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PUBLIC RELEASE DATE: 15 Dezember 2004

Leibniz-Preisträger 2005

Höchstdotierter deutscher Förderpreis geht an zwei Wissenschaftlerinnen und acht Wissen-schaftler

Der Bewilligungsausschuss fr die Allgemeine Forschungsfrderung der Deutschen For-schungsgemeinschaft (DFG) hat heute die Preistrgerinnen und Preistrger im Gottfried Wil-helm Leibniz-Programm der DFG fr das Jahr 2005 bestimmt. Zwei Wissenschaftlerinnen und acht Wissenschaftler werden mit dem hchstdotierten deutschen Frderpreis ausgezeich-net. Die Frdersumme von 1,55 Millionen Euro ist fr Forschungsarbeiten in einem Zeitraum von fnf Jahren vorgesehen und kann nach den Bedrfnissen der Preistrger flexibel einge-setzt werden.

Ziel des 1985 eingerichteten Programms ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wis-senschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmglichkeiten zu erwei-tern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschftigung be-sonders qualifizierter Nachwuchswissenschaftler zu erleichtern. Fr den Preis knnen Wis-senschaftler aus allen Fachgebieten nominiert werden. Aus den Vorschlgen fr den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis hat der Nominierungsausschuss der DFG vor allem diejenigen ausge-whlt, von denen er sich durch zustzliche Frderung eine besondere Steigerung der wissen-schaftlichen Leistungen verspricht. Darunter befinden sich auch in diesem Jahr wieder einige jngere Wissenschaftler.

Die Zahl der insgesamt im Leibniz-Programm vergebenen Preise erhht sich nach der heuti-gen Entscheidung auf 228. Davon kommen 49 aus den Geisteswissenschaften, 64 aus den Biowissenschaften, 81 aus den Naturwissenschaften und 34 aus den Ingenieurwissenschaften. Aus 130 Vorschlgen wurden fr das Jahr 2005 folgende Wissenschaftlerinnen und Wissen-schaftler als Leibniz-Preistrger ausgewhlt:

Prof. Dr. Peter B. Becker, Zellbiologie/Biochemie (46), Universitt Mnchen (1,55 Mio. Euro)

Der Biochemiker Peter Becker beschftigt sich mit der Dynamik von Chromatin-Strukturen, also mit Verpackungszustnden der DNA. Die menschliche Erbinformation liegt in den lan-gen Fden der DNA vor. Um in eine Zelle zu passen, mssen diese Fden "verpackt" werden. Der Verpackungsgrad richtet sich unter anderem danach, wie hufig die Informationen ben-tigt werden. Diese komplexe Organisationsform der DNA wird als Chromatin bezeichnet. Peter Becker geht der Frage nach, wie sich die Verpackung der DNA im Zusammenhang mit der Regulierung von Genaktivitten verndert. Es ist ihm mit seinen Arbeiten gelungen, ein neues Prinzip der Chromatin-Dynamik aufzudecken. So hat er unter anderem gezeigt, dass die Histone - Proteine, die wie eine Art Fadenrolle fr die DNA fungieren - auf dem DNA-Faden verschoben werden, wenn sie etwa bei der Aktivierung bestimmter Genabschnitte "im Wege" sind. Diese Forschungsergebnisse sind von groer Bedeutung fr das Verstndnis der Genaktivitten bei der Entstehung von Krebs oder der embryonalen Entwicklung.

Peter Becker hat in Heidelberg Biologie studiert und im Fach Biochemie promoviert. Nach einer dreijhrigen Ttigkeit als Postdoktorand an den National Institutes of Health (NIH) in den USA war er von 1991 bis 1999 Gruppenleiter am European Molecular Biology Laborato-ry (EMBL) in Heidelberg. Seit 1999 hat er den Lehrstuhl fr Molekularbiologie am Adolf-Butenandt-Institut der Ludwig-Maximilians-Universitt Mnchen inne.

Prof. Dr. Immanuel F. Bloch (32), Experimentalphysik, Universitt Mainz (1,55 Mio. Euro)

Ein erster wissenschaftlicher Durchbruch gelang Immanuel Bloch 1999, als er gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern den "Mnchner Atomlaser" entwickelte. In diesem Experiment wurden erstmals Bose-Einstein-Kondensate genutzt, um einen kontinuierlichen Strahl koh-renter Materiewellen auszusenden. Diese hneln dem Lichtstrahl eines Lasers, bestehen aber im Unterschied zu diesem aus ultrakalten Atomen. Durch berlagerung zweier solcher Mate-riewellen erhlt man, hnlich wie bei herkmmlichen Lasern, ein Interferenzmuster wechsel-seitiger Verstrkung und Auslschung der Materiewellen. Ein weiterer Forschungsschwer-punkt von Immanuel Bloch ist die Manipulation von ultrakalten Bose-Gasen mit Hilfe eines Gitters aus Lichtwellen. Durch den Einsatz von Laserstrahlen hat er dabei erstmals ein Bose-Einstein-Kondensat so verndert, dass es in einen neuen Materiezustand berfhrt wurde, den so genannten Mott-Isolator-Zustand. Dieser Materiezustand hat grundlegend neue Eigenschaf-ten, die unter anderem fr die Entwicklung von Quantencomputern genutzt werden.

Immanuel Bloch studierte von 1991 bis 1996 Physik an der Universitt Bonn. Nach einem einjhrigen Forschungsaufenthalt an der Stanford University in den USA schloss er 2000 in Mnchen seine Promotion ab. 2003 nahm er im Alter von nur 31 Jahren einen Ruf als C4-Professor an die Universitt Mainz an.

Prof. Dr. Stefanie Dimmeler (37), Molekulare Kardiologie, Universitt Frankfurt/Main (1,55 Mio. Euro)

Das Arbeitsgebiet von Stefanie Dimmeler ist die Biologie der Blutgefe. Durch ein besseres Verstndnis der biologischen und pathologischen Prozesse in der Gefwand will sie die Grundlage fr neue Behandlungsmethoden von Herz-Kreislauf-Erkrankungen schaffen. Ihr zentrales Forschungsthema ist der programmierte Tod von Zellen im so genannten Endothel, einem Gewebe, das die Blutgefe auskleidet. Jede Zelle hat im Erbgut eine Art Selbstzerst-rungsprogramm, das auf bestimmte Signale hin ausgelst wird und beispielsweise fr die Er-neuerung von Gewebe oder fr das Wachstum notwendig ist. Die Selbstzerstrung der Zellen wird zumeist von Botenstoffen in Gang gesetzt, kann aber auch durch eine Schdigung der Zelle ausgelst werden. Stefanie Dimmeler hat grundlegende Prozesse der Schdigung und Regeneration von Blutgefen untersucht und damit wesentlich zum Verstndnis der Arterio-sklerose (Arterienverkalkung) beigetragen. Darber hinaus bildeten ihre Arbeiten zu den Vor-luferzellen (Progenitorzellen) der Blutgefe, die aus dem Knochenmark gewonnen werden, die Grundlage fr erste klinische Studien zur Stammzelltherapie bei Infarktpatienten.

Stefanie Dimmeler studierte Biologie in Konstanz und wurde dort 1993 promoviert. 1995 ging sie an die Universitt Frankfurt, wo sie seit 1997 das Labor fr Molekulare Kardiologie leitet. Sie habilitierte sich 1998 und nahm im Jahr 2000 den Ruf auf eine Professur fr Mole-kulare Kardiologie der Universitt Frankfurt an.

Prof. Dr. Jrgen Gau (44), Physikalische Chemie/Theoretische Chemie, Universitt Mainz (1,55 Mio. Euro)

Das Arbeitsgebiet von Jrgen Gau ist die Theoretische Quantenchemie. Diese spielt in der chemischen Forschung eine immer bedeutendere Rolle. Zunehmend werden experimentelle Untersuchungen mit quantenchemischen Rechnungen kombiniert, um experimentelle Daten zu besttigen, deren Auswertung zu erleichtern beziehungsweise erst zu ermglichen oder um zustzliche Erkenntnisse zu gewinnen. Hier hat Jrgen Gau grundlegende methodische Bei-trge geleistet und in leistungsfhige Computerprogramme umgesetzt, die inzwischen welt-weit von vielen Arbeitsgruppen genutzt werden. Seine Arbeiten wurden mit zahlreichen nati-onalen und internationalen Preisen gewrdigt, darunter dem renommierten Akademiepreis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft und der Medaille der International Academy of Quantum Molecular Science.

Jrgen Gau studierte Chemie in Kln und promovierte dort 1988 mit einer Arbeit in der Theoretischen Chemie. Als Postdoktorand forschte er zunchst in den USA an der University of Washington in Seattle und am Quantum Theory Project der University of Florida in Gai-nesville. 1993 habilitierte er sich an der Universitt Karlsruhe und nahm 1995 den Ruf auf eine Professur an der Universitt Mainz an. Seit 2001 hat er dort den neu eingerichteten Lehr-stuhl fr Theoretische Chemie inne.

Prof. Dr. Gnther G. Hasinger (50), Astrophysik, MPI fr extraterrestrische Physik, Garching (1,55 Mio. Euro)

Gnther Hasinger gehrt weltweit zu den fhrenden Wissenschaftlern in der Rntgenastro-nomie. Im Jahr 2002 gelang es dem Astrophysiker und seinem Team zum ersten Mal, in einer fernen Galaxie das bevorstehende Verschmelzen zweier supermassiver Schwarzer Lcher nachzuweisen. In den letzten Jahren hat sich Gnther Hasinger mit der Erforschung des Rnt-genhintergrunds beschftigt. Seine Untersuchungen halfen nachzuweisen, dass diese diffuse Rntgenstrahlung unter anderem von unzhligen leuchtkrftigen Galaxien auf die Erde trifft. Seine Forschung zur Entstehung von Galaxien hat mageblich dazu beigetragen, dass massive Schwarze Lcher in den Galaxiezentren weniger als Produkt der Entwicklung von Galaxien, sondern vielmehr als Keime fr deren Ursprung verstanden werden. Aktuell befasst sich Gn-ther Hasinger sowohl mit Untersuchungen Aktiver Galaxienkerne als auch mit der Suche nach der Dunklen Materie. In diesem Zusammenhang ist er mit der Entwicklung von Rntgentele-skopen befasst, die als Satelliten unter anderem auch Fragen nach der Verteilung von Materie und der frhen Entwicklung von Sternen und Galaxien beantworten sollen.

Gnther Hasinger studierte an der Ludwig-Maximilians-Universitt Mnchen Physik und schloss dort 1984 seine Promotion in Astronomie ab. Nach seiner Habilitation 1995 trat er zunchst eine Professur an der Universitt Potsdam an und war dort gleichzeitig Direktor des Astrophysikalischen Instituts. Seit 2001 ist er Direktor des Max-Planck-Instituts fr extrater-restrische Physik in Garching.

Prof. Dr. Christian Jung (48), Molekulare Pflanzenzchtung, Universitt Kiel (1,55 Mio. Euro)

Christian Jung beschftigt sich seit vielen Jahren mit der Zchtungsforschung an landwirt-schaftlichen Kulturpflanzen. Dabei setzt er Methoden der molekularen Pflanzengenetik ein, die durch gezielte genetische Eingriffe unter anderem die Zchtung schdlingsresistenter Pflanzen ermglicht. Ihm gelang es, ein Resistenz-Gen zum Schutz von Zuckerrben gegen Fadenwrmer (Nematoden) zu bestimmen. Das ursprnglich aus einer Wildform der Zucker-rbe isolierte Gen macht Kultursorten vollkommen resistent gegen Fadenwrmer, einem der gravierendsten Pflanzenschdlinge an Zuckerrben. Darber hinaus befasst sich Christian Jung sehr erfolgreich mit Genen, die die Geschlechtsausprgung von Pflanzen bestimmen. Diese Arbeiten sind nicht nur fr die molekulare Grundlagenforschung, sondern auch fr die Pflanzenzchtung von groer Bedeutung. Durch seine langjhrige Ttigkeit in der Zentralen Kommission fr die Biologische Sicherheit und ffentliche Stellungnahmen zur Neuordnung des Gentechnikgesetzes hat Christian Jung darber hinaus einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion um die Grne Gentechnik geleistet.

Christian Jung studierte in Gttingen Agrarwissenschaften und arbeitete nach seiner Promoti-on zunchst an der Universitt Mnchen, wo er sich 1992 mit einer Arbeit ber molekulare Genomanalyse bei Nutzpflanzen habilitierte. 1993 ging er als Direktor an das Institut fr Pflanzenbau und Pflanzenzchtung der Universitt Kiel.

Prof. Dr. Axel Ockenfels (35), Experimentelle Wirtschaftsforschung, Universitt Kln (1,55 Mio. Euro)

Axel Ockenfels beschftigt sich mit dem Verhalten von Menschen bei konomischen Ent-scheidungen, genauer gesagt mit der Frage, welche strategischen und rationalen Parameter diese Entscheidungen beeinflussen. Mit Hilfe der Spieltheorie hat Axel Ockenfels ein Verhal-tensmodell entwickelt, das scheinbar widersprchliche konomische Entscheidungsmuster erklren und vorhersagen kann. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sind Internet- und Auktions-mrkte. Mit innovativen Experimentaltechniken analysiert er das strategische Bietverhalten und die Auktionsregeln von Internetplattformen und hat damit hochkomplexe, reale Mrkte einer wissenschaftlich fundierten Untersuchung zugnglich gemacht. Seine jngsten Arbeiten beschftigen sich mit der Erforschung der Marktarchitektur und versprechen nicht nur ein groes Potenzial fr die Grundlagenforschung, sondern auch fr die Organisation moderner Mrkte. Axel Ockenfels hat mehrere bahnbrechende Arbeiten in international fhrenden wirt-schaftswissenschaftlichen Zeitschriften verffentlicht und gehrt derzeit zu den meist zitierten Autoren in seinem Arbeitsgebiet.

Axel Ockenfels promovierte 1998 in der Volkswirtschaftslehre an der Universitt Bonn und habilitierte sich drei Jahre spter in Magdeburg. 2001 bernahm er die Leitung einer Nach-wuchsgruppe im Emmy Noether-Programm der DFG, von 2002 bis 2003 die Leitung einer Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Wirtschaftssystemen in Jena. Seit 2003 ist er Professor fr Wirtschaftliche Staatswissenschaft der Universitt Kln sowie Direktor des Energiewirtschaftlichen Instituts und des Laboratoriums fr Experimentelle Wirtschaftsforschung.

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Peukert (46), Mechanische Verfahrenstechnik, Universitt Er-langen-Nrnberg (1,55 Mio. Euro)

Der Erfolg ingenieurwissenschaftlicher Forschung wird unter anderem an ihrem Anwen-dungspotenzial gemessen. Forscher arbeiten darauf hin, die physikalischen und chemischen Grundlagen der Wechselwirkung zwischen Partikeln zu verstehen und diese anzuwenden mit dem Ziel, bestimmte Produkteigenschaften zu erhalten. Wolfgang Peukert hat an dieser Schnittstelle von Grundlagenforschung und Anwendung groe Erfolge zu verzeichnen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Partikeltechnik im Submikronbereich. Das Verhalten und die Wechselwirkung von Partikeln ist ausschlaggebend fr die Eigenschaften eines Produktes. Whrend in der Vergangenheit die interessanten Partikelgren oberhalb eines Mikrometers lagen, fordern heute immer mehr Anwendungen wesentlich feinere Partikel. Durch seine Ar-beiten zum Verhalten von Partikeln im Submikron- und Nanometerbereich hat Wolfgang Peukert die wissenschaftlichen Zusammenhnge geklrt und die Grundlagen fr die gezielte Herstellung von Produkteigenschaften und damit fr die Anwendung geschaffen.

Nach den Studium des Chemieingenieurwesens an der Universitt Karlsruhe und anschlie-ender Promotion in der Mechanischen Verfahrenstechnik war Wolfgang Peukert zunchst in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Hosokawa Konzerns in Deutschland und Japan ttig. 1998 bernahm er den Lehrstuhl fr Verfahrenstechnik an der Technischen Uni-versitt Mnchen und wechselte im Frhjahr 2003 an die Universitt Erlangen-Nrnberg auf den Lehrstuhl fr Feststoff- und Grenzflchenverfahrenstechnik.

Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger (49), Geschichte der frhen Neuzeit, Universitt Mnster (1,55 Mio. Euro)

Barbara Stollberg-Rilingers wissenschaftliches Interesse gilt den politischen und kulturellen Bewegungen in Europa im 17. und 18. Jahrhundert. Sie untersucht neben den groen ideen- und verfassungsgeschichtlichen Entwicklungen, wie etwa der Aufklrung, auch sozial- und kommunikationsgeschichtliche Innovationen. Dazu gehren religise Erneuerungsbewegun-gen ebenso wie neue Geselligkeits- und Familienformen. Ihre aktuellen Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die Frage, wie die Ordnung der Stnde und Rnge in der frhen Neu-zeit durch symbolisches Handeln - beispielsweise Rituale und Zeremonien - konstituiert wurden. Barbara Stollberg-Rilinger schlgt in ihrer Arbeit immer auch Brcken in die Neuzeit und versucht, Bezge zwischen Entwicklungen der frhen Neuzeit und Fragen der Moderne herzustellen. Viele ihrer historischen Interessen und methodischen Anstze flieen auch in dem Mnsteraner Sonderforschungsbereich "Symbolische Kommunikation und gesellschaft-liche Wertesysteme vom Mittelalter bis zur franzsischen Revolution" zusammen, dessen Sprecherin sie ist.

Barbara Stollberg-Rilinger studierte in Kln Mittlere und Neuere Geschichte und schloss dort 1985 ihre Promotion mit einer Arbeit zur politischen Metaphorik des absoluten Frstenstaats ab. Sie habilitierte sich 1994 und wurde 1996 als Hochschuldozentin an die Universitt Kln berufen. Seit 1997 hat sie an der Universitt Mnster den Lehrstuhl fr Neuere Geschichte mit besonderer Bercksichtigung der Frhen Neuzeit inne.

Prof. Dr. Andreas Tnnermann (41), Mikrosystemtechnik, Universitt Jena, Fraunho-fer-Institut fr Angewandte Optik und Feinmechanik, Jena (1,55 Mio. Euro)

Andreas Tnnermann hat bahnbrechende Arbeiten zur Entwicklung von Hochleistungs-Faserlasern vorgelegt und damit die Grundlage fr die Fertigung einfacher, kompakter und robuster Laser mit hoher Strahlqualitt erarbeitet. Die geringe Nutzleistung herkmmlicher Faserlaser beschrnkte ihren Einsatz bisher auf Verstrkeranwendungen in Kommunikations-netzen. Erst durch die Arbeiten von Andreas Tnnermann gelang es, mit Faserlasern sowohl kontinuierliche Laserausgangssignale hoher Leistung als auch ultrakurze Pulse hchster Strahlqualitt zu erzeugen. Entscheidende Pionierarbeiten gelangen ihm auch bei der Verbes-serung der optischen Eigenschaften von Glasfasern zur Lichterzeugung und damit ihrer Funk-tionalitt als Lasermedium. Erstmals stehen damit Konzepte fr hocheffiziente Laserquellen zur Verfgung, die als Bauelemente in der integrierten Optik einsetzbar sind. Durch die Ar-beiten von Andreas Tnnermann erffnen sich neue Mglichkeiten fr den Einsatz moderner Laserfasern, von der Grundlagenforschung ber die Materialentwicklung bis hin zur Biopho-tonik.

Nach seiner Promotion in der Laserphysik an der Universitt Hannover ging Andreas Tn-nermann 1992 zunchst an das Laser Zentrum Hannover e.V., wo er als Leiter der Entwick-lung ttig war. Er habilitierte sich 1997 in der Experimentalphysik und nahm 1998 im Alter von 34 Jahren einen Ruf an die Universitt Jena an, wo er seither den Lehrstuhl fr Ange-wandte Physik innehat. Gleichzeitig ist er Direktor am Fraunhofer-Institut fr Angewandte Optik und Feinmechanik.

Die feierliche Verleihung der Preise im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm fr 2005 durch den Prsidenten der DFG, Professor Ernst-Ludwig Winnacker, findet am 2. Mrz 2005 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin statt.

Hinweis fr Redaktionen: Weitere Informationen zu den Preistrgern des Jahres 2005, insbesondere Lebenslauf und Darstellung der Forschungsschwerpunkte, knnen ab 20. Januar 2005 im Bereich Presse- und ffentlichkeitsarbeit der DFG angefordert oder unter www.dfg.de abgerufen werden. Dort stehen auch allgemeine Informationen zum Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm zur Verf-gung.

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