[ Back to EurekAlert! ] PRESS RELEASE: 18 OKTOBER 2002, 10.45 Eastern US Time

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European Society for Medical Oncology

Verzweiflung treibt patienten zur alternativen medizin

Onkologen wurden heute (18 Oktober 2002) dazu aufgefordert, mehr auf Krebspatienten einzugehen, die alternative Behandlungsmethoden ausprobieren möchten. Auf einem Gespräch bei dem Kongress der European Society for Medical Oncology in Nizza sagte Professor Edzard Ernst von der Peninsula Medical School der Universitäten von Exeter und Plymouth in England, dass es gerade die mangelnde Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Behandlungsmethoden sei, durch die Personen von alternativen Therapien angezogen werden. Wenn die Leute fühlen, dass sie darüber nicht mit ihrem Hausarzt diskutieren können, dann kann dadurch eine Gefahr für ihr Leben entstehen.

"Sehen Sie es einmal ganz offen," sagt Professor Ernst: "Leute mit Krebs suchen verzweifelt nach einer Behandlungsmethode und möchten alles probieren. In dieser Lage würden Sie wahrscheinlich genauso handeln!" versichert er den Teilnehmern.

Es wird mit vielen Methoden der komplementären und alternativen Medizin als Vorbeugung gegen Krebs geworben. Bei Knoblauch, grünem Tee, Phytoestrogen und Ginseng bestehen keine großen Risiken, ebenso ist hier auch die Wahrscheinlichkeit für die Wirksamkeit dieser Mittel ziemlich gering.

Wesentlich alarmierender sind jedoch die zunehmenden komplementären und alternativen Therapien, die oft auf der Grundlage von quasi wissenschaftlichen Daten eine Heilung von Krebs versprechen. Essiac, Di Bella Therapie, die Hoxley-Formel, Misteln und Haifischknorpel sind nur einige Beispiel für Substanzen, die für den Patienten gefährlich sein können.

Professor Ernst, selbst Leiter für komplementäre Medizin an der Medical School, führt Forschungen durch, um die so notwendig benötigten Daten über die Wirksamkeit und die Sicherheit von alternativen Therapien zu sammeln. "Egal ob wir diese Therapien lieben oder hassen, wir müssen die Frage nach komplementären oder alternativen Heilmitteln beantworten," sagt er. Es ist zu wenig bekannt über die Interaktion dieser Methoden mit der konventionellen Medizin, und es kann für den Patienten verführerisch sein, die verordneten Therapien einfach aufzugeben.

"Sie müssen verstehen, dass ihre Patienten verzweifelt sind. Wenn sie alternative Behandlungsmethoden probieren möchten, dann klären sie den Patienten über die Risiken bestimmter Therapien auf und sagen sie ihm welche Therapien sicher in Verbindung mit der konventionellen Behandlung benutzt werden können," so Prof. Ernst.

Reflexzonentherapie und Aromatherapie lindern den durch Krebs ausgelösten Stress. Akupunktur kann zum Beispiel die Übelkeit und das Erbrechen nach der Chemotherapie erleichtern. Die Rolle dieser Behandlungsmethoden als Linderung und Unterstützung kann sehr wichtig sein für die Verbesserung der Lebensqualität des Patienten. Dabei ist auch eine eingehendere Forschung über die Auswirkungen erforderlich.

Mit dem Internet wurde der Zugang zu diesen sogenannten Heilmitteln wesentlich einfacher. Nach Meinung von Professor Ernst gibt es sehr gute und engagiert arbeitende Ärzte für komplementäre und alternative Therapien, es ist aber auch Tatsache, dass man dabei Gaunern in die Hände fallen kann, die Behandlungen anbieten, mit denen sowohl die Gefühle als auch der Geldbeutel von sensiblen Personen ausgenutzt werden.

Als eine Warnung an Patienten erklärte Prof. Ernst, "Wenn sich etwas schöner als die Wahrheit anhört, dann ist sehr wahrscheinlich auch entsprechende Vorsicht geboten."

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Anmerkungen für Redakteure

Presentation in ESMO Patient Seminar Manual

Über European Society for Medical Oncology (ESMO)

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