[ Back to EurekAlert! ] PUBLIC RELEASE DATE: 28. September 2004

Kontakt: Dr. Stefan Gillessen
Stefan.Gillessen@mpi-hd.mpg.de
49-622-151-6274
Max-Planck-Gesellschaft

Prof. Heinrich Völk
Heinrich.Voelk@mpi-hd.mpg.de
06221-516-295
Max-Planck-Institut für Kernphysik, Heidelberg

Auf der Suche nach den Quellen mysteriöser Teilchen aus dem All

Das HESS-Teleskop, ein neuartiger Späher ins energiereiche Universum, wird am 28. September 2004 in Gamsberg/Namibia eröffnet



Abb.: HESS - ein neues Fenster in das Hochenergie-Universum. Vier 12-Meter-Großteleskope suchen vom Gamsberg in Namibia aus den Himmel über der Südlichen Hemisphäre nach Quellen der energiereichsten Teilchen im Universum ab.
Bild: Max-Planck-Institut für Kernphysik

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Ein neues Cluster von Großteleskopen, das Quellen von energiereichen Teilchen mit mehr als 100 Giga-Elektronenvolt (GeV), wie Supernova-Überreste und andere exotische Objekte, erfassen soll, wird am 28. September 2004 durch den Premier-Minister der Republik Namibia, Dr. Theo-Ben Gurirab, offiziell auf der Farm Göllschau in Namibia eröffnet. An der Zeremonie nehmen zahlreiche hochrangige Gäste aus Namibia, Südafrika, Frankreich und Deutschland teil. Mit dem vom Max-Planck-Institut für Kernphysik koordinierten internationalen Gemeinschaftsprojekt, das auf Technologien aus der Teilchenphysik aufbaut, erhält das noch junge Forschungsgebiet der TeV-Astronomie ein leistungsfähiges Instrument, mit dem man möglicherweise auch erstmals "Dunkle Materie" im All nachweisen kann. Mit der Einweihung der vier Teleskope ist die erste Phase von H.E.S.S. abgeschlossen; das Großprojekt kann seine wissenschaftliche Arbeit zum Nutzen der weltweiten Astronomie-Gemeinde beginnen.

H.E.S.S., die Abkürzung für ein "High Energy Stereoscopic System" [1], soll das elektromagnetische Spektrum des Himmels über der Südlichen Hemisphäre nach Quellen von Teilchen höchster Energien absuchen und astronomische und astrophysikalische Grundlagenforschung in diesem Gebiet ermöglichen. H.E.S.S ist ein großes Kooperationsprojekt zwischen vielen europäischen und afrikanischen Institutionen.

Das Teleskop wurde in enger Kooperation mit der University of Namibia verwirklicht und soll die internationale Zusammenarbeit in der Grundlagenforschung sowie die Heranbildung eines eigenen wissenschaftlichen und technischen Nachwuchses im südlichen Afrika unterstützen. Das Projekt basiert auf einem Vorschlag des Max-Planck-Instituts für Kernphysik in Heidelberg; seine Infrastruktur sowie die größeren Komponenten der insgesamt vier Teleskope wurden von der Max-Planck-Gesellschaft sowie dem Max-Planck-Institut für Kernphysik - in enger Zusammenarbeit mit Forschergruppen an den Universitäten Hamburg, Bochum, der Humboldt-Universität Berlin sowie der Landessternwarte Heidelberg und mit Unterstützung des BMBF im Rahmen des Förderschwerpunkts "Astroteilchenphysik" - bereitgestellt. Insgesamt haben Max-Planck-Gesellschaft und Bundesforschungsministerium zusammen 6,3 Mio. Euro aufgewendet und tragen damit rund drei Viertel der Gesamtkosten von 7,9 Mio Euro (inklusive Infrastruktur). Wichtige technische Komponenten steuerten die französischen Kooperationspartner bei. Auch die anderen internationalen Partner aus Europa und dem südlichen Afrika leisteten wertvolle Beiträge zu diesem Projekt.

Das neue Forschungsinstrument besteht in der Anfangsphase aus einem Cluster von vier miteinander vernetzten optischen Großteleskopen, das später noch erweitert werden kann. Das Projekt ist für eine Dauer von vorerst 10 bis 15 Jahren ausgelegt. Namibische Unternehmen, wie NEC und Seelenbinder Consulting Engineers, haben die technische Infrastruktur in enger Kooperation auf höchstem technischen Niveau realisiert.

Erste Beobachtungen wurden bereits in den Jahren 2002 und 2003 - während der schrittweisen Inbetriebnahme der Teleskope - durchgeführt und haben bereits zu wichtigen Erkenntnissen geführt. Diese wurden als wissenschaftliche Highlights auf den diesjährigen Konferenzen in der Astroteilchenphysik eingestuft. Dazu gehört die Entdeckung einer Quelle für höchstenergetische Gamma-Strahlung im Zentrum unserer Milchstraße, höchstwahrscheinlich Überrest einer vor 10.000 Jahren explodierten Supernova [2].

Die Einweihung von H.E.S.S. [3] erfolgt am Dienstag, den 28. September 2004 ab 10.30 Uhr Ortszeit auf der Farm Göllschau in Namibia. Journalisten sind herzlich dazu eingeladen (RSVP: Deutsche Botschaft Windhoek, Namibia).

Programm

10:30 Ankunft der Gäste

11:00 Beginn der Einweihungsfeier / Präsentation des HESS-Projekts [4],[5] durch Prof. Heinrich J. Völk, Direktor am Max-Planck-Institute für Kernphysik, Heidelberg, und Chair des H.E.S.S. Collaboration Board

Grußbotschaften

Prof. Lazarus Hangula, Vice Chancellor UNAM
Dr. Khotso Mokhele, President of the National Research Foundation, South Africa
Dr. Michel Spiro, Director of the National Institute of Nuclear Physics and Particle Physics (IN2P3), France
Prof. Reimar Lüst, Former President of the Max Planck Society, Germany
Dr. Elisabeth Giacobino, Director of Research at the French Ministry of Youth, Education and Research and at the Ministry of Research and New Technologies, France
Dr. Hermann-Friedrich Wagner, Deputy Director General, Head of Directorate 41: Basic Research, Federal Ministry of Education and Research
H.E. Philippe Perrier de la Bâthie, French Ambassador
H.E. Dr. Wolfgang Massing, German Ambassador

Ansprache

The Right Honourable Theo-Ben Gurirab, Prime Minister of the Republic of Namibia

12:00 Demonstration der Teleskope und Besichtigung des H.E.S.S.-Forschungsstation

13:00 Empfang

Weitere Veranstaltungen

1. Open H.E.S.S. Workshop

Zusätzlich zur offiziellen Einweihungsfeier findet am Montag, den 27. September 2004, von 9:15 bis 18:00 Uhr, ein Wissenschaftlicher Workshop über die astronomischen und technischen Aspekte des HESS-Experiments im regionalen wie globalen Kontext statt. Die Veranstaltung im Heja Lodge Conference Centre, auf halbem Wege zwischen Windhoek und dem Flughafen, ist offen für alle, die an einem tieferen Verständnis des Teleskops und seiner Ziele interessiert sind.

Programm

09:15 Opening statements

The H.E.S.S. Experiment

09:30 The making of H.E.S.S. (G. Fontaine)

10:15 First physics with H.E.S.S. (C. Masterson)

11:00 Coffee break

Physics Overview

11:40 High energy gamma ray sources: present and future challenges (J. Silk)

12:30 Lunch

Partners of H.E.S.S. observing the Southern Sky

14:00 Fishing for neutrinos - science, technology and politics (U. Katz)

14:50 Designing and building the world's largest cosmic-ray experiment (A. Watson)

15:40 Coffee break

16.20 The square kilometre array radio telescope in South Africa (J. Jonas)

Science in Namibia

17:10 Science and Technology in Namibia (A. van Kent)

2. Öffentlicher Vortrag

Am Freitag, dem 1. Oktober 2004, 18 :00 Uhr, hält Prof. Werner Hofmann, Direktor am Max-Planck-Institute für Kernphysik, unter dem Titel "Black Holes and Exploding Stars: Observing the Universe with H.E.S.S." einen Öffentlichen Vortrag im Gemeindezentrum Foundation, Windhoek.

3. Tag der offenen Tür

Am Samstag, dem 2. Oktober 2004, besteht für die Öffentlichkeit Gelegenheit, von 10:00 bis 16:00 Uhr das H.E.S.S.-Experiment vor Ort zu besichtigen. Dazu bieten die Wissenschaftler Führungen durch das Gelände an.

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Verwandte Links:

[1] HESS-Website beim Max-Planck-Institut für Kernphysik, Heidelberg

[2] MPG-Presseinformation "Supernova nahe dem Zentrum unserer Milchstraße" from September 15, 2004

[3] Zusätzliche Informationen zur Einweihung in Namibia

[4] H.E.S.S. - The New Window on the High-Energy Universe, Präsentation zur Einweihung des HESS-Teleskops am 28. September 2004, PDF-File (low resolution)

[5] H.E.S.S. - The New Window on the High-Energy Universe, Präsentation zur Einweihung des HESS-Teleskops am 28. September 2004, PPT-File (high resolution)


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