

In einem Begleitkommentar erklärt Carl Clarke vom City Hospital und der University of Birmingham in Großbritannien: "Wie Rascol und Kollegen beschreiben, wird Rasagilin als einzelne orale Dosis täglich eingenommen. Es muss nicht titriert werden und ist daher sowohl für Patient als auch für den Arzt leichter anzuwenden als die meisten anderen Zusatz-Therapien."

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Quelle: O Rascol, D J Brooks, E Melamed, W Oertel, W Poewe, F Stocchi, E Tolosa, for the LARGO study group*. Rasagiline as an adjunct to levodopa in patients with Parkinson's disease and motor fluctuations (LARGO, Lasting effect in Adjunct therapy with Rasagiline Given Once daily, study): a randomised, double blind, parallel-group trial. Lancet 2005; 365: 947

http://www.thelancet.com


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