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Österreichische Akademie der Wissenschaften zeichnet ProfessorInnen des IST Austria aus

Sylvia Cremer mit Elisabeth Lutz-Preis geehrt • Jiří Friml erhält Erwin Schrödinger-Preis

Institute of Science and Technology Austria

Diese Pressemitteilung ist verfügbar auf Englisch.

Evolutionsbiologin Sylvia Cremer wird mit dem Elisabeth Lutz-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) für ihre Forschungsarbeit geehrt. Die IST Austria Professorin untersucht die evolutionäre Immunologie von Ameisengesellschaften und deren individuelle und kollektive Krankheitsabwehr. Da die Mitglieder einer Kolonie bei sozialen Insekten auf engstem Raum zusammenleben, können sich Krankheiten entsprechend rasch ausbreiten. Dass Epidemien trotzdem nur selten ausbrechen, liegt an den kooperativen Mechanismen zur Krankheitsabwehr. Die Untersuchung diverser Aspekte dieses „sozialen Immunsystems" liefert Erkenntnisse zum Verständnis von Epidemiologie und Krankheitsdynamik in Gesellschaften.

Professor Sylvia Cremer leitet seit 2010 eine Forschungsgruppe am IST Austria. Sie ist Mitglied der Jungen Kurie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, und war Mitglied der Jungen Akademie der Leopoldina und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Für ihre Forschungen über das soziale Immunsystem erhielt sie 2009 einen ERC Starting Grant. 2013 wurde sie mit dem Walther Arndt-Preis der Deutschen Zoologischen Gesellschaft geehrt.

Der mit 15.000 EUR dotierte Elisabeth Lutz-Preis wird für grundlagenorientierte Forschung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften unter besonderer Berücksichtigung von interdisziplinären Forschungsansätzen vergeben.

IST Austria Professor Jiří Friml erhält den Erwin Schrödinger-Preis der ÖAW. Der Zellbiologe befasst sich mit der adaptiven Entwicklung von Pflanzen. Im Gegensatz zu Tieren, die auf wechselnde Umwelteinflüsse typischerweise mit Verhaltensänderungen reagieren, weisen Pflanzen ein viel breiteres Spektrum an Anpassungsmöglichkeiten ihres Erscheinungsbildes auf. Viele dieser einzigartigen Anpassungen werden durch Auxin ausgelöst, einem Pflanzenhormon, das für Adaptionen in Bezug auf Positions- und Richtungsinformation zuständig ist. Friml's Forschungsarbeit lieferte grundlegende Einsichten in die Mechanismen zur Regelung der pflanzlichen Entwicklung. Auch konnte er aufzeigen, wie Signale aus der Umwelt integriert und in Änderungen des pflanzlichen Wachstums übersetzt werden. Seine Entdeckungen liefern wichtige Erkenntnisse, die auch für den Landwirtschaftssektor relevant sind.

Friml arbeitet seit 2012 als Professor am IST Austria. Er ist Mitglied der jungen Kurie der ÖAW, der European Molecular Biology Organization (EMBO), und ein American Association for the Advancement of Science (AAAS) Fellow. Er wurde 2010 mit dem Körber European Science Award und 2012 mit der EMBO Gold Medal ausgezeichnet. Für seine Forschungen zur Polarität und subzellulären Dynamik in Pflanzen erhielt er 2011 einen ERC Starting Grant.

Der Erwin Schrödinger-Preis wird für hervorragende wissenschaftliche Leistungen in den von der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der ÖAW vergeben und ist mit 15.000 EUR dotiert.

Beide Preise werden am 11. Dezember 2015 in einem Festakt in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften verliehen.

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