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PUBLIC RELEASE DATE: 15 Dezember 2004

Vier Max-Planck-Partnergruppen starten in Indien

Max-Planck-Gesellschaft intensiviert mit Forschergruppen und Gaststipendien die Kooperation mit indischen Forschungsinstituten



Abb.: Prof. V. S. Ramamurthy, Staatssekretr des indischen Departments of Science & Technology, und Prof. Peter Gruss, Prsident der Max-Planck-Gesellschaft, haben am 6. Oktober 2004 in Neu Delhi ein "Memorandum of Understanding" ber die knftige wissenschaftliche Zusammenarbeit beider Lnder unterzeichnet. Der in Anwesenheit von Bundeskanzler Gerhard Schrder sowie des indischen Ministers fr Wissenschaft und Technologie, M. Kapil Sibal, und der Bundesministerin fr Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, abgeschlossene Vertrag sieht verschiedene Instrumente vor, durch die die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Max-Planck-Gesellschaft und Forschungsinstituten in Indien intensiviert werden soll.
Bild: Deutsche Botschaft, Indien

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Die ersten vier indischen Max-Planck-Partnergruppen werden am 17. Dezember 2004 im Rahmen einer Festveranstaltung im Indian Institute of Technology in Delhi feierlich erffnet. Professor Dr. Kurt Mehlhorn, Vizeprsident der Max-Planck-Gesellschaft, und Professor Dr. V.S. Ramamurthy, Staatssekretr des indischen Department of Science & Technology, knnen zu dieser Veranstaltung zahlreiche Direktoren renommierter indischer Forschungseinrichtungen sowie aus verschiedenen Max-Planck-Instituten begren, darunter auch Nobelpreistrger Professor Dr. Hartmut Michel vom Max-Planck-Institut fr Biophysik, der den Festvortrag zum Thema "Membrane Proteins as Targets for Drugs in Medicine and Agriculture" hlt. Whrend der Veranstaltung werden auch die ersten sechs "Max-Planck- Indien-Stipendien" an indische Nachwuchswissenschaftler bergeben.

Wissenschaftliche Partnergruppen der Max-Planck-Gesellschaft (Max-Planck-Partnergruppen) knnen gemeinsam mit einem auslndischen Forschungsinstitut eingerichtet werden, wenn ein herausragender Nachwuchswissenschaftler im Anschluss an einen Forschungsaufenthalt an einem Max-Planck-Institut wieder an ein leistungsfhiges Labor seines Heimatlandes zurckkehrt und dort an einem Forschungsthema forscht, das auch im Interesse seines bisher gastgebenden Max-Planck-Instituts liegt. Durch Partnergruppen sollen also nachhaltige Beziehungen zwischen Max-Planck-Instituten und ehemaligen auslndischen Gastwissenschaftlern etabliert werden. Zu diesem Zweck stellt die Max-Planck-Gesellschaft fnf Jahre lang bis zu 20.000 Euro pro Partnergruppe zur Verfgung.

Zum 1. Januar 2005 starten vier Partnergruppen, deren Forschungsthemen sich von der Astrophysik ber die Materialforschung bin in die Informatik erstrecken:

- Dr. Sudipto Roy Barman leitet am Inter University Consortium for Scientific Research in Indore knftig eine Max-Planck-Partnergruppe des Berliner Fritz Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft zum Thema "Elektronische Struktur von niederdimensionalen- und Nano-Systemen". Dr. Barman wird auf dem Gebiet der elektronischen Struktur niederdimensionaler Systeme eng mit Professor Dr. Karsten Horn, Direktor der Abteilung Molekularphysik des Fritz-Haber-Instituts zusammenarbeiten und Experimente unter anderem auch an Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft bei BESSY II durchfhren.

- Dr. Amol Dighe war bis Herbst 2003 Postdoktorand am Max-Planck-Institut fr Physik in Mnchen und leitet nun eine Partnergruppe dieses Instituts zur "Neutrino- und Astrophysik" am TATA Institute of Fundamental Research in Mumbai. Die Astroteilchenphysik ist ein sich rasch entwickelndes Forschungsgebiet, fr das sich Professor Dr. Wolfgang Hollik, Direktor am Max-Planck-Institut fr Physik, aus der Kooperation wichtige Impulse erhofft.

- Das Max-Planck-Institut fr Festkrperforschung in Stuttgart richtet eine Partnergruppe zum Thema "Aufklrung chemischer Bindungen und physikalischer Eigenschaften neuer Materialien" unter der Leitung von Frau Dr. Tanusri Saha-Dasgupta am renommierten S.N. Bose National Center for Basic Research in Kolkata ein. Dr. Saha-Dasgupta war von 1997 bis 1999 Stipendiatin bei Professor Dr. Ole Krogh Andersen in Stuttgart und hat seither ein breitgefchertes, nach Deutschland und in die USA reichendes Netzwerk mit zahlreichen Kooperationspartnern entwickelt. Ein Eckpfeiler dieser Zusammenarbeit ist die Weiterentwicklung einer von beiden Wissenschaftlern gemeinsam konzipierten theoretischen Methode zur Berechnung und Analyse elektronischer Strukturen.

- Dr. Naveen Garg ist Informatiker am IIT Delhi, an das er nach einem mehrjhrigen Forschungsaufenthalt am Max-Planck-Institut fr Informatik in Saarbrcken im Jahr 2000 zurckgekehrt ist. Seit dieser Zeit arbeitet Dr. Garg eng mit Professor Dr. Kurt Mehlhorn, Direktor am Institut und Leiter der Abteilung "Algorithmen und Komplexitt", zusammen. Dr. Gargs Forschungsinteressen liegen im Bereich der Approximationsalgorithmen und kombinatorischer Optimierung. Seine Gruppe arbeitet knftig ber "Fluss- und Netzwerkoptimierungsprobleme".

Im Rahmen der Festveranstaltung werden auch die ersten Max-Planck-Indien-Stipendien berreicht: Sechs hoch qualifizierte Nachwuchswissenschaftler erhalten vier Jahre lang Reisemittel in Hhe von 3.000 Euro pro Jahr und werden sich jedes Jahr einen Monat an einem Max-Planck-Institut aufhalten. Bis zum Jahr 2008 soll sich die Zahl der Stipendiaten auf etwa 60 pro Jahr einpendeln.

Grundlage der neuen Kooperation ist ein Abkommen, das im Oktober 2004 von Professor Dr. Peter Gruss, Prsident der Max-Planck-Gesellschaft, und Professor Dr. V.S. Ramamurthy, Staatssekretr des indischen Department of Science & Technology, unterzeichnet wurde. Danach beabsichtigten beide Seiten, in einem ersten Schritt im kommenden Jahr weitere vier Max-Planck-Partnergruppen einzurichten und etwa 15 zustzliche Max-Planck-Indien-Stipendien zu vergeben. Ferner wird die Max-Planck-Gesellschaft die 2004 eingefhrte Reihe von Workshops an indischen Partnerinstituten fr deutsche und indische Nachwuchswissenschaftler fortsetzen, die den deutschen Teilnehmern neben dem wissenschaftlichen Austausch Gelegenheit bieten sollen, sich mit den rtlichen, sehr guten Forschungsbedingungen vertraut zu machen.

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