[ Back to EurekAlert! ] PUBLIC RELEASE DATE: 09-Sept-2004
The Lancet

Morbus Crohn durch Bakterien verursacht?

Die Studie lässt vermuten, dass Morbus Crohn durch das Mycobacterium avium Subspezies paratuberculosis (MAP) verursacht sein könnte. Das gleiche Bakterium ruft eine ähnliche intestinale Erkrankung (bekannt als Paratuberkulose oder Johne’s Erkrankung) bei Rindern, Schafen und Ziegen hervor.

Morbus Crohn, eine Form der entzündlichen Darmerkrankungen mit mindestens einer Million diagnostizierter Fälle weltweit, ähnelt in einigen Aspekten der Tuberkulose, Lepra und Paratuberkulose. Die Rolle von MAP, das zum ersten Mal vor 20 Jahren bei einer Person mit Morbus Crohn identifiziert wurde, bleibt kontrovers. Die Forscher um Saleh A. Naser von der University of Central Florida in den USA verwendeten mikrobiologische und molekularbiologische Techniken, um die Anwesenheit von MAP im Blut von 28 Personen mit Morbus Crohn, neun Personen mit Colitis Ulcerosa und 15 Personen ohne entzündliche Darmerkrankungen nachzuweisen.

Das lebende Bakterium konnte aus dem Blut von 14 (50 Prozent) der Patienten mit Morbus Crohn, zwei (22 Prozent) der Patienten mit Colitis Ulcerosa und bei keiner der Personen ohne entzündliche Darmerkrankungen kultiviert werden.

Dr. Naser kommentiert: "Dies ist die erste Studie, die zum Ziel hatte, MAP aus humanem Blut zu kultivieren. Wir detektierten lebendiges MAP im peripheren Blut der Hälfte der Patienten mit Morbus Crohn und bei keinem der Personen ohne IBD (inflammatory bowl disease, entzündliche Darmerkrankung). Die beiden an Colitis Ulcerosa erkrankten Personen, bei denen MAP nachgewiesen wurde, könnten eine Fehldiagnose darstellen oder Fälle von Koinfektionen. Die Detektion von lebendigen MAPs im Blut von Patienten mit Morbus Crohn lässt vermuten, dass die MAP-Infektion bei dieser chronisch entzündlichen Darmerkrankung systemisch sein könnte. Zusätzlich zu der Tatsache, dass das Ergebnis unserer Studie weitere Hinweise darauf liefert, dass MAP die Ursache für Morbus Crohn sein könnte, ist es auch hoch interessant, die epidemiologische Quelle von MAP bei diesen Patienten zu untersuchen. Eine multizentrische, größere Untersuchung ist dringend notwendig."

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