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Mehr Diversität in Ölpalmplantagen

Wissenschaftlerinnen der Universität Göttingen fordern konkrete Unterstützung für Kleinbauern in Indonesien

University of Göttingen

Research News

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IMAGE: Ein Teil der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen erhielt zusätzlich zu den Informationen sechs Baumsetzlinge. view more 

Credit: Miriam Romero

Die wachsende globale Nachfrage nach Palmöl hat zu einer rasanten Ausbreitung von Ölpalmmonokulturen in Südostasien geführt, häufig verbunden mit dem Verlust von natürlichen Lebensräumen und Artenvielfalt. Ölpalmmonokulturen sind gleichförmig strukturiert und bieten daher wenig Raum für verschiedene Arten. Eine Diversifizierung mit einheimischen Baumarten kann einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Ein Forschungsteam der Universitäten Göttingen und Jambi (Indonesien) hat nun gezeigt, dass eine solche Diversifizierung mit Hilfe von Informationskampagnen und kostenlosen Setzlingen gefördert werden kann. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Journal of Environmental Economics and Management erschienen.

Kleinbäuerliche Ölpalmplantagen machen etwa 40 Prozent der gesamten Ölpalmfläche in Indonesien aus und stellen somit eine wichtige Zielgruppe für Politikinterventionen dar. An der Studie des interdisziplinären deutsch-indonesischen Sonderforschungsbereichs „EFForTS" waren 800 Kleinbäuerinnen und -bauern beteiligt. „Die Kleinbauern haben in der Regel kaum Zugang zu Information, Beratung und qualitativ hochwertigem Saatgut", sagt Studienleiterin Prof. Dr. Meike Wollni, Agrarökonomin an der Universität Göttingen. „Dabei ist das Interesse an Diversifizierung hoch, insbesondere mit heimischen Fruchtbäumen, wie bei den Gesprächen mit der lokalen Bevölkerung zum Ausdruck kam."

Vor diesem Hintergrund teilten die Forscherinnen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Studie in verschiedene Versuchsgruppen ein. Die Gruppen erhielten jeweils Informationen und/oder Baumsetzlinge. Die Ergebnisse zeigen, dass die beiden untersuchten Maßnahmen die Anzahl der gepflanzten Bäume in den kleinbäuerlichen Ölpalmplantagen erhöhen. „Wir sehen, dass beide Interventionen eine kleine Gruppe von Individuen motiviert, viele Bäume zu pflanzen", sagt Erstautorin Dr. Katrin Rudolf von der Universität Göttingen. „Um jedoch eine breite Masse von Bäuerinnen und Bauern zu erreichen, ist es notwendig, Setzlinge zu verteilen. Hierbei sollten die Vorlieben der Bäuerinnen und Bauern bei der Auswahl der Baumarten berücksichtigt werden, um die Überlebenschancen der Bäume zu erhöhen."

Die Identifikation von Politikansätzen zur Verbesserung der Umweltauswirkungen des Ölpalmanbaus ist im Hinblick auf den voranschreitenden Artenschwund von höchster Relevanz, so die Autorinnen. Neben der Produktionsseite sollte jedoch auch die Konsumentenseite berücksichtigt werden, die zum Beispiel über Zertifizierungen für umweltfreundlichere Plantagen an den entstehenden Kosten beteiligt werden könnte.

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Originalveröffentlichung:
Rudolf, K., Romero, M., Asnawi, R., Irawan, B. und Wollni, M. (2020): Effects of information and seedling provision on tree planting and survival in smallholder oil palm plantations. Journal of Environmental Economics and Management, 104, 102361, https://doi.org/10.1016/j.jeem.2020.102361

Kontakt:
Prof. Dr. Meike Wollni
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Agrarwissenschaften - Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung
Platz der Göttinger Sieben 5, 37073 Göttingen
Telefon 0551 39-24843
Email: mwollni1@uni-goettingen.de

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