News Release 

EU fördert Forschung zu synthetischen Wirkstoffen, Cookies im Internet und sozialer Ungleichheit

Goethe-Uni wirbt drei ERC-Advanced Grants ein/ Insgesamt rund 7,7 Millionen Euro für fünf Jahre

Goethe University Frankfurt

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IMAGE: From left to right: Prof. Helge Bode, Prof. Markus Gangl, Prof. Bernd Skiera view more 

Credit: Uwe Dettmar

„Zum ersten Mal ist es der Goethe-Universität gelungen, drei ERC-Projekte gleichzeitig in einer Ausschreibungsrunde einzuwerben. Das ist eine ganz besondere Herausforderung für uns, ich freue mich riesig", kommentiert Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff die Bekanntgabe der Preisträger. „Die Entwicklung synthetischer Wirkstoffe aus Naturstoffen, die Erforschung ökonomischer Mechanismen im Internet sowie die wissenschaftliche Auslotung des Zusammenhangs zwischen sozialer Ungleichheit und gesellschaftlicher Stablität - mit diesen Projekten gehen unsere Wissenschaftler wichtigen Fragen der Gegenwart auf den Grund", so Wolff.

Projekt „SYNPEP" programmiert natürliche Peptide zu Wirkstoffen um

Viele klinisch genutzte Wirkstoffe sind Peptide, die oft von Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilzen produziert werden. Dazu gehören so wichtige Antibiotika wie Vancomycin, Daptomycin oder Penicillin, aber auch Immunsuppresiva wie Ciclosporin oder Krebs-Medikamente wie Bleomycin. Will man diese Peptide verändern, muss man die beteiligten Enzyme umprogrammieren. Dadurch können dann auch nicht-natürliche Peptide erzeugt werden, die es so in der Natur nicht gibt und die unter Umständen bessere Eigenschaften aufweisen. Dies ist das Ziel von SYNPEP (Synthetic biology of non-ribosomal peptide synthetases to generate new peptides) von Helge B. Bode, Professor für Molekulare Biotechnologie am Fachbereich Biowissenschaften der Goethe Universität. Das Projekt wird über fünf Jahre mit 3.16 Millionen Euro gefördert.

Helge Bode wurde 2008 als Merck-Stiftungsprofessur für Molekulare Biotechnologie an die Goethe Universität berufen. Seit 2018 ist er Professor für Molekulare Biotechnologie. Er arbeitet zu allen Aspekten mikrobieller Naturstoffe, wobei der Schwerpunkt auf der natürlichen Funktion dieser Moleküle liegt. Diese erforschte er u.a. von 2013 bis 2018 im Rahmen eines ERC Starting Grants. Sein zweiter Schwerpunkt ist die Manipulation von nicht-ribosomalen Peptidsynthetasen, die im Fokus des jetzt bewilligten ERC Advanced Grants stehen.

Projekt „POLAR" nimmt die Folgen sozialer Ungleichheit in den Blick

Prof. Markus Gangl wurde mit einem Advanced Grant für das Forschungsprojekt POLAR (Polarization and its discontents: does rising economic inequality undermine the foundations of liberal societies?) ausgezeichnet. Das Projekt wird sich der Frage widmen, ob die zunehmende ökonomische Ungleichheit dazu beiträgt, wichtige Grundpfeiler westlich-liberaler Gesellschaften zu unterminieren. Prof. Gangl und sein Projektteam werden Befragungsdaten aus etwa 30 Ländern nutzen, um die Zusammenhänge zwischen wachsender Ungleichheit einerseits und sozialer Mobilität, gesellschaftlichem Zusammenhalt und der Zustimmung zu demokratischen Werten und Institutionen andererseits empirisch zu beleuchten. Die Fördersumme beträgt knapp 2,5 Millionen Euro.

Markus Gangl ist seit 2011 Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Sozialstruktur und Sozialpolitik an der Goethe-Universität und gleichzeitig Honorary Fellow am Department of Sociology der University of Wisconsin-Madison, USA. Zuvor hatte er Professuren an der University of Wisconsin-Madison und an der Universität Mannheim inne. Prof. Gangl ist gewähltes Mitglied der Leopoldina (Nationale Akademie der Wissenschaften), gewähltes Mitglied des Boards des Research Committee 28 (Social stratification and mobility) der International Sociological Association und als Editor-in-Chief des European Sociological Review derzeit Herausgeber der wichtigsten europäischen Fachzeitschrift seiner Disziplin. Aktuell leitet er u.a. das ebenfalls vom European Research Council (ERC) geförderte CORRODE-Projekt, in welchem die sozio-ökonomischen Folgen der Finanzkrise empirisch untersucht werden.

Projekt „COOKIES" untersucht den Wert von Cookies für Werbende

Cookies ermöglichen es Unternehmen, Informationen über Nutzer im Internet zu sammeln. Diese Informationen dienen auch dazu, die Erlöse aus Online-Werbung zu steigern, die Webseiten benötigen, um weiterhin kostenlos nutzbar zu sein. Das Sammeln von Informationen schränkt jedoch die Privatsphäre der Nutzer ein. Deswegen begrenzt die EU die Verwendung von Cookies (z.B. über die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) oder die geplante ePrivacy-Verordnung).

Über den Wert von Cookies für Werbetreibende gibt es bisher nur sehr wenig empirisches Wissen. Deshalb kann die Politik nur schwer abwägen, ob die Beschränkungen für Cookies im Interesse der Privatsphäre nicht mit hohen Verlusten für Unternehmen einhergehen, deren Förderung auch ein politisches Ziel ist. Diese Wissenslücke soll das Forschungsprojekt COOKIES (Economic Consequences of Restrictions on the Usage of Cookies) von Prof. Bernd Skiera schließen.

Dafür sollen mehrere Datensätze analysiert werden, u.a. einen Cookie-Datensatz, der Preise für Online-Werbung von mehr als 2,8 Milliarden (anonymen) Cookies enthält und einen Implementierungsdatensatz, der zeigt, wie Tausende von Webseiten die 2018 in Kraft gesetzte EU-Datenschutzgrundverordnung implementiert haben. Die Fördersumme beträgt knapp 2 Millionen Euro.

Bernd Skiera hat seit 1999 die Professur für Electronic Commerce an der Goethe-Universität inne. Das Handelsblatt kürte ihn in seinem jüngsten Ranking (2014) zum forschungsstärksten BWL-Professor in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 13 seiner früheren Doktorandinnen und Doktoranden sind heute Professoren in Deutschland, Österreich, USA, England und Spanien, neun davon auf Lebenszeitstellen.

Bilder zum Download finden Sie unter: http://www.uni-frankfurt.de/77056325

Informationen: Prof. Dr. Helge B. Bode, Institut für Molekulare Biowissenschaften, Fachbereich Biowissenschaften, Campus Riedberg, Telefon (069) 789-29557, H.Bode@bio.uni-frankfurt.de; Prof. Dr. Markus Gangl. Institut für Soziologie, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Campus Westend, Telefon 069 798-36633, E-Mail mgangl@soz.uni-frankfurt.de; Prof. Dr. Bernd Skiera, Professur für Betriebswirtschaftslehre, insb. Electronic Commerce, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Campus Westend, Telefon 069 798-34649, E-Mail skiera@wiwi.uni-frankfurt.de; Homepage: https://www.marketing.uni-frankfurt.de/professoren/skiera/prof-dr-bernd-skiera.html.

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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drei größten deutschen Universitäten. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist die Goethe-Universität Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main. http://www.goethe-universitaet.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Anne Hardy und Dr. Anke Sauter, Referentinnen für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main,

Tel: 069 798-12498, Fax: 069 798-763 12531, hardy@pvw.uni-frankfurt.de

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