[ Back to EurekAlert! ] PUBLIC RELEASE DATE: 15-Jan-2005
The Lancet

Zahl der Erwachsenen mit zu hohem Blutdruck soll bis 2025 stark ansteigen

Einer Studie zufolge wird der Anteil der erwachsenen Weltbevölkerung mit zu hohem Blutdruck bis 2025 von einem Viertel auf ein Drittel ansteigen. Insgesamt werden dann über eine Milliarde Menschen betroffen sein.

Hoher Blutdruck ist der Hauptrisikofaktor für Mortalität und erhöht das Risiko für kardiovaskuläre und Nierenerkrankungen. Die Häufigkeit von hohem Blutdruck in verschiedenen Regionen der Welt wurde schon früher beschrieben; dies ist jedoch die erste Studie, die eine weltweite Abschätzung ermöglicht.

Genaue Schätzungen der weltweiten Häufigkeit dieser Problematik sind eine essenzielle Basisinformation zur Planung einer Gesundheitsvorsorge. Die Erhebung der weltweiten Verteilung von Bluthochdruck-Patienten wird es dem Gesundheitswesen und den Politikern ermöglichen, dem Problem eine angemessene Priorität sowie Ressourcen und Maßnahmen zur Prävention und Behandlung zuzuweisen.

Die Forscher um Jaing He von der Tulane University School of Public Health and Tropical Medicine in Los Angeles analysierten Daten aus dreißig populationsbezogene Studien, die zwischen dem 1. Januar 1980 und dem 31. Dezember 2002 veröffentlicht wurden und über 700 000 Personen aus verschiedenen Regionen der Welt einschlossen. Die Forscher fanden heraus, dass die Gesamtzahl der Erwachsenen mit hohem Blutdruck im Jahre 2000 bei 972 Millionen lag, 333 Millionen in Industrie- und 639 Millionen in Entwicklungsländern. Sie schätzen, dass die Zahl der Erwachsenen mit hohem Blutdruck bis zum Jahre 2025 um 60 Prozent auf eine Gesamtzahl von 1,56 Milliarden steigt.

Die zunehmende Häufigkeit von hohem Blutdruck ist vor allem auf eine Erhöhung der Zahl der Fälle in Entwicklungsländern zurückzuführen. Die Häufigkeit von zu hohem Blutdruck wird vermutlich in Industrieländern um 24 Prozent und in Entwicklungsländern um 80 Prozent steigen. Auf Basis dieser Schätzungen werden im Jahr 2025 drei Viertel der betroffenen Weltbevölkerung in Entwicklungsländern leben.

Dr. He kommentiert: "Die weltweite Häufigkeit von zu hohem Blutdruck unterstützt Vorhersagen einer weltweiten Epidemie kardiovaskulärer Erkrankungen. Während des letzten Jahrhunderts hat sich diese Erkrankung von einer seltenen Todes- und Krankheitsursache zu einer der häufigsten Ursachen der weltweiten Krankheitsbelastung entwickelt. Kardiovaskuläre Erkrankungen sind nun für 30 Prozent aller Todesfälle weltweit verantwortlich. "

"Hoher Blutdruck stellt einen wichtigen Gesundheitsaspekt dar, nicht nur auf Grund seiner Häufigkeit, sondern auch weil er ein beeinflussbarer Haupt-Risikofaktor für kardiovaskuläre und Nierenerkrankungen ist. Zu den wirksamen Gegenmaßnahmen gehören Gewichtsabnahme, verminderter Salz- und Alkoholkonsum, Natrium-Supplementierung, Umstellung der Essgewohnheiten sowie eine Erhöhung der körperlichen Aktivität."

Dr. He schließt: "Das Ausmaß der Belastung mit hohem Blutdruck verlangt nach erhöhter Aufmerksamkeit, Behandlung und Kontrolle, aber auch einer gemeinsamen Anstrengung zur Prävention. Veränderungen in der Lebensführung der Gesamtbevölkerung würden zu einer Verringerung der Häufigkeit von zu hohem Blutdruck führen."

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Quelle: Patricia M Kearney, Megan Whelton, Kristi Reynolds, Paul Muntner, Paul K Whelton, Jiang He. Global burden of hypertension: analysis of worldwide data. Lancet 2005; 365: 217

http://www.thelancet.com


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