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PUBLIC RELEASE DATE: 5 Mai 2004

Albert Maucher-Preis 2004 für Hildegard Westphal und Oliver Rauhut

Paläoklimaforschung und Dinosaurierentwicklung stehen im Mittelpunkt

Fr herausragende Forschung in den Geowissenschaften zeichnet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) auch in diesem Jahr wieder junge Wissenschaftler mit dem Albert Maucher-Preis aus. Den mit je 10 000 Euro dotierten Preis erhalten die Geologin Hildegard Westphal (35) von der Universitt Erlangen-Nrnberg und der Palontologe Oliver Rauhut (34) von der Humboldt-Universitt Berlin. Die Verleihung erfolgt am 10. Mai im Rahmen einer Festveranstaltung der DFG-Senatskommission fr Geowissenschaftliche Gemeinschaftsforschung in Potsdam.

Der in diesem Jahr zum zwlften Mal vergebene Preis wurde nach dem Mnchener Geologen Professor Albert Maucher (1907-1981) benannt, der den Preis kurz vor seinem Tod gestiftet hat. Er stellte der DFG 1980 die Summe von 200 000 Mark zu Verfgung, um mit diesen Mitteln junge DFG-gefrderte Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler fr ihre herausragende Arbeit auszuzeichnen, "auch wenn sie dabei unkonventionelle Wege gegangen sind". Auch Maucher selbst wurde zu Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn von der DFG gefrdert.

Die diesjhrigen Preistrger:

Dr. Hildegard Westphal

Das Arbeitsgebiet von Hildegard Westphal ist die Paloklimaforschung. Diese nimmt in den Geowissenschaften einen wichtigen Platz ein, weil die Untersuchung der Klimaschwankungen in der Erdgeschichte ein besseres Verstndnis der Klimavernderungen in der Neuzeit ermglicht. Zu diesem Zweck befasst sich Hildegard Westphal mit der Untersuchung von Karbonatsedimenten, die als eine Art Klimaarchiv bestimmte Umweltfaktoren wie Meersspiegelschwankungen, Temperaturen oder Luftfeuchte berliefern und so die Entstehungsbedingungen der Sedimente rekonstruierbar machen. Um eine mglichst fehlerfreie Interpretation der Karbonate zu ermglichen, ist Hildegard Westphal damit befasst, Parameter zu erarbeiten, mit deren Hilfe auch atypische Karbonate eindeutig kategorisiert werden knnen. In diesem Zusammenhang bearbeitet sie Karbonatabfolgen aus weiten Bereichen der Erdgeschichte, vom Erdaltertum bis in die Erdneuzeit. Darber hinaus beschftigt sich Hildegard Westphal auch mit Karbonaten als Erdgas- und Erdlspeichergesteine.

Hildegard Westphal studierte Geologie und Geophysik an der Universitt Tbingen und der University of Queensland in Brisbane, Australien. Ihre Promotion schloss sie 1997 am GEOMAR Forschungszentrum fr Marine Geowissenschaften der Universitt Kiel ab. Nach einem einjhrigen Forschungsaufenthalt an der University of Miami in der Arbeitsgruppe von Professor Gregor P. Eberli ging Westphal zunchst als Hochschulassistentin an die Universitt Hannover. Seit 2003 arbeitet sie am Palontologischen Institut der Universitt Erlangen-Nrnberg. Ihre Habilitation schloss sie Anfang dieses Jahres mit Erlangung der venia legendi fr Geologie ab.

Dr. Oliver Rauhut

Oliver Rauhut beschftigt sich mit Dinosauriern, genauer gesagt mit Wirbeltiergruppen, die sich whrend des Erdmittelalters, dem so genannten Mesozoikum, entwickelten. Die Gruppe der Saurier ist fr ihn deshalb interessant, weil diese in Form von Fossilien sehr gut erhalten sind und sich daher als Modelle eignen, um die Entwicklung von Wirbeltieren whrend des Mesozoikums zu untersuchen. Rauhut hat vor allem die Artenvielfalt, die Verwandtschaftsverhltnisse, die Evolution und die geographische Verteilung der Fleisch fressenden Saurier auf der sdlichen Halbkugel untersucht. Da die bisherigen Vorstellungen ber die Evolution der Dinosaurier vor allem auf Untersuchungen der nrdlichen Halbkugel beruhten, ergaben sich durch Rauhuts Untersuchungen neue Vergleichsmglichkeiten. So hat seine Analyse der Saurierfunde in Sdamerika gezeigt, dass es ursprnglich nur wenige Unterschiede zu den nrdlichen Verwandten dieser Saurier gab, aber sich diese Unterschiede im Laufe der Zeit verstrkt und zur Entwicklung unterschiedlicher Sauriergruppen gefhrt haben. In einem neuen Projekt wird Rauhut sich unter anderem mit der Frage befassen, unter welchen Bedingungen die Saurier ihre gigantische Krpergre entwickeln konnten.

Oliver Rauhut studierte Geologie und Palontologie an der FU Berlin und promovierte 2000 an der University of Bristol in England. Ein Postdoktoranden-Stipendium des DAAD fhrte ihn zunchst fr zwei Jahre nach Argentinien, wo er umfangreiche Forschungsarbeiten in Patagonien durchfhrte. Nach einer kurzen Ttigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Palontologischen Museum in Trelew kehrte er nach Deutschland zurck und fhrte seine Arbeiten an der Humboldt-Universitt in Berlin fort. Dort wird er in Krze die Leitung einer Nachwuchsgruppe in einer DFG-Forschergruppe am Institut fr Palontologie bernehmen.

Portrts und Lebenslufe der beiden Preistrger sind im Internet abrufbar unter www.dfg.de

Die Preisverleihung findet am Montag, 10. Mai um 18:30 Uhr im GeoForschungsZentrum (GFZ) Potsdam, Telegrafenberg (Haus G) statt. Der Preis wird berreicht von dem ehemaligen Assistenten Albert Mauchers, Professor Hubert Miller vom Department fr Geo- und Umweltwissenschaften der LMU Mnchen. Journalisten sind herzlich willkommen. Anmeldung erbeten bei Franz Ossing, GFZ, Tel.: (0331) 288 1040, E-Mail: ossing@gfz-potsdam.de.

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