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PUBLIC RELEASE DATE: 22-Oct-2004

Thrombosen durch Einsetzen von Medikamente freisetzenden Stents?

Die Autoren einer aktuellen Studie betonen, dass die Verwendung Medikamente freisetzender Stents (drug-eluting stents, DES) mit dem Risiko einer darauf folgenden Thrombose verbunden sein kann, sofern die Einbringung des Stents bei gleichzeitiger Unterbrechung der Thrombozytenaggregationshemmung erfolgt.

Bei mehr als 1,5 Millionen Personen jhrlich wird ein Stent implantiert, um den Blutfluss in den Koronararterien zu verbessern. Eine letztens publizierte Meta-Analyse von elf Studien (siehe Lancet 2004; 364: 583-91) lsst vermuten, dass DES-Stents, die mit zunehmender Hufigkeit bei der koronaren Angioplastie eingesetzt werden, gegenber einfachen Metall-Stents (bare-metal stents, BMS) Vorteile aufweisen, da sie die Notwendigkeit fr eine sptere Revaskularisierung und auch das Risiko fr koronare Komplikationen reduzieren.

Patrick W. Serruys vom Erasmus Medical Center in den Niederlanden und seine Kollegen berichten nun aber ber vier Flle von angiographisch besttigten Thrombosen im Bereich des Stents, die ungefhr ein Jahr nach der elektiven Implantation der Polymer basierten Paritaxel oder Sirolimus freisetzenden Stents auftraten. Alle vier Flle resultierten in einem Myokardinfarkt und waren zeitlich assoziiert mit einer Unterbrechung der Thrombozytenaggregationhemmung.

Professor Serruys kommentiert: "Wir berichten ber diese Flle, um Aufmerksamkeit auf dieses Problem mit weit reichenden klinischen Auswirkungen zu lenken, die bis jetzt vernachlssigt worden sein knnten. Wir empfehlen, dass das potenzielle Risiko eines Stent-Verschlusses bei der Unterbrechung der Thrombozytenaggregationshemmung bei Patienten mit DES-Implantaten abgewogen werden sollte. Die hufige Verwendung der Medikamente freisetzenden Stents macht eine Langzeitbeobachtung von Patienten mit solchen Stents notwendig, um die tatschliche Rate der spten Thrombosen einstufen zu knnen."

In einem Begleitkommentar folgert Mark J. Eisenberg (Jewish General Hospital/McGill University, Montreal, Kanada): ... Medikamente freisetzende Stents sind so neu, dass viele Mediziner sich der Notwendigkeit einer verlngerten und kontinuierlichen Thrombozytenaggregationshemmung nicht bewusst sind. Aus diesem Grund sollten Patienten und rzte fr die Gefahr einer mglichen spten Stent-Thrombose bei Unterbrechung der Thrombozytenaggregationshemmung sensibilisiert werden. Die Fallstudien von McFadden und Kollegen legen nachdrcklich und berzeugend dar, dass die Stent-Thrombose viele Monate nach einer Implantation von Medikamente freisetzenden Stents auftreten kann, sofern eine verlngerte und kontinuierliche Thrombozytenaggregationshemmung nicht aufrecht erhalten wird."

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Quelle: Eugne P McFadden, Eugenio Stabile, Evelyn Regar, Edouard Cheneau, Andrew T L Ong, Timothy Kinnaird, William O Suddath, Neil J Weissman, Rebecca Torguson, Kenneth M Kent, August D Pichard, Lowell F Satler, Ron Waksman, Patrick W Serruys. Late thrombosis in drug-eluting coronary stents after discontinuation of antiplatelet therapy. Lancet 2004; 364: 1519

http://www.thelancet.com