News Release

Datenschatz zur Alternsforschung öffentlich zugänglich

Die Daten der Berliner Altersstudie (BASE) stehen ab sofort über das Forschungsdatenzentrum des ZPID für Forschende weltweit bereit

Reports and Proceedings

Max Planck Institute for Human Development

Die Berliner Altersstudie wurde vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin in Zusammenarbeit mit medizinischen, psychologischen, psychiatrischen und sozialwissenschaftlichen Partnerinstitutionen durchgeführt. Sie gilt als wegweisendes Projekt der multidisziplinären Alternsforschung und untersucht das Leben älterer Berlinerinnen und Berliner im Alter zwischen 70 und über 100 Jahren.

Ein Fenster in das Leben im hohen Alter

Zwischen 1990 und 1993 wurden 516 Menschen aus dem damaligen West-Berlin befragt und untersucht – medizinisch, psychologisch, psychiatrisch und sozialwissenschaftlich. Über einen Zeitraum von fast 20 Jahren wurden die Teilnehmenden bis zu siebenmal nachuntersucht.

Der Datensatz umfasst bis zu 10.000 Variablen pro Person und enthält Informationen zu körperlicher und geistiger Gesundheit, Lebenszufriedenheit, sozialer Einbindung und wirtschaftlicher Situation. So wird es möglich, Fragen zu beantworten wie: Warum altern Menschen unterschiedlich? Wie beeinflussen körperliche, psychische und soziale Faktoren ein langes Leben? Und was passiert in den letzten Lebensjahren mit Gesundheit und Wohlbefinden?

„Die Berliner Altersstudie ist ein äußerst wertvoller Beitrag zur Erforschung des Alterns“, sagt Ulman Lindenberger, Direktor des Forschungsbereichs Entwicklungspsychologie am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. „Bisher wurde nur ein Teil davon wissenschaftlich ausgewertet. Viele Fragen können mit diesen Daten noch beantwortet werden.“ So enthält der Datensatz detaillierte Verlaufsdaten zur Gesundheit, die mit Veränderungen in anderen Funktionsbereichen in Zusammenhang gebracht werden können. Man könne zum Beispiel die Assoziation von Zahngesundheit und kognitiver Leistungsfähigkeit, zwischen verschiedenen Aspekten der sozialen Teilhabe und Demenz/Depression sowie zwischen Wohnsituation und Einsamkeit untersuchen.

Von der Datensammlung zum offenen Forschungsarchiv

Seit Beginn der 1990er Jahre sind auf Basis der Berliner Altersstudie über 500 wissenschaftliche Publikationen erschienen. Die Daten bildeten auch die Grundlage für Nachfolgestudien wie der Berliner Altersstudie II (BASE-II), und sie fließen in internationale Forschungsprojekte wie dem europäischen Lifebrain-Konsortium zur Erforschung der Hirngesundheit ein.

Durch die Aufbereitung und Integration in das Forschungsdatenzentrum des ZPID werden die BASE-Daten nun standardisiert und dokumentiert bereitgestellt. “Mit BASE erweitern wir unser Angebot um einen international anerkannten gerontologischen Datensatz“, sagt Katarina Blask, Leiterin des Bereichs Archivierungs- und Veröffentlichungsdienste am ZPID. „Die strukturierte und an den FAIR-Prinzipien orientierte Bereitstellung der Daten sowie zugehöriger Begleitmaterialien ermöglicht es Forschenden weltweit mit BASE-Daten zu arbeiten.”

Ein Beitrag zu offener Alternsforschung

Durch die öffentliche Verfügbarkeit wachsen die Möglichkeiten, individuelle und gesellschaftliche Alterungsprozesse neu zu untersuchen. Die Daten erleichtern Vergleiche zwischen Kohorten, insbesondere zu BASE-II, sowie Regionen und Disziplinen und fördern die Kooperation zwischen Forschungseinrichtungen.

„Wir verstehen die Freigabe der Daten als Beitrag zu einer offenen, nachhaltigen Forschungskultur“, sagt Lindenberger. „BASE zeigt, wie sorgfältig erhobene und dokumentierte Langzeitdaten über Jahrzehnte hinweg Erkenntnisse über das Leben im Alter ermöglichen können.“

Auf einen Blick

  • Datenschatz zur Erforschung des Alterns: Die Daten der Berliner Altersstudie (BASE) sind ab sofort über das Forschungsdatenzentrum des Leibniz-Instituts für Psychologie (ZPID) für die Wissenschaft öffentlich zugänglich. Ein international anerkannter gerontologischer Datensatz wird somit langfristig gesichert und international zugänglich gemacht.
  • Einzigartige Datengrundlage: BASE vereint medizinische, psychologische, psychiatrische und sozialwissenschaftliche Perspektiven und erfasst bis zu 10.000 Variablen pro Person. Sie bietet detaillierte Einblicke in Gesundheit, Lebenszufriedenheit, soziale Netzwerke und ökonomische Lage älterer Menschen im Alter von 70 bis über 100 Jahren.
  • Neue Chancen für Forschung und Lehre: Die strukturierte Bereitstellung über das ZPID eröffnet neue Analysemöglichkeiten – auch für Nachwuchsforschende. Viele wissenschaftliche Fragen können mit diesem umfangreichen Material noch beantwortet werden.

Weiterführende Informationen: 


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