Skip to main content

PUBLIC RELEASE DATE: 6-Oct-2006

DFG legt viertes Förder-Ranking deutscher Hochschulen vor

Die Ludwig-Maximilians-Universitt Mnchen fhrt das Frder-Ranking 2006 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an. 131 Millionen Euro warben ihre Wissenschaftler zwischen 2002 und 2004 an DFG-Drittmitteln ein, dicht gefolgt von der Technischen Hochschule Aachen (126 Millionen Euro) und den Universitten Heidelberg und Wrzburg (je 105 Millionen Euro). Bei dem Bewilligungsvolumen pro Professor war die vergleichsweise kleinere Universitt Karlsruhe Spitzenreiter. Dies geht aus der vierten Ranking-Studie der DFG hervor, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Dank der bercksichtigten Daten verschiedener Frderorganisationen und staatlicher Institutionen enthlt das Frder-Ranking 2006 weitaus mehr Informationen ber unsere die deutsche Forschungslandschaft als die DFG-Rankings zuvor. Im Fokus stehen die 40 bewilligungsstrksten deutschen Hochschulen, die im Untersuchungszeitraum ber 85 Prozent aller DFG-Mittel erhielten. Den Berichtskreis bilden aber auch weitere Hochschulen sowie aueruniversitre Forschungseinrichtungen.

Regional erwiesen sich vor allem Berlin (325 Millionen Euro) sowie der Stadt- und Landkreis Mnchen (261 Millionen Euro) bei der DFG als besonders bewilligungsstark. Gleiches gilt fr die Region Aachen Bonn Kln, die im Untersuchungszeitraum insgesamt 296 Millionen Euro erhielt. Rechnet man den Kreis Dren mit dem dort angesiedelten Forschungszentrum Jlich hinzu, beluft sich der Betrag sogar auf 306 Millionen Euro. Hannover und Braunschweig warben gemeinsam 167 Millionen Euro ein, Mannheim Heidelberg Karlsruhe und Stuttgart Tbingen Ulm kamen auf ber 250 Millionen Euro.

Nimmt man Daten zur direkten Projektfrderung von Forschung und Entwicklung (FuE) durch Ministerien des Bundes, insbesondere durch das Bundesministerium fr Bildung und Forschung (BMBF) als Basis, erweisen sich ebenfalls Berlin (390 Millionen Euro) und Mnchen (425 Millionen Euro) als fhrende Forschungsregionen, des Weiteren Aachen Bonn Kln. Aber auch ein schwbischer Verbund rund um Stuttgart, Reutlingen, Esslingen, Ulm und den Ostalbkreis sowie der Raum Hannover Braunschweig Gttingen waren beraus erfolgreich. Betrachtet man die lnderspezifischen Anteile an den durch DFG und Bund bereitgestellten Frdermitteln, entfallen die hchsten Betrge auf Bayern, Baden-Wrttemberg und Nordrhein-Westfalen.

Neben dem zentralen Indikator des Berichts den DFG-Bewilligungen je Forschungseinrichtung konnten fr das Frder-Ranking 2006 erstmalig nicht nur FuE-Frdermittel im Rahmen ausgewhlter Fachprogramme des Bundes bercksichtigt werden, sondern auch thematische Frderschwerpunkte im 6. Forschungsrahmenprogramm der EU sowie der von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen Otto von Guericke e.V. (AiF) gefrderten Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF). Die herangezogenen Drittmittelindikatoren, die je eigene Facetten ffentlich finanzierter Forschung abbilden, reprsentieren in der Summe schtzungsweise 80 Prozent aller ffentlich bereitgestellten Drittmittel fr die universitre Forschung.

Bercksichtigt wurde auch die Zahl der Gastwissenschaftleraufenthalte, die durch DAAD und Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) gefrdert wurden (Indikatoren fr internationale Attraktivitt und Sichtbarkeit) sowie die Zahl der Gutachter und Fachkollegiaten der DFG (Indikator fr wissenschaftliche Expertise). Anlsslich des 20. Jubilums des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises mit seinen 250 Preisverleihungen wurde als Mastab wissenschaftlicher Exzellenz zudem ein hochschulbezogenes Leibniz-Ranking in den Bericht integriert.

Das Frder-Ranking 2006 zeigt vor allem, dass die Frderdaten in dieser Flle und bei entsprechender Differenzierung ber weit mehr als nur finanzielle Aspekte Auskunft geben. In erster Linie informieren sie ber den Stand der Spitzenforschung in Deutschland, ber strukturelle Aspekte der Forschungsfrderung sowie ber die fachliche Akzentuierung einzelner Forschungseinrichtungen und Regionen, wie Dr. Jrgen Gdler, Leiter des Bereichs Informationsmanagement bei der DFG, betont. So leistet unsere Studie nicht zuletzt einen innovativen Beitrag zur Diskussion um die Profilbildung von Hochschulen.

Insgesamt unterscheidet das Frder-Ranking 2006 die Drittmittelvergabe in 14 unterschiedlichen Fachgebieten, die jetzt von Hochschule zu Hochschule verglichen werden knnen. Dabei flossen mit 2,6 Milliarden Euro die meisten Frdergelder der Hochschulen, die im Berichtszeitraum ber 0,5 Millionen Euro DFG-Bewilligungen eingeworben haben, in die Medizin, gefolgt von Maschinenbau, Verfahrenstechnik und Werkstoffwissenschaften (1,2 Milliarden Euro). In den Geisteswissenschaften stehen dem 440 Millionen Euro, in den Sozial- und Verhaltenswissenschaften 696 Millionen Euro gegenber.

Bezogen auf die Anzahl der Professoren entfallen auf den Maschinenbau fr den Untersuchungszeitraum von 2001 bis 2003 rein rechnerisch pro Kopf 1,1 Millionen Euro, in der Chemie 478 000 Euro, in den Sozial- und Verhaltenswissenschaften 145 000 Euro und in den Geisteswissenschaften 107 000 Euro. Diese Differenzen erklren sich nicht aus unterschiedlichen Forschungsaktivitten der Wissenschaftler, betont Gdler, sondern eher durch die unterschiedlichen zur Durchfhrung der Forschungsprojekte notwendigen finanziellen Mittel.

Bei einer Gesamtbetrachtung zeigt sich, dass das Erreichen eines hohen Rangplatzes bei einer groen Anzahl von Hochschulen mit einer spezifischen fachlichen Ausrichtung einhergeht. Da rund 38 Prozent der DFG-Frdergelder in den Bereich der Lebenswissenschaften flieen, finden sich unter den bei der DFG hoch platzierten Universitten vorrangig solche mit diesem Schwerpunkt. Die Universitt Mnchen etwa wirbt circa 60 Prozent ihrer Drittmittel in diesem Bereich ein, bei der Universitt Wrzburg liegt der Anteil sogar bei 80 Prozent. Unter den zehn fhrenden Hochschulen finden sich weiterhin vier mit technischer Schwerpunktsetzung, besonders ausgeprgt bei der TH Aachen. Das Frder-Ranking zeigt aber auch, dass mit Mnchen, Tbingen und Berlin (HU sowie FU) vier der zehn Erstplatzierten ihre besondere Position nicht zuletzt ihren geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschern verdanken. In Mnchen und Tbingen bertrifft das dortige Bewilligungsvolumen sogar dasjenige im Bereich der Naturwissenschaften. Aber auch kleinere Universitten knnen sich durch eine Fokussierung auf bestimmte Forschungsfelder innerhalb der Hochschullandschaft Sichtbarkeit verschaffen. So gehrt Paderborn im Bereich Elektrotechnik, Informatik und Systemtechnik zu den ganz Groen, Mannheim in den Sozial- und Verhaltenswissenschaften und die TU Freiberg im Frdergebiet Energieforschung und Energietechnologie.

Zur Darstellung der Forschungsprofile von Hochschulen nutzt das Frder-Ranking 2006 ein netzwerkanalytisches Visualisierungsverfahren, das speziell fr die DFG-Studie am Klner Max-Planck-Institut fr Gesellschaftsforschung entwickelt wurde. Auf diese Weise lassen sich auch Cluster von Hochschulen erkennen, die sich in ihrem Gesamtprofil in nach Fachgebieten differenzierter Form hneln. Kartografische Darstellungen illustrieren anschaulich, wie sich die Frdermittel von DFG und Bund regional verteilen. Auch hier wird insbesondere herausgestellt, welche Fachgebiete (DFG) beziehungsweise thematische Forschungsfelder (Bund) die einzelnen Forschungsregionen prgen.

Das DFG-Frder-Ranking 2006 wurde vollstndig vom Stifterverband fr die Deutsche Wissenschaft finanziert. Fr den Stifterverband war es selbstverstndlich, das DFG-Frderranking zu untersttzen, sagte dessen Prsident Arend Oetker. Denn Wettbewerb ist das beste Mittel fr mehr Leistungsfhigkeit im Wissenschaftssystem wenn man Gewinner und Verlierer kennt. Dann werden sich alle anstrengen, noch besser zu werden.

Nach 1997, 2000 und 2003 ist das Frder-Ranking 2006 bereits der vierte Bericht ber die Verteilungen von Bewilligungen fr Hochschulen. Ein Vergleich der einzelnen Studien lsst inzwischen auch lngerfristige Tendenzen erkennen. Dabei zeigte sich die Platzierung der einzelnen Universitten ber einen Zeitraum von 14 Jahren als weitgehend stabil. Allerdings gab es auch Vernderungen. So konnte sich die Universitt Wrzburg seit dem ersten Ranking (Platz 14) kontinuierlich nach oben arbeiten, die Technische Universitt Dresden ist erstmals in der Gruppe der Top 20 vertreten. Erfreulich sind auch die Verbesserungen der Universitten Bremen, Jena und Halle-Wittenberg.

###