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PUBLIC RELEASE DATE: 16-Oct-2004

Unzurechnungsfähigkeit unter stationären Patienten stärker verbreitet als Ärzte realisieren

rzte, die auf Krankenstationen mit schwerkranken oder vornehmlich lteren Patienten arbeiten, mssen sich strker bewusst werden, dass Unzurechnungsfhigkeit - und somit die Unfhigkeit eine Einwilligung zu Behandlungen zu geben - bei ihren Patienten ein potenziell weit verbreitetes Problem darstellt.

Obwohl die Unzurechnungsfhigkeit von Patienten in der klinischen Praxis immer wichtiger wird, gibt es nur wenige Informationen ber ihre Hufigkeit bei stationren Patienten. Matthew Hotopf vom Institute of Psychiatry in London und seine Kollegen schtzten die Hufigkeit von Unzurechnungsfhigkeit bei akut eingelieferten stationren Patienten. Sie bestimmten auch die Hufigkeit, mit der medizinische Teams das Fehlen der Zurechnungsfhigkeit bemerkten und versuchten mit Unzurechnungsfhigkeit einhergehende Faktoren zu identifizieren.

Etwa 300 akut kranke Patienten wurden in die Studie eingeschlossen. Die Forscher verwendeten unterschiedliche Untersuchungen, um Zurechnungsfhigkeit der Patienten zu klren - die Fhigkeit, sinnvolle Urteile ber Behandlungen abzugeben - und Personen mit kognitiven Einschrnkungen zu identifizieren. 159 Patienten wurden fr die Studie befragt, von denen 31 Prozent laut den Forschern mental nicht vollstndig zurechnungsfhig waren; die Erkennung der Unzurechnungsfhigkeit durch das klinische Personal lag jedoch niedrig: Nur ein Viertel der von den Forschern als unzurechnungsfhig identifizierten Patienten wurden auch von den rzten so eingestuft. Zunehmendes Alter und kognitive Schwchen waren die Hauptfaktoren im Zusammenhang mit Unzurechungsfhigkeit.

Professor Hotopf kommentiert: "Ein substantieller Anteil stationrer Patienten in jedem Krankenhaus hat nicht die Fhigkeit, sinnvolle Behandlungs-Entscheidungen zu treffen; diese Situation wird nur von wenigen Arzten erkannt. Wenn ein Ansatz zur Lsung dieses Problems auf dem Gesetzesweg zu ungeschickt angegangen wird zum Beispiel wenn Patienten genauer identifiziert und geschtzt werden mssen , dann wrden Personen, fr die ein solches Gesetz zutrifft, eher geschdigt werden. Die passive Duldung solcher Patienten als Zustimmung zu werten, wre jedoch gefhrlich, wenn wichtige und irreversible Entscheidungen getroffen werden mssen. Bevor solche Entscheidungen getroffen werden, sollte der Arzt die Mglichkeit bedenken, dass der Patient keine bewusste Zustimmung geben kann."

In einem Begleitkommentar erklrt Jason Karlawish vom Institute on Ageing in Philadelphia: Der kritische Punkt ist, wie wir diese Daten nutzen, um die Entscheidungsfreihet zu regeln, besonders bei lteren Personen mit leichten kognitiven Einschrnkungen. Daten zur Beantwortung der folgenden Fragen sind noch nicht vorhanden, werden jedoch dringend bentigt: Auf Grund welcher Information erfolgt die Einteilung, wie werden diese Informationen verwendet, und was sind die Konsequenzen unterschiedlicher Einstufungen? Sind sich Experten, Familien und rzte noch immer uneinig bezglich des mentalen Fhigkeiten, auch noch mit denselben Informationen und Entscheidungsfragen? Was sind die ethischen, legalen und klinischen Konsequenzen dieser Uneinigkeiten? Wie beeinflussen Fehler von rzten und Familien bei der Erkennung mentaler Einschrnkungen bei der Entscheidungsfindung die Qualitt, die Einhaltung und Wirkung der Pflege?"

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Quelle: Vanessa Raymont, William Bingley, Alec Buchanan, Anthony S David, Peter Hayward, Simon Wessely, Matthew Hotopf . Prevalence of mental incapacity in medical inpatients and associated risk factors: cross-sectional study. Lancet 2004; 364: 1421

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