[ Back to EurekAlert! ] PUBLIC RELEASE DATE: 3-Dec-2004
The Lancet

Zweckgebundene Gelder für arme Haushalte führen zu verbesserter Gesundheit von Müttern und Kindern

Ergebnisse einer Studie aus Honduras zeigen, dass eine direkte Bar-Auszahlung an arme Familien durch die Regierung die Annahme von Hilfe durch die Gesundheitsdienste vor der Geburt und für Kinder verbessert.

Die Verstärkung effektiver präventiver Maßnahmen für die Gesundheit von Mutter und Kind wird in Entwicklungsländern oft durch fehlende Nachfrage nach Leistungen der Gesundheitsdienste von Seiten der Bevölkerung eingeschränkt. In Lateinamerika versuchten einige Regierungen, die Nachfrage nach Gesundheitsinterventionen zu verstärken, indem sie armen Haushalten direkt Geld auszahlten, solange diese präventive Gesundheitsmaßnahmen in Anspruch nahmen; es gab bis jetzt jedoch nur wenig Hinweise darauf, dass solche Zahlungen die Akzeptanz dieser Dienste verbesserten.

Saul Morris (jetzt am UK Department for International Development) und seine Kollegen untersuchten Haushalte aus 70 Verwaltungsbezirken in Honduras mit den höchsten Raten an Unterernährung. Etwa 5600 Haushalte wurden zufällig einer von vier Gruppen zugewiesen: Geld an die Haushalte, Unterstützung der lokalen Gesundheitsteams kombiniert mit einer Gemeinde basierten Ernährungs-Intervention, beide Pakete oder keines von beiden.

Die Teilnehmer wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren überwacht, um Veränderungen in der Nutzung der Gesundheitsdienste zu beobachten. Eingriffe auf der Ebene der Haushalte zeigten starke Auswirkungen (15-20 Prozent Erhöhung) auf die Durchführung der Geburtsvorsorge und Routineuntersuchungen zur Gesundheit der Kinder. Impfungen bei Kindern konnten daher günstiger durchgeführt werden, und die Überwachung des Wachstums war deutlich verbessert. Ein Transfer der Ressourcen zu lokalen Gesundheits-Teams konnte nicht regelgerecht realisiert werden, da rechtliche Komplikationen auftraten.

Dr Morris kommentiert: "Unsere Daten zeigen, dass direkte Zahlungen an die Haushalte die Nutzung der präventiven Gesundheits-Maßnahmen und deren Umfang steigert. Wenn diese Tatsache zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes führen soll, ist es notwendig, dass hochqualitative präventive Gesundheitsvorsorge angeboten wird. "

In einem Begleitkommentar folgert Duff Gillespie von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in den USA: “Ein zweckgebundener Geldtransfer ist kein Allheilmittel. Arme Menschen werden wahrscheinlich keine schlechten präventiven Gesundheitsdienste nutzen, auch wenn sie dafür bezahlt werden. Wie die anderen lateinamerikanischen Programme verwendet das Honduras-Programm einen zweigeteilten Ansatz, indem es die Gesundheits-Infrastruktur verbessert, also die Versorgungsseite, und gleichzeitig die Nachfrage durch zweckgebundene Gelder erhöht. Finanzielle Anreize können Gesundheitssysteme ankurbeln und ihre Produktivität signifikant erhöhen.“

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Quelle: Saul S Morris, Rafael Flores, Pedro Olinto, Juan Manuel Medina. Monetary incentives in primary health care and effects on use and coverage of preventive health care interventions in rural Honduras: cluster randomised trial. Lancet 2004; 364: 2030

http://www.thelancet.com


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