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PUBLIC RELEASE DATE: 10-09-04

Forschung für die medizinische Grundversorgung ist kein hoffnungsloser Fall

Der aktuelle Standpunkt-Artikel beschftigt sich mit dem weltweiten Zustand der medizinischen Grundversorgung. Zur medizinischen Grundversorgung tragen praktische rzte als Hausrzte und Internisten mit dem Ziel bei, den Patienten mit einer groen Palette an Behandlungsmglichkeiten ber lange Zeit zu versorgen und darber hinaus die weitergehenden Behandlungen des Patienten zu koordinieren.

David Mant von der Oxford University und seine Kollegen antworteten auf einen Lancet-Leitartikel, der inakzeptable Schwchen in der Forschung fr die medizinische Grundversorgung anprangerte. Bei einer internationalen Konferenz letztes Jahr in Kingston in Kanada wurden Bedenken ber den Mangel an einer solchen Forschung in konomisch weniger entwickelten Lndern geuert, insbesondere in Bezug auf Krankheiten, die mit Armut assoziiert sind. Allerdings wird auch in wohlhabenderen Lndern die Forschung fr die medizinische Grundversorgung als unproduktiv angesehen. Ist eine solche Forschung also "ein hoffnungsloser Fall", fragte damals der Lancet.

Professor Mant und seine Koautoren stimmten insofern zu, als dass diese Mngel berwunden werden mssen. Allerdings, so meinen die Autoren, sei es keine Lsung, von der Forschung fr die Grundversorgung Abstand zu nehmen. Zuverlssige Belege fr die eingesetzten Behandlungspraktiken der Grundversorgung seien notwendig, damit nicht angemessene oder gefhrliche Behandlungen verhindert werden knnen. Obwohl in mehreren Lndern die Forschung fr die medizinische Grundversorgung als zweitrangig wahrgenommen wird, existieren viele Beispiele fr erfolgreiche Forschungsvorhaben, welche die klinische Praxis beeinflusst haben. Erhhte Geldmittel fr eine hochqualitative Forschung in diesem Bereich sind vonnten, sowohl fr die Verbesserung der Gesundheitsversorgung, als auch um Spitzen-Forscher fr dieses Feld zu interessieren. David Mant kommentiert: "Forschung fr die medizinische Grundversorgung als 'hoffnungslosen Fall' zu titulieren, ist wenig hilfreich. Die Auffassung impliziert, dass entweder der Forschungsbereich so schwach ist, dass eine Wiederbelebung zwecklos sei oder das dieses Feld sowieso irrelevant ist. Beides ist falsch."

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Quelle: D Mant et al.. The importance of primary-care research. Lancet 2004; 364: 1004

http://www.thelancet.com