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PUBLIC RELEASE DATE: 9-Oct-2004

Weitverbreitete Behandlung von Kopfverletzungen schädlich

Die Verwendung anti-inflammatorischer Medikamente zur Behandlung von Patienten mit schweren Kopfverletzungen in den letzten 30 Jahren eine weltweit gngige Praxis ist gefhrlich und mit einer 20-prozentigen Erhhung der Todesflle innerhalb von zwei Wochen nach der Einweisung in ein Krankenhaus assoziiert, so folgern die Autoren einer internationalen Studie.

Etwa drei Millionen Menschen weltweit sterben jedes Jahr an einem Trauma, viele noch nach dem Eintreffen ins Krankenhaus. Die Ergebnisse einer 1997 verffentlichten systematischen Datenanalyse lieen vermuten, dass diese Medikamente das Todesrisiko um ein paar Prozent reduzierten; bisherige Studien waren jedoch zu klein, um eine klare Antwort zu geben. Die CRASH-Studie (corticosteroid randomisation after significant head injury) eine internationale multizentrische Kollaboration zielte darauf ab, durch die Rekrutierung von 20 000 Patienten einen solchen Effekt zu besttigen oder zu widerlegen. Im Mai 2004 gab das berwachungs-Komitee dem Lenkungsausschuss die entblindeten Ergebnisse bekannt, die zu einer Einstellung der Studie fhrten. 10 008 Erwachsene (aus 239 Krankenhusern in 49 Lndern) mit Kopfverletzungen wurden zufllig fr 48 Stunden nach Einweisung auf die Intensivstation eines Krankenhauses mit Corticosteroiden (Methylprednisolon) oder einem Placebo behandelt. Die Patienten, die mit Corticosteroiden behandelt wurden, zeigten eine hhere Todesrate im Zwei-Wochen-Zeitraum (21 Prozent der Patienten) als die mit Placebo behandelten (18 Prozent der Patienten). Die Daten einer Nachuntersuchung nach sechs Monaten werden in einer Folgeverffentlichung prsentiert werden.

Der klinische Koordinator der Studie, Professor Ian Roberts von der London School of Hygiene and Tropical Medicine in Grobritannien kommentiert: "Unsere frhen Ergebnisse zeigen, dass Corticosteroide nicht routinemig zur Behandlung von Kopfverletzungen eingesetzt werden sollten, egal wie schwer diese sind. Die CRASH-Studie sollte viele tausende Patienten vor einem erhhten Todesrisiko im Zusammenhang mit diesen Medikamenten schtzen, da sie einen positiven Effekt von Corticosteroiden auf die Sterblichkeitsrate bei Kopfverletzungen klar ausschliet... Der Effekt einer Corticosteroid-Behandlung auf das Ausma an Behinderungen sechs Monate nach der Verletzung wird verffentlicht werden, sobald diese Daten vorhanden sind. Viele andere Behandlungen, deren Effektivitt nicht bewiesen ist, sind bei Kopfverletzungen weit verbreitet und weitere groe randomisierte Studien werden bentigt. Die CRASH-Studie hat gezeigt, dass es mglich ist, viele Trauma-Patienten in Notfllen in klinische Studien einzuschlieen."

In einem Begleitkommentar folgert Stefan Sauerland von der Universitt Kln: "CRASH erschttert unsere pathophysiologische Auffassung davon, was nach einer traumatischen Gehirnverletzung zuallererst wichtig ist. Die Funktion inflammatorischer Mediatoren und die angenommenen Effekte, wenn ihre Ausschttung blockiert wird, mssen nun detaillierter untersucht werden. Andere Mechanismen, die zu einem erhhten intracranialen Druck fhren, mssen ebenfalls untersucht werden. Die Hauptaussage von CRASH ist jedoch, dass die Anwendung von Medikamenten, deren Wirkung nicht bewiesen ist, einem Blindflug gleicht. Wir sollten in Zukunft vermeiden, klinischen Studien mit nicht ausreichender Fallzahl und mit Ersatz-Readouts anstelle klinischer Parameter zu glauben, und wir sollten nicht Ergebnisse von einer Krankheit auf die andere bertragen."

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Quelle: CRASH trial collaborators . Effect of intravenous corticosteroids on death within 14 days in 10 008 adults with clinically significant head injury (MRC CRASH trial): randomised placebo-controlled trial . Lancet 2004; 364: 1321

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