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PUBLIC RELEASE DATE: 15-Jan-2005

The Lancet schlägt Gründung eines Weltinstituts zur Risikobewertung vor

Ein Kommentar schlgt die Bildung einer neuen Organisation vor, die sich mit der Bewertung und Priorisierung aller groen globalen Bedrohungen des menschlichen berlebens beschftigen soll.

Nachdem fhrende Politiker der Welt letzte Woche in Jakarta den Vorschlag eines Frhwarnsystems fr Erdbeben im Indischen Ozean untersttzten, erffnet sich eine einzigartige Gelegenheit zur Bildung einer breiter angelegten Institution zur Bestimmung von Risiken fr die Menschheit.

Die Gewinnung eines umfassenderen berblicks ber die Risiken, welche die Weltbevlkerung bedrohen - seien sie kologischer, konomischer, geopolitischer oder sozial-ethischer Natur - wird es Regierungen erlauben, nationale und internationale Richtlinien zu erstellen. Momentan gibt es jedoch keine Institution, die einen solchen Ansatz umsetzen knnte.

Die Vereinten Nationen haben keine einzige adquate Agentur, die sich mit der weltweiten Risikoabschtzung beschftigt. Die Weltbank, der International Monetary Fund, die G8, und die Welthandelsorganisation sind alle nicht geeignet fr eine solche unvoreingenommene Analyse globaler Bedrohungen.

Unabhngige Instiutionen wrden vermutlich neutralere Formen der Risikoeinschtzung anbieten, jedoch immer noch die Herausforderungen aus ihrer eigenen Perspektive betrachten und so Lsungen vorschlagen, die durch ihre eigenen Ideologien beeinflusst sind.

Richard Horton, Chefredakteur von The Lancet, kommentiert: "Die Macht unabhngiger technischer Daten wird immer wieder unterschtzt. Gebraucht wird ein Weltinstitut zur Risikoabschtzung, ein 'World Institute for Risk Evaluation' - WIRE. Dieses neue Institut wre eine unabhngige, auf Forschung basierende Agentur mit der Aufgabe, weltweite Risiken zu untersuchen und abzuschtzen. Es wrden systematisch Daten erhoben und berarbeitet, Risiken wrden quantifiziert und priorisiert, und Notflle wrden prospektiv bearbeitet werden anstatt nur retrospektiv beantwortet. Die Arbeit von WIRE wrde in offenen Foren stattfinden. Die Ratgeber der Agentur sollten aus einer breiten Palette von Disziplinen kommen."

"WIRE wrde nicht das knnte es gar nicht ber konomische Vorteile, politische Mglichkeiten oder ffentliche Akzeptanz der Strategien zur Risikoreduktion urteilen. WIRE wre eher ein weltweiter Risiko-Monitor als ein Regulator. Die Regulation bliebe die Aufgabe der gewhlten Regierungen. WIRE knnte jedoch einen berblick ber bekannte Daten zu einem bestimmten Risiko bieten, zu den wahrscheinlichen Ausmaen eines solchen Risikos, der Genauigkeit einer solchen Schtzung, den Gebieten mit Unklarheiten, die gelst werden sollten, und Daten zu Manahmen, welche die Auswirkungen eines solchen Risikos limitieren knnten. WIRE wrde die globale Agenda auf die Bedrohungen des menschlichen Lebens aufmerksam machen. Es wrde Daten sammeln und seine Schlussfolgerungen ffentlich zugnglich machen."

Der Weltreport (ab Seite 203) beschreibt Erfahrungen aus erster Hand von rzten und Angestellten im Gesundheitswesen, die in Gegenden arbeiten, die von den Tsunamis im Indischen Ozean betroffen sind.

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Quelle: Richard Horton. Threats to human survival: a WIRE to warn the world. Lancet 2005; 365: 191

http://www.thelancet.com