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GESPERRT BIS SAMSTAG, 19 OKTOBER 2002, 10.00 UHR
(Embargoed for release: 19-Oct-2002 4:00 Eastern US Time)

LAUT EXPERTEN WIRD EINE BESSERE BEHANDLUNG UND KOMMUNIKATION FÜR KREBSPATIENTEN BENÖTGT

Fhrende europische Onkologen riefen heute (19. Oktober 2002) zu einer Verbesserung sowie zu einer europischen Standardisierung der Krankenhausleistungen auf, damit alle Krebspatienten die bestmgliche Behandlung erhalten. Alle Regierungen mssen dazu beitragen, so die Onkologen, dass vor allem in Osteuropa die Infrastruktur bereitgestellt wird, damit die rzte ihre Patienten besser versorgen knnen.

Zur Erffnung des Kongresses der European Society for Medical Oncology in Nizza, Frankreich, sagte Professor Heinz Ludwig, Prsident der ESMO: "Es ist eine Tragdie, denn Tausende von Menschenleben knnten gerettet werden, wenn es mehr Onkologen und mehr Institute zur Krebsbehandlung gbe."

Nicht in allen Lnder wird die Onkologie als eine Spezialisierung anerkannt. "Das der Medizinfach wurde so komplex, dass die Spezialisierung eine unabdingbare Voraussetzung darstellt. Noch wichtiger ist aber, dass wir qualifizierte und entschlossene Personen mit dem aufrichtigen Bedrfnis brauchen, um die Gesundheit der Leute zu verbessern," sagte Professor Ludwig. Darin sieht die ESMO auch ihre wichtigste Aufgabe, indem das bestmgliche Training fr Onkologen angeboten wird und die Richtlinien von klinischen Mindestempfehlungen (Minimum Clinical Recommendations) publiziert werden. Mit der Harmonisierung des Ausbildungsniveaus von rzten in ganz Europa sowie in Zusammenarbeit mit Nordamerika knnen weltweit gltige Trainingskurse durchgefhrt werden. Die Ambition von Professor Ludwig in seiner Eigenschaft als Prsident der ESMO ist "die Verbesserung der Ausbildung von rzten und eine bessere Konzentration auf die Bedrfnisse unserer Patienten. Wir werden gegenber unseren Mitgliedern die Bedeutung einer besseren Kommunikation mit ihren Patienten betonen."

"Schlechte Kommunikation zwischen rzten und Patienten ist eine Tatsache, aber wir sehen klare Zeichen einer Verbesserung," sagte Dr. Paris Kosmidis vom Hygeia Hospital in Athen, Griechenland, zuknftiger Prsident der ESMO. Die frher bliche Einstellung mit 'der Doktor wei es am Besten' hat sich gewandelt. Patienten sind oft sehr gut informiert und suchen jetzt die Zusammenarbeit mit ihren Onkologen. Klinikpersonal und Onkologen mssen sich in ihre Patienten einfhlen, sie mssen ihnen Vertrauen schenken sowie ihnen die Gelegenheit zu einer Diskussion geben, nicht nur ber ihre Behandlung sondern auch ber die emotionellen, persnlichen und praktischen Aspekte ihrer Krankheit. "Der ESMO-Kongress ist federfhrend auf diesem Gebiet mit der erstmaligen durchgefhrten Organisation eines speziellen Patientenseminars, bei dem Krebspatienten und Onkologen aus aller Welt die Gelegenheit zu einem Wissens- und Meinungsaustausch ber die Bewltigung von Krebs im weitesten Sinne zusammen kommen," sagte Dr. Kosmidis.

"Gute Kommunikation darf nicht unterschtzt werden, wenn es darum geht, Patienten fr Klinikversuch zu gewinnen. "Sich die Zeit und die Mhe zu nehmen, um zu erklren das, was dabei geschieht, ist wesentlich fr die Patienten, damit sie ihre Wahl gut informiert treffen knnen", sagte Dr. Elizabeth Eisenhauer von der Queen's University in Kingston, Kanada. Dr. Eisenhauer, die landesweit klinische Versuchsprogramme mitkoordiniert, hat festgestellt, dass manche Patienten begeistert davon sind, etwas zu einer Forschung beizutragen, mit der ihnen und anderen geholfen werden kann, aber es ist auch ihr absolutes Recht dies abzulehnen, wenn sie nicht gerne daran teilnehmen mchten. "Die Patienten mssen verstehen, dass ihre Behandlung nicht beeintrchtigt wird, wenn sie nicht an einem Klinikversuch teilnehmen, und dass sie auch die Meinungen dritter Personen darber anhren knnen, bevor sie sich entscheiden," sagte sie. Die Forscher mssen sicherstellen, dass der Inhalt ihrer Informationen (oder der Patienteninformationen) fr die Probanden frei von medizinischen Fachausdrcken ist und dass die Informationen klar, verstndlich und komplett aufbereitet sind.

Zur Zeit besteht mehr Interesse an den Wirkungen eines Medikaments auf die molekulare Struktur der Tumor, das ultimative Ziel der Klinikversuche ist aber die Erkenntnis, dass eine spezielle Therapie sich anders auf die Lebensqualitt oder das berleben des Patienten auswirkt, um den Grad der Verbesserung daraus zu bestimmen sowie die Sicherheit und die Wirksamkeit der Therapie. "Mit Labortests, einschlielich Tierversuchen, knnen wir beim besten Willen nicht sagen, ob neue Behandlungen den Patienten helfen," sagte Dr. Eisenhauer. Engagierte Mitarbeit von Patienten, sagte Ms. Kathy Redmond, kann den Zugang zu innovativen Krebsbehandlungen beschleunigen und zu einer Erhhung der Forschungsmittel fhren. Ms. Redmond, eine Fachkrankenschwester im Bereich der Krebsbehandlung und medizinische Beraterin aus Mailand, Italien, erklrte, dass durch Patienten ber die Regierungslobby die Krebsbehandlungen verbessert werden knnen. Die europische Gesetzgebung beeinflusst die Versorgung der Haushalte von nationalen Krebsdienstleistungen, und deswegen mssen sich Patienten auf europischer Ebene organisieren, um so einen Einfluss auf den europischen Gesetzgebungsprozess auszuben. Patienten mssen so handeln, denn sie knnen nur ganz direkt zu den Politikern sagen "wir werden sterben, wenn sie nichts dagegen unternehmen", denn das ist eine viel strkere Botschaft als die Schilderung der Nte der Patienten durch das Klinikpersonal selbst. AIDS, geistig behinderte Personen und Zuckerkranke sind in der Europischen Union alle sehr stark reprsentiert, aber es gibt keine Organisation, die sich im Namen der Krebspatienten fr sie einsetzt," sagte sie. Zum Schluss ihrer Rede rief sie zur Grndung einer Vereinigung fr europischen Krebspatienten auf.

Das Medizinisches Personal spielt eine wichtige Rolle bei der Untersttzung einer solchen Vereinigung, und deswegen rief Ms. Redmond zur Mitarbeit von Personen aus dem Gesundheitswesen mit Vorstellungen und Verstndnis fr die Bedrfnisse von Patienten auf, um diese Koalition zu untersttzen oder mitzubegrnden. Sie betonte aber auch, dass sich Mitarbeiter aus Gesundheitsberufen, die an der Spitze einer solchen Organisation stehen, zu einem gewissen Zeitpunkt das Ruder den Patienten berlassen mssen. "Es geht hier nicht um das Ego, die Patienten mssen die Generle sein und die rzte das Fuvolk", sagte sie.

Der Vorsitzende des hiesigen Organisationskomitees, Dr. Maurice Schneider vom Centre Antoine-Lacassagne in Nizza unterstrich die Bedeutung des ESMO Kongresses. "Zum ersten Kongress in der Mitte der 70er Jahre kamen rund 100 Personen, und jetzt erwarten wir fast 7.000 Teilnehmer zu unserem 27. Kongress." In den vier Tagen werden mehr als 500 Prsentationen ber ein breites Themenspektrum veranstaltet, wie zum Beispiel ber den Einfluss des Human Genome Project, den sozio-konomischen Status von Frauen mit Brustkrebs, die Behandlung von Eierstockkrebs bei lteren Frauen, Rauchen und Lebensgewohnheiten, Kommunikation und Pflegethemen, Vorhersage auf das Ansprechen der Behandlung, um nur ein paar der Themen aufzuzhlen. Es werden eine ganze Reihe von Klinikversuchen zu den wichtigsten Krebsarten erlutert, ebenso wie die Auswirkungen der alternativen Medizin. Zustzlich dazu knnen Patienten ber die Podiumsdiskussion fr Patienten bestrkt werden, um vereint mit Onkologen und Patientengruppen an optimalen Behandlungsmethoden zu arbeiten," sagte er.

Die beste Qualitt einer Behandlung ist dann gewhrleistet, wenn eine Zusammenarbeit zwischen den Onkologen, Strahlentherapeuten, Chirurgen und anderen Dienstleistern einschlielich der Sozialdienste besteht. "Die Medizin braucht einen Mix aus High-Tech sowie guter Untersttzung", so Professor Ludwig. Er rumte ein, dass es fr einen Arzt schwierig ist, um alle neuen Daten aus den Forschungen im Auge zu behalten, aber, so sagte er zum Schluss, "Jeder Arzt mchte ein guter Arzt sein und er oder sie knne besser sein, wenn die zur Verfgung stehende Information kritisch eingesetzt wird. Das kostet nicht mehr Zeit, aber es ist mehr Einfhlungsvermgen fr den Patienten gefordert. Die rzte werden dafr mit der Genesung ihrer Patienten und mit besseren Resultaten belohnt.

Anmerkungen fr Redakteure

ber European Society for Medical Oncology (ESMO)

ESMO ist der Meinung dass jeder Krebspatient die bestmgliche Behandlung erhalten soll, die fr ihn verfgbar ist. Dabei allen Aspekten der Krebstherapie die Medizin eine groe Rolle spielt, mssen Krebspatienten von qualifizierten Onkologen betreut werden. ESMO ist die fhrende Vereinigung in Europa die Ausbildung und Richtlinien fr Onkologen zur Verfgung stellt, um eine optimale Versorgung von Krebspatienten zu garantieren. Seit der Grndung im Jahre 1975, hat sich die Gesellschaft zu einer Institution mir Reprsentanten aus allen europischen Lndern und den weltweit sechs wichtigsten geographischen Regionen entwickelt.

Elaine Snell
ESMO Public Relations
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