26-Mar-2026
Jede Menge Elefantenfleisch
University of GöttingenPeer-Reviewed Publication
Eine Mergelgrube nahe Lehringen in Niedersachsen im Jahr 1948: Ein Schuldirektor legt mit Helfern in 125.000 Jahre alten Ablagerungen der letzten Warmzeit das Skelett eines Waldelefanten frei. Er ahnt nicht, dass er einer Sensation auf der Spur ist: Zwischen den Rippen entdeckt das Team eine vollständige Holzlanze des Neandertalers. Nach der Entdeckung sind sich viele Forschende einig, dass der gemeinsame Fund von Skelett und Lanze von einer erfolgreichen Großwildjagd zeugt. Später gibt es Zweifel, ob eine originale Situation erhalten geblieben ist. Ein Team der Universität Göttingen und des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege (NLD) hat die Rolle des Neandertalers für die Ablagerungen nun erstmals systematisch untersucht. Zahlreiche Schnittspuren an den überlieferten Rippen belegen demnach, dass Neandertaler den Elefanten vor Ort zerlegt haben. Damit sei es wahrscheinlich, dass die Lanze zwischen den Rippen ein Jagdereignis bezeugt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.
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- Scientific Reports