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PUBLIC RELEASE DATE: 17- Sept- 2004

Koronare Angioplastien im Anschluss an eine medikamentöse Therapie als beste Behandlungsoption für Herzinfarkt-Patienten

Ergebnisse einer randomisierten Studie lassen vermuten, dass eine aggressivere Behandlung, die eine koronare Angioplastie kurz nach Ende der antikoagulativen medikamentsen Therapie beinhaltet, sicher ist und Patienten nach einem Herzinfarkt eine bessere Prognose bieten kann als konservativere Behandlungsanstze.

Medikamentse Therapie zur Reduktion von Blutgerinnseln (Fibrinolyse) ist zur Behandlung von Patienten nach einem Herzinfarkt weit verbreitet. Koronare Angioplastie ist bei Herzinfarkt-Patienten ebenfalls effektiv, obwohl die Zeitspanne des Patienten-Transports zu den Herzzentren den Nutzen einschrnkt. Momentane Richtlinien empfehlen aufgrund von Bedenken bezglich des erhhten Blutungsrisikos und anderer kardiovaskulrer Komplikationen, keine Angioplastie kurz nach der medikamentsenTherapie durchzufhren.

Die Forscher in der GRACIA-1 Studie untersuchten, ob in einer Zeit ausgeklgelter Angioplastie-Materialien und neuer Antikoagulanzien eine koronare Angioplastie in den ersten 24 Stunden nach der medikamentsen Therapie das Ergebnis fr Herzinfarkt-Patienten verbessern knnte. Diese wurden in der Studie mit konservativ behandelten Patienten verglichen, also Patienten, bei denen eine medikamentse Therapie begonnen wurde und eine Angioplastie aufgrund von Anzeichen fr Ischmie (mangelhafte Versorgung einzelner Organe mit Blut) angeschlossen wurde. 500 Patienten aus Spanien und Portugal, die einen Herzinfarkt in Kombination mit einer als STEMI (akuter Myokardinfarkt mit ST-Streckenhebung, ST segment elevation myocardial infarction) bekannten Vernderung des EKG-Profils hatten, wurden zufllig den beiden Therapieoptionen zugewiesen.

Der erste Endpunkt der Studie die kombinierte Hufigkeit von Todesfllen, Reinfarkten oder einer Revaskularisierung nach 12 Monaten war bei Patienten, die kurz nach der medikamentsen Therapie eine Angioplastie erhalten hatten, im Vergleich zu konservativ behandelten Patienten mehr als halbiert (9 Prozent im Vergleich zu 21 Prozent). 30 Tage nach dem Erstinfarkt zeigten beide Gruppen eine hnlich hohe Rate an Herzkomplikationen. Die Hufigkeit einer Revaskularisierung im Krankenhaus aufgrund einer spontanen Rckkehr der Ischmie, lag bei Patienten in der konservativen Gruppe hher als bei Patienten aus der invasiven Gruppe.

Der Forschungsleiter Francisco Fernandez-Avils vom Hospital Universitario de Valladolid in Spanien kommentiert: "Einige praktische Schlussfolgerungen konnten aus der GRACIA-1-Studie gezogen werden. Erstens, die Ergebnisse untersttzen andere Daten ber die Vorteile eines frhen Eingreifens im Vergleich zu einem konservativen Ansatz bei Patienten mit akuten koronaren Symptomen in der ra moderner Antikoagulanzien und neuer Materialien fr Stents. Laut unseren Ergebnissen haben nicht nur Patienten mit akuten koronaren Symptomen ohne ST-Streckenhebung, sondern auch Patienten mit STEMI, die mit Thrombolytika behandelt werden, Vorteile durch diese Methode. Die Wichtigkeit dieser Ergebnisse fr die klinische Praxis beruht darauf, dass im Gegensatz zur primren Angioplastie, die Stent-Strategie einige Stunden nach der intravensen Thrombolyse fr alle Patienten mit akuten Herzinfarkt anwendbar ist; damit erffnet sich eine gute Alternative fr den hohen Anteil der Patienten mit STEMI, fr die eine primre Angioplastie derzeit nicht verfgbar ist."

In einem Begleitkommentar erklrt Freek Verheugt vom University Medical Center St. Radboud im niederlndischen Nijmegen: "Der grte Vorteil eines geplanten Eingriffes (im Schnitt 17 Stunden nach der Auflsung des Blutgerinnsels) in der GRACIA-Studie ist die Tageszeit-Logistik fr Transport und das Legen des Katheters, sowie die Abwesenheit von Blutungen aufgrund der lytischen Therapie und Angioplastie. Der Vorteile dieser Strategie sind natrlich nicht nur attraktiv fr die Patienten, sondern auch fr die Teams, die Katheter legen und Rettungswagen fahren. Dennoch sind sowohl GRACIA als auch ALKK (eine hnliche Studie aus Deutschland) zu klein, um Aussagen ber die Langzeitsterblichkeit zu machen, die der einzige wirkliche Endpunkt bei Studien mit einem offenen Aufbau ist."

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Quelle: Francisco Fernandez-Avils, Joaqun J Alonso, Alfonso Castro-Beiras, Nicols Vzquez, Jess Blanco, Juan Alonso-Briales, Juan Lpez-Mesa, Felipe Fernndez-Vazquez, Isabel Calvo, Luis Martnez-Elbal, Jos A San Romn, Benigo Ramos, on behalf of the GRACIA (Grupo de Anlisis de la Cardiopata Isqumica Aguda) Group*. Routine invasive strategy within 24 hours of thrombolysis versus ischaemia-guided conservative approach for acute myocardial infarction with ST-segment elevation (GRACIA-1): a randomised controlled trial. Lancet 2004; 364: 1045

http://www.thelancet.com