[ Back to EurekAlert! ] PUBLIC RELEASE DATE: 5-Nov-2004
The Lancet

Studie lässt Zweifel an gängigen Beta-Blockern aufkommen

Ergebnisse einer aktuellen Studie lassen vermuten, dass Atenolol – einer der am häufigsten verschriebenen Beta-Blocker zur Blutdrucksenkung – Herzinfarkte oder Todesfälle auf Grund kardiovaskulärer Erkrankungen offenbar nicht effektiv vermindert.

Atenolol ist einer der am häufigsten verschriebenen Beta-Blocker in der Klinik und wurde schon oft als Referenz-Medikament in randomisierten kontrollierten klinischen Studien zu hohem Blutdruck verwendet. Bedenken, dass Atenolol nicht das beste Referenz-Medikament zum Vergleich mit anderen antihypertensiven Medikamenten sein könnte, brachten die Forscher um Bo Carlberg vom Umea University Hospital in Schweden dazu, den Einfluss von Atenolol auf kardiovaskuläre Erkrankungen und Todesfälle bei Patienten mit hohem Blutdruck systematisch zu untersuchen.

Die Forscher spürten vier Studien auf, die Atenolol mit einer Plazebo- oder keiner Behandlung verglichen, und fünf Studien, die Atenolol mit anderen antihypertensiven Medikamenten verglichen.

Atenolol zeigte keine bessere Wirkung als ein Plazebo im Hinblick auf Todesfälle auf Grund verschiedener Ursachen, kardiovaskulärer Ursachen oder die Häufigkeit für Herzinfarkte; als einziger positiver Effekt war ein Trend bei der Verringerung von Schlaganfällen festzustellen. Atenolol erhöhte die Sterblichkeit im Vergleich mit anderen hypertensiven Medikamenten leicht, außerdem zeigte es einen Trend hin zu häufigeren kardivaskulär verursachten Todesfällen und einem erhöhten Schlaganfallrisiko.

Co-Autor Lars H. Lindholm kommentiert: "Wir haben einige Zweifel bezüglich der Eignung von Atenolol als primäres antihypertensives Medikament und als Referenzarznei bei Phase-III-Studien zur Hypertension.“

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Quelle: Bo Carlberg, Ola Samuelsson, Lars Hjalmar Lindholm. Atenolol in hypertension: is it a wise choice?. Lancet 2004; 364: 1684

http://www.thelancet.com


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