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Ursachen für das Scheitern von Megaprojekten

Wissenschaftler der UCL haben 18 Gründe identifiziert, warum Megaprojekte wie HS2 und Crossrail oft scheitern, und 54 präventive Lösungen aufgezeigt.

University College London

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Credit: Juliano Denicol/Huw Jones

Ursachen für das Scheitern von Megaprojekten

Wissenschaftler der UCL haben 18 Gründe identifiziert, warum Megaprojekte wie HS2 und Crossrail oft scheitern, und 54 präventive Lösungen aufgezeigt.

Zum ersten Mal haben Wissenschaftler eine systematische Literaturrecherche zu Ursachen und Gegenmaßnahmen bei der schlechten Performance von Megaprojekten durchgeführt. Sie haben sechs Schlüsselthemen identifiziert und für die Bereiche, in denen ein Projekt scheitern kann, Probleme und Lösungsansätze analysiert.

Die Studie, die im Project Management Journal erscheint, ergab, dass kein isolierter Faktor für die schlechte Performance von Megaprojekten verantwortlich ist. Stattdessen hat die Studie erstmals verschiedene Ursachen identifiziert und einen systematischen Ansatz zum besseren Verständnis von Megaprojekten vorgeschlagen.

Das Team führt sechs entscheidende Bereiche auf: Strategie; Leitung und Beschaffung; Risiko und Unsicherheit; Führung und kompetente Teams; Einbeziehung und Management der Stakeholder; Integration und Koordination der Lieferkette. Bei der Analyse, warum diese Projekte zum Scheitern verurteilt sind, wurden alle als gleichermaßen wichtig befunden.

Dr. Juliano Denicol (Fakultät für Bauwesen und Projektmanagement der UCL), Leiter der Forschungsarbeiten, sagte: „In Anbetracht der Bedeutung von Megaprojekten für die globale Wirtschaft war unser Ziel, unser Verständnis für die Ursachen und Gegenmaßnahmen bei der schlechten Performance von Megaprojekten zu vertiefen.

In der Absicht, die akademische Diskussion in eine positivere Richtung zu führen und auf die Bedürfnisse der leitenden Manager bei der Umsetzung von Megaprojekten auszurichten, haben wir uns stärker auf die Lösungen als auf die Probleme konzentriert.

Megaprojekte wie der Bau von Flughäfen, Transportwegen einschließlich von Eisenbahntrassen und Autobahnen, Stromkraftwerken und Raumfahrtprojekten kosten in der Regel mehr als 1 Milliarde US Dollar. Aufgrund ihrer Größe, Komplexität und umfangreichen Auswirkungen auf Gemeinden, Umwelt und Landesregierungen sind sie schwer zu managen.

Die Wissenschaftler analysierten über 6.000 akademische Zusammenfassungen und haben 86 Artikel herausgefiltert, die vollständig analysiert wurden.

Die Ergebnisse wurden in zwei Workshops präsentiert, ausgewertet und geprüft, an denen Wissenschaftler und leitende Beteiligte von britischen Megaprojekten wie Crossrail, Thames Tideway Tunnel, High Speed Two und Hinkley Point C teilnahmen.

Das Team hat einen Forschungsplan aufgestellt und fünf Lösungsansätze vorgeschlagen, um die erfolgreiche Durchführung von Megaprojekten in der Zukunft zu verbessern.

Diese umfassen: Design der Systemarchitektur; Schließung der Diskrepanz mit der Produktion; Aufbau und Leitung von Kooperationen; Einbeziehung von Institutionen und Gemeinden; Auflösung und Integration der Lieferkette.

Einige der größten globalen Megaprojekte sind der kürzlich fertiggestellte größte Flughafen der Welt - Daxing International Airport in Beijing; der längste Tunnel der Welt - der Gotthard Basistunnel in der Schweiz; die Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke in Kalifornien, die acht der zehn größten Städte des Bundesstaates miteinander verbindet; Crossrail in London, das die Kapazität des Schienennetzes im Innenstadtbereich von London um 10 % erweitert; und High Speed 2, das derzeit größte Megaprojekt in Europa.

Das Forschungsprojekt wurde vom Project Management Institute gefördert.

„Das Team von HS2 hat sehr gerne zu diesem beeindruckenden und umfangreichen Forschungsprojekt im Bereich Megaprojekte beigetragen, das sowohl praktische als auch wissenschaftliche Aspekte abdeckt. Entscheidend ist jedoch, dass einige wesentliche Themen identifiziert wurden, die für diejenigen von uns, die täglich mit diesen Herausforderungen konfrontiert werden, nützliche Richtlinien für eine erfolgreiche Umsetzung darstellen, wovon die Fachwelt sowie die Gesellschaft insgesamt profitieren werden." - Mark Thurston, CEO von HS2 Ltd.

„Eine hervorragende Studie zu einem Thema, das viel Aufmerksamkeit verdient: warum Megaprojekte unterdurchschnittlich abschneiden. Die Ergebnisse sind sauber herausgearbeitet und die Vorschläge, zukünftige Forschung systematischer anzugehen, sind sehr gut." - Sue Kershaw, Präsidentin der Association for Project Management (APM), KPMG Geschäftsführerin, Major Projects Advisory.

„Der Erfolg von Megaprojekten ist für die globalen Volkswirtschaften von elementarer Bedeutung. Doch sehr oft können sie ihre materiellen Ziele nicht erfüllen - manchmal mit schwerwiegenden sozialen und wirtschaftlichen Folgen. Deshalb ist es von größter Bedeutung zu verstehen, warum Megaprojekte unterdurchschnittlich abschneiden und was getan werden muss, um das zu vermeiden. Diese systematische Analyse der Fachliteratur gibt Hinweise zur Beantwortung dieser entscheidenden Fragen und schlägt eine Forschungsagenda vor, um den Erfolg von zukünftigen Megaprojekten zu fördern. Es ist eine imposante Arbeit." - Professor Peter Hansford, Ehrenprofessor UCL, ehemaliger Chief Construction Adviser der britischen Regierung.

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