News Release

Mentoring stärkt Bildungschancen von sozial benachteiligten Kindern

Peer-Reviewed Publication

University of Cologne

Elementary school student participating in mentoring programme

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Socially disadvantaged elementary school children can profit in the long run by participating in a mentoring programme.

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Credit: ECONtribute

Die soziale Herkunft entscheidet nach wie vor stark über den Bildungsweg von Kindern in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Exzellenzclusters ECONtribute der Universitäten Bonn und Köln. Das Forschungsteam, bestehend aus Professorin Dr. Pia Pinger (Universität zu Köln), Professor Dr. Armin Falk (Universität Bonn) und Professor Dr. Fabian Kosse (Universität Würzburg), hat herausgefunden, dass der sozioökonomische Status der Eltern eine entscheidende Rolle bei der Wahl der weiterführenden Schule spielt. In den meisten Bundesländern treffen die Eltern diese Entscheidung am Ende der vierten Klasse, zuvor spricht die Grundschule eine Empfehlung aus. Die Ergebnisse der Studie „Mentoring and Schooling Decisions: Causal Evidence“ sind in der Fachzeitschrift Journal of Political Economy erschienen.

Status des Elternhauses entscheidend

Die Studie zeigt: Die Wahrscheinlichkeit, dass Grundschulkinder aus weniger privilegierten Familien den gymnasialen Bildungsweg einschlagen, ist um rund ein Drittel niedriger als bei Gleichaltrigen aus besser gestellten Haushalten. Selbst bei gleichen Leistungen bleibt eine Lücke von circa 22 Prozentpunkten bestehen.

„Unsere Ergebnisse machen deutlich, wie stark die soziale Herkunft weiterhin die Bildungswege bestimmt“, erklärt Pia Pinger, Professorin an der Universität zu Köln und Mitglied im Exzellenzcluster ECONtribute. „Chancengleichheit ist im deutschen Bildungssystem noch immer nicht gegeben.“

Grundlage der Studie sind Daten des Bonn Family Panel, das von der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit einer externen Agentur erhoben wurde. Dieses hat über einen Zeitraum von sieben Jahren mehr als 700 Familien mit Kindern der Geburtsjahrgänge 2002 bis 2004 im Raum Köln-Bonn begleitet. Um an der Studie teilzunehmen, haben alle Familien auf ein erstes Anschreiben geantwortet und einen Fragebogen zu den sozioökonomischen Merkmalen des Haushalts zurückgesendet. Außerdem mussten sie ihr Interesse an der Teilnahme am Mentoring-Programm und den begleitenden Interviews bekunden. Die Daten umfassen Interviews mit den Kindern und ihren Familien, schulbezogene Informationen sowie Angaben zum Entscheidungsprozess bei der Schulwahl. Mit diesen Daten hat das Forschungsteam nicht nur die Lücke beim Wechsel aufs Gymnasium untersucht, sondern auch die Wirksamkeit gezielter Fördermaßnahmen.

Sozial benachteiligte Kinder profitieren langfristig von Mentoring-Programm

Dabei zeigte sich: Mentoring-Programme für sozial benachteiligte Kinder verbessern die Chancengleichheit dauerhaft und messbar.

Dafür nahmen 212 zufällig ausgewählte Grundschulkinder der zweiten und dritten Klasse aus Familien mit niedrigem sozioökonomischen Status am Mentoring-Programm „Balu und Du“ teil. Ein Jahr lang trafen sich ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren, meist Studierende, mit den Kindern, um durch gemeinsame Aktivitäten die psychosoziale Entwicklung zu fördern und den persönlichen Horizont zu erweitern. Bei den Kindern, die zufällig für das Mentoring-Programm ausgewählt wurden, stieg die Wahrscheinlichkeit für einen gymnasialen Bildungsweg um elf Prozentpunkte. Dieser Effekt bestand auch noch fünf Jahre nach dem Schulwechsel.

„Der Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule bestimmt maßgeblich über die weitere Bildungs- und Berufslaufbahn“, resümiert Pinger. „Mentoring sorgt nicht zuletzt dafür, dass Kinder entsprechende Rollenvorbilder haben und auch ihre Eltern offener für einen gymnasialen Bildungsweg werden.“


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